LOPERAMID RATIOPHARM AKUT
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LOPERAMID RATIOPHARM AKUT Gebrauchsinformation
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden
Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gebrauchsinformation
Loperamid-ratiopharm® akut Filmtabletten
Wirkstoff: Loperamidhydrochlorid
Zusammensetzung
Arzneilich wirksamer Bestandteil:
1 Filmtablette enthält 2 mg Loperamidhydrochlorid.
Sonstige Bestandteile:
Maisstärke, Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Copovidon, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Macrogol (6000), Simeticon,
Macrogolstearylether (Ph.Eur.) (5), Sorbinsäure (Ph.Eur.).
Darreichungsform und Inhalt
Originalpackung mit 10 Filmtabletten
Stoff- oder Indikationsgruppe
Loperamid-ratiopharm® akut ist ein Mittel gegen Durchfall.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer:
ratiopharm GmbH, Graf-Arco-Str. 3, 89079 Ulm
Telefon: (07 31) 4 02 02, Telefax: (07 31) 4 02 73 30
www.ratiopharm.de
Hersteller:
Merckle GmbH, Ludwig-Merckle-Str. 3, 89143 Blaubeuren
Telefon: (0 73 44) 1 40, Telefax: (0 73 44) 14 16 20
www.merckle.de
Anwendungsgebiete
Zur symptomatischen Behandlung von akuten Durchfällen für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren, sofern keine ursächliche Therapie zur Verfügung steht. Eine über 2 Tage hinausgehende
Behandlung mit Loperamid darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen.
Gegenanzeigen
Wann dürfen Sie Loperamid-ratiopharm® akut nicht einnehmen?
Loperamid-ratiopharm® akut darf nicht angewendet werden bei
– bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Loperamidhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile
– Kindern unter 12 Jahren (siehe auch „Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?“)
– Zuständen; bei denen eine Verlangsamung der Darmtätigkeit zu vermeiden ist, z. B. aufgetriebener Leib, Verstopfung und Darmverschluß
– Durchfällen, die mit Fieber und/oder blutigem Stuhl einhergehen
– Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten (pseudomembranöse [Antibiotika-assoziierte] Colitis)
– chronischen Durchfallerkrankungen (Diese Erkrankungen dürfen nur nach ärztlicher Verordnung mit Loperamid behandelt werden.)
– einem akuten Schub einer Colitis ulcerosa (geschwüriger Dickdarmentzündung).
Wann dürfen Sie Loperamid-ratiopharm® akut erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?
Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Loperamid-ratiopharm® akut nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.
Loperamid-ratiopharm® akut darf nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden, wenn eine Lebererkrankung besteht oder durchgemacht wurde, weil bei schweren Lebererkrankungen
der Abbau von Loperamid verzögert sein kann.
Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?
Da mit der Anwendung bei Schwangeren keine Erfahrungen vorliegen und der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, sollte eine Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht
erfolgen.
Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?
Kinder unter 2 Jahren dürfen nicht mit Loperamid-haltigen Arzneimitteln behandelt werden.
Kinder zwischen 2 und 12 Jahren dürfen nur nach ärztlicher Verordnung mit Loperamidhaltigen Arzneimitteln behandelt werden. Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes ist Loperamid-ratiopharm® akut für diese Altersgruppe nicht geeignet. Hierfür stehen nach
ärztlicher Verordnung andere Darreichungsformen zur Verfügung.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
Bei Durchfall kann es zu großen Flüssigkeits- und Salzverlusten kommen. Deshalb muß als wichtigste Behandlungsmaßnahme bei Durchfall auf Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten geachtet werden. Dies gilt insbesondere für Kinder.
Bei schweren Lebererkrankungen kann der Abbau von Loperamid verzögert sein.
Die empfohlene Dosierung von Loperamid-ratiopharm® akut und die Anwendungsdauer von 2 Tagen (siehe „Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung“) dürfen nicht überschritten werden, weil schwere Verstopfungen auftreten können.
Wenn der Durchfall nach 2 Tagen Behandlung mit Loperamid-ratiopharm® akut weiterhin besteht, muß Loperamid-ratiopharm® akut abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Loperamid-ratiopharm® akut oder werden selbst durch Loperamid-ratiopharm® akut in ihrer Wirkung beeinflußt? Was
müssen Sie gegebenenfalls beachten, wenn Sie zusätzlich andere Arzneimittel einnehmen?
