DRONCIT 50 MG TABLETTE
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DRONCIT 50 MG TABLETTE Gebrauchsinformation
Droncit® 50 mg Tabletten. Wirkstoff: Praziquantel. Anwendungsgebiete: Bandwurmmittel zur Anwendung bei Hunden und Katzen. Gegen reife und unreife Darmstadien von Echinococcus granulosus, Echinococcus multilocularis, Dipylidium caninum, Taenia ovis, Taenia pisiformis, Taenia hydatigena, Multiceps multiceps, Mesocestoides spp., Hydatigera taeniaeformis.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.
Wirkstoff: Praziquantel
Zusammensetzung: 1 Tablette enthält: 50 mg Praziquantel
Qualitative und quantitative Zusammensetzung:
1 Tablette enthält:
Arzneilich wirksame Bestandteile:
Praziquantel 50 mg
Darreichungsform:
Tabletten
Pharmakodynamische Eigenschaften:
Droncit (Praziquantel), ein partiell hydriertes Pyrazinoisochinolin-Derivat, ist ein Anthelminthikum.
Das Wirkungsspektrum von Praziquantel umfasst alle wichtigen Zestoden-Spezies von Hund und Katze. Es beinhaltet im einzelnen alle bei Hund und Katze vorkommenden
Taenia-Arten, Multiceps multiceps, Joyeuxiella pasqualei, Dypylidium caninum, Mesostoides spp., Echinococcus granulosus und Echinococcus multilocularis. Praziquantel wirkt gegen sämtliche Darmstadien dieser bei Hund und Katze vorkommenden Parasiten.
Praziquantel wird von den Parasiten sehr schnell über ihre Oberfläche resorbiert und im Parasiten gleichmäßig verteilt. In vitro und in vivo kommt es sehr schnell zu starken Schädigungen des Parasitenteguments, jedoch nur im vorderen Teil des Parasiten. In
vitro bewirken Konzentrationen von 0,01 µg/ml innerhalb von 30 Sekunden eine Kontraktion und Paralyse der Parasiten. Grundlage des schnellen Wirkungseintrittes ist insbesondere die von Praziquantel ausgelöste Permeabilitätsänderung der Parasitenmembran für Ca++, was zu einer Dysregulation des Parasitenstoffwechsels führt.
Pharmakokinetische Eigenschaften:
Praziquantel wird nach oraler Gabe sehr schnell resorbiert und nahezu vollständig in Magen und Dünndarm resorbiert. Maximale Serumspiegel werden bereits innerhalb von 15 bis 90 Minuten erreicht. Praziquantel wird nach oraler Gabe schnell in alle Organe verteilt. Die Eliminationshalbwertszeiten von 14C-Praziquantel und seinen Metabolite betragen beim Hund 2 bis 3 Stunden. Praziquantel wird in der Leber schnell metabolisiert. Als Hauptmetabolit tritt neben anderen Metaboliten jeweils das 4- Hydroxycyclohexyl-Derivat des Praziquantels auf. Praziquantel wird in Form seiner Metaboliten innerhalb von 48 Stunden zu 40 bis 71% im Urin und via Galle zu 13 bis 30 % mit den Fäzes und damit vollständig ausgeschieden.
Zieltierarten:
Hunde, Katzen
Anwendungsgebiete:
Bandwurmmittel zur Anwendung bei Hunden und Katzen. Gegen reife und unreife Darmstadien von Echinococcus granulosus, Echinococcus
multilocularis, Dipylidium caninum, Taenia ovis, Taenia pisiformis, Taenia hydatigena, Multiceps multiceps, Mesocestoides spp., Hydatigera (Taenia) taeniaeformis.
Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.
Wechselwirkung mit anderen Mitteln:
Keine
Dosierungsanleitung mit Art und Dauer der Anwendung:
Zum Eingeben.
5 mg Praziquantel pro kg Körpergewicht (KGW); das entspricht 1 Tablette für 10 kg KGW. Bei Bedarf ist die Tablette entsprechend zu zerkleinern. Hieraus ergibt sich folgendes Dosierungsschema:
Hund/Katze KGW Droncit
klein bis 2,5 kg 1/4 Tablette
2,6- 5 kg 1/2 Tablette
5,1-10 kg 1 Tablette
10,1-20 kg 2 Tabletten
mittelgroß 20,1-30 kg 3 Tabletten
30,1-40 kg 4 Tabletten
groß 40,1-50 kg 5 Tabletten etc.
