Tinnitus – wenn Pfeifen im Ohr krank macht

Viele Menschen haben sie schon erlebt, Ohrgeräusche. In der Regel verschwinden sie genauso schnell wieder, wie sie auftreten. Nistet sich das Pfeifen, Rattern oder Klingeln im Ohr ein, sollte unverzüglich ein HNO-Arzt konsultiert werden. Wenn eine organische Ursache gefunden wird, kann der Tinnitus relativ schnell behoben werden.

Manchmal lassen sich jedoch keine konkreten Ursachen ermitteln und die Betroffenen leiden Tag und Nacht unter Geräuschen, die nur sie selbst hören können. Dabei ist diese als subjektiver Tinnitus bezeichnete Erkrankung keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern lediglich ein Symptom unklarer Ursache. Vor allem nachts und in Ruhe belasten die unerklärlichen Ohrgeräusche, die grob gegliedert in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt werden können:

  • Grad 1: Die Ohrgeräusche werden zwar wahrgenommen, beeinträchtigen jedoch nicht wesentlich.
  • Grad 2: In der Stille werden die Ohrgeräusche, die sich durch Stress oder andere Belastungen verstärken, als störend empfunden.
  • Grad 3: Die Ohrgeräusche sind so störend, dass weitere Probleme wie Schlaf- oder Konzentrationsstörungen auftreten können.
  • Grad 4: Die ständigen Geräusche beeinträchtigen sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit.

Geräusche mit Infusionen und Tönen bekämpfen

Obwohl zahlreiche mögliche Ursachen, wie Entzündungen des Ohrs, Ohrschmalzpfropfen, Stress oder Störungen bei der akustischen Reizverarbeitung, als Auslöser des subjektiven Tinnitus bekannt sind, erweist sich die Behandlung dennoch als schwierig. Der Erfolg der Therapie ist auch von der Dauer des bestehenden Tinnitusabhängig. So lässt sich ein akuter Tinnitus, der weniger als drei Monate besteht, deutlich schneller bessern als ein lang andauernder, chronischer Tinnitus. Zunächst besteht die Therapie in der Regel aus Infusionen, bei denen unter anderem Arzneimittel zur Durchblutungsförderung oder eine Kombination aus Kochsalz und Kortikoiden zur Entzündungshemmung eingesetzt wird. Bei chronischem Tinnitus zeigen vor allem Ton- und Musiktherapien, wie sie an der Universität Münster oder Heidelberg erforscht werden, gute Erfolge. Dabei wird mit speziellen Tonfolgen oder Musikstücken versucht, den Fehlalarm im Hörzentrum zu löschen, damit das Gehirn wieder lernt, echte akustische Reize korrekt zu verarbeiten.

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