Soweit nicht anders verordnet, genügt die einmalige Gabe von Droncit®. Die Eingabe der Tabletten erfolgt direkt oder eingehüllt in Fleisch bzw. Wurst oder zerkleinert mit dem Futter. Diätetische Maßnahmen bzw. Futterentzug sind nicht erforderlich.
Hinweis: Bei Echinokokkose sind hinsichtlich der Behandlung, der erforderlichen Nachkontrollen und des Personenschutzes besondere Richtlinien zu beachten. Hierzu sollten spezialisierte Tierärzte oder Institute für Parasitologie konsultiert werden.
Überdosierung: Dosierungen bis zum 10 fachen (50mg/kg KGW) werden im Allgemeinen symptomlos vertragen. Höhere Dosierungen können zu Erbrechen führen.
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart:
Keine erforderlich.
Nebenwirkungen:
Keine bekannt.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung:
Keine
Wartezeit:
Entfällt
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Keine
Unverträglichkeiten:
Keine bekannt.
Dauer der Haltbarkeit des Fertigarzneimittels im unversehrten Behältnis:
5 Jahre.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf dem Behältnis und der äußeren Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Dauer der Haltbarkeit der gebrauchsfertigen Zubereitung:
Nicht zutreffend.
Dauer der Haltbarkeit des Fertigarzneimittels nach Anbruch des
Behältnisses:
Nicht zutreffend.
Besondere Lager und Aufbewahrungshinweise:
Keine besonderen Hinweise erforderlich.
Art und Inhalt des Behältnisses:
Packung mit 20 Tabletten in Aluminium/Polyethylen-Verbundfolie
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung von nicht
verwendeten Arzneimitteln:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen
abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Name und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers:
Bayer Vital GmbH
Geschäftsbereich Tiergesundheit
D-51368 Leverkusen
Verschreibungspflicht / Apothekenpflicht:
Apothekenpflichtig
Zulassungsnummer: Zul.-Nr.: 6294355.00.00
Datum der Zulassung: 11.6.1996 / 29.8.2002
Wissenswertes:
Flöhe fungieren als Zwischenwirte für Bandwürmer und sind damit Infektionsquellen für Dipylidiumbefall. Um Reinfektionen zu vermeiden, sind die Flöhe am Tier mit einem Antiparasitikum und
gleichzeitig im Umfeld mit einem speziellen Umgebungsspray zu bekämpfen. Aufgrund der sehr kurzen Entwicklungszeit von Dipylidium caninum könnten sonst regelmäßige Wiederholungsbehandlungen mit Droncit® im Abstand von ca. 2 Wochen
notwendig werden. Bandwurmbefall muss ernst genommen werden.
Bandwurmbefall bei Hunden und Katzen stellt neben dem hygienischen Problem auch ein gesundheitliches Risiko dar, weil die Larven der Bandwürmer bei Menschen und Tieren zu Erkrankungen führen können. Wie kommt es dazu ? Die Bandwürmer sitzen im Hunde- bzw. Katzendarm und stoßen regelmäßig ihre mit Eiern beladenen Bandwurmglieder ab, die man manchmal als zusammenhängende
Gliederkette, häufiger aber einzeln als wenige mm lange weiße Gebilde im Kot erkennen kann. Werden die Eier oder auch die Glieder von sogenannten Zwischenwirten (Überträgertieren) bei der Nahrungsaufnahme mitgefressen, so entwickeln sich in den
Zwischenwirten aus den Bandwurmeiern die Larven (= Finnen). Zwischenwirte können je nach Bandwurmart mal Nutztiere (wie Rinder, Schafe usw.), mal Hasen oder Rehe oder auch Mäuse sein. Selbst Flöhe treten als Zwischenwirte auf, und auch der Mensch kann
sich mit den Larven infizieren. Dabei nisten sich die Larven einiger Bandwurmarten in den inneren Organen der Zwischenwirte ein und zerstören sie. Man findet sie in der Leber, in der Lunge, im Fleisch, im Gehirn und anderen Organen.
Wie infizieren sich unsere Haustiere mit Bandwürmern?
Die Tiere stecken sich bei der Aufnahme finnenhaltiger Nahrung an. Aus den Finnen entwickeln sich dann erneut die Bandwürmer. Typische Situationen, bei denen sich Hunde und Katzen immer wieder mit Finnen anstecken, sind das Verfüttern von rohem Fleisch oder Schlachtabfällen bzw. von Aufbrüchen. Jagdhunde stecken sich durch das Anfressen verendeten Wildes an; Katzen vorwiegend durch das Fressen von Mäusen.
Eine weitere wichtige Infektionsquelle sind Flöhe. Beim Zerbeißen von Flöhen können sich Katzen mit Bandwürmern anstecken!
Zusammengefasst kann man also sagen, dass es nicht die Bandwürmer selbst, sondern die Larven in den Zwischenwirten sind, die Schaden anrichten. Da aber der Befall mit Larven in den Zwischenwirten (Überträgern) bis heute nicht mit Medikamenten zu
behandeln ist, muss man rechtzeitig den Bandwurmbefall im Endwirt bekämpfen.
Regelmäßige vorbeugende Maßnahmen sind daher grundsätzlich zu empfehlen, um nicht zuletzt sich selbst zu schützen, denn auch der Mensch kann sich, wie gesagt, mit Larven infizieren!
Bandwurmlarven und der Mensch
Echinoccocus granulosus ist die wissenschaftliche Bezeichnung für den kleinen Hundebandwurm, Echinococcus multilocularis für den kleinen Fuchsbandwurm. Sie gehören zu den kleinsten Bandwürmern, werden nur einige Millimeter lang und sind zugleich die problematischsten für den Menschen. Ihre Larven besiedeln die inneren Organe (wie Leber, Lunge, Gehirn etc.). Da es gegen diese Larven bis heute keine heilenden Arzneimittel gibt, erhält die Prophylaxe beim Hund einen besonderen Stellenwert für Mensch und Tier.
Der dreigliedrige Hundebandwurm kommt weltweit vor und wird nach Deutschland vor allem aus den südeuropäischen Staaten immer wieder eingeschleppt. Deshalb sollten alle Hunde die im Ausland waren, nach Rückkehr aus dem Urlaub mindestens einmal mit Droncit behandelt werden. Der kleine Fuchsbandwurm ist in Mitteleuropa verbreitet,
besonders in den Mittelgebirgen.
Daher die Flohbekämpfung nicht vergessen!
Der in Deutschland (vor allem in den städtischen Gebieten) wohl häufigste Bandwurm bei Hunden und Katzen ist der Kürbiskernbandwurm (Dipylidium caninum). Sie erkennen
ihn an den ca. 1 cm langen, hellrosa Gliedern im Kot, die sich teilweise noch bewegen.
Dieser Bandwurm wird durch Flöhe übertragen. Deshalb bei Befall mit dem Kürbiskernbandwurm neben der Droncit® -Behandlung immer auch eine Flohbekämpfung am Tier und im Umfeld der Tiere (mit dem speziellen Umgebungsspray) durchführen. Die Flohbekämpfung ist wichtig, damit sich Katzen durch die Flöhe nicht immer wieder neu mit diesem Bandwurm anstecken. Aufgrund der sehr kurzen Entwicklungszeit dieses Bandwurmes könnten sonst regelmäßige Behandlung mit Droncit® im Abstand von ca. zwei Wochen nötig werden.
Behandlung
Die Bekämpfung der Bandwürmer erfolgt durch eine einmalige Behandlung mit Droncit®. Die Maßnahmen richten sich nach der Haltungsform. Wir empfehlen folgendes Behandlungsschema:
Alle Hunde und Katzen sollten grundsätzlich 4 mal pro Jahr behandelt werden. Darüber hinaus:
- Hunde, die im Ausland waren, nach Rückkehr aus dem Urlaub
- Hütehunde alle 4 Wochen
- Jagdhunde alle 4 Wochen
- Jungtiere vor dem Verkauf bzw. eine Woche vor Schutzimpfungen
- freilaufende Katzen in Gebieten mit dem kleinen Fuchsbandwurm alle 4 Wochen
- Zuchttiere eine Woche vor dem Wurf
Wie wirkt Droncit®?
Droncit® tötet schon nach einmaliger Behandlung Bandwürmer im Darm zuverlässig ab. Dabei wird der ganze Bandwurm - also mit Kopf - getötet. Die Weltgesundheitsorganisation hat für Droncit® eine Anerkennung und Empfehlung zu flächendeckenden Bekämpfung von Echinococcus granulosus gegeben.
Wichtiger Hinweis
Droncit® hat keine Schutzwirkung, das heißt, es schützt nicht vor Wiederbefall. Die einmalige Behandlung befreit die Tiere zwar zuverlässig von den Bandwürmern im Darm, kann jedoch nicht verhindern, dass sich die Tiere bald erneut irgendwo anstecken
können (z. B. beim Zerbeißen von Flöhen oder beim Verzehr von Mäusen).
Quelle: www.tiergesundheit.bayervital.de
Stand: 08/2007
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