Bei gleichzeitiger Einnahme von den Medikamenten Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen), Verapamil (Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen) oder Ketoconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) können Anzeichen für eine Atemabflachung (Atemdepression) ausgelöst werden. Ebenfalls wurden Wechselwirkungen unter der Einnahme des HIV-Arzneimittels Ritonavir beobachtet.
Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Loperamid-ratiopharm® akut nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Loperamidratiopharm ® akut sonst nicht richtig wirken kann.
Wieviel von Loperamid-ratiopharm® akut und wie oft sollten Sie Loperamid-ratiopharm® akut einnehmen?
Erwachsene:
Zu Beginn der Behandlung von akuten Durchfällen 2 Filmtabletten Loperamid-ratiopharm® akut (entsprechend 4 mg Loperamidhydrochlorid), danach nach jedem ungeformten Stuhl
jeweils 1 Filmtablette Loperamid-ratiopharm® akut (entsprechend 2 mg Loperamidhydrochlorid).
Eine tägliche Dosis von 6 Filmtabletten Loperamid-ratiopharm® akut (entsprechend 12 mg Loperamidhydrochlorid) darf nicht überschritten werden.
Kinder über 12 Jahre:
Zu Beginn der Behandlung von akuten Durchfällen und nach jedem ungeformten Stuhl 1 Filmtablette Loperamid-ratiopharm® akut (entsprechend 2 mg Loperamidhydrochlorid).
Eine tägliche Dosis von 4 Filmtabletten Loperamid-ratiopharm® akut (entsprechend 8 mg Loperamidhydrochlorid) darf nicht überschritten werden.
Loperamid-ratiopharm® akut ist für Kinder unter 12 Jahren wegen des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet. Hierfür stehen nach ärztlicher Verordnung andere Darreichungsformen zur Verfügung.
Wie sollten Sie Loperamid-ratiopharm® akut einnehmen?
Die Filmtabletten sollen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden.
Wie lange sollten Sie Loperamid-ratiopharm® akut einnehmen?
Die Dauer der Anwendung von Loperamid-ratiopharm® akut beträgt höchstens 2 Tage (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).
Wenn der Durchfall nach 2 Tagen Behandlung mit Loperamid-ratiopharm® akut weiterhin besteht, muß Loperamid-ratiopharm® akut abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Hinweis:
Eine über 2 Tage hinausgehende Behandlung mit Loperamid-haltigen Arzneimitteln darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler
Was ist zu tun, wenn Loperamid-ratiopharm® akut in zu großen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?
Zeichen einer Überdosierung von Loperamid-ratiopharm® akut sind Verstopfung, Darmverschluß und Vergiftungserscheinungen des zentralen Nervensystems wie Krämpfe, Teilnahmslosigkeit,
Schläfrigkeit, gesteigerte und unwillkürlich ablaufende Muskelbewegungen, Störung der Koordination von Bewegungsabläufen oder Herabsetzung der Atmung.
Beim Auftreten von Zeichen einer Überdosierung ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.
Die Behandlung richtet sich nach den Überdosierungserscheinungen und dem Krankheitsbild.
Unter ärztlicher Verlaufsbeobachtung kann versuchsweise der Opioidantagonist Naloxon als Gegenmittel eingesetzt werden.
Hinweis für den Arzt:
Da Loperamid eine längere Wirkungsdauer als Naloxon hat, kann die wiederholte Gabe von Naloxon angezeigt sein. Der Patient sollte daher engmaschig über mindestens 48 Stunden
überwacht werden, um ein mögliches (Wieder)auftreten von Überdosierungserscheinungen zu erkennen.
Um noch im Magen vorhandene Wirkstoffreste zu entfernen, kann ggf. eine Magenspülung durchgeführt werden.
Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Loperamid-ratiopharm® akut auftreten?
Häufig: Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Müdigkeit; Schwindelgefühl; Bauchkrämpfe; Übelkeit; Mundtrockenheit.
Selten: Überempfindlichkeitsreaktion wie Hautausschlag; Nesselsucht; Schwellung von
Haut oder Schleimhäuten durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (angioneurotische Ödeme); Harnverhaltung.
Sehr selten: Anaphylaktischer Schock; schwere blasenbildende Hauterkrankung (toxisch epidermale Nekrolyse); Darmverschluss (Ileus) und Förderung der Ausbildung einer Dickdarmerweiterung
als Komplikation z.B. einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (toxisches Megacolon).
Zur Erläuterung:
Sehr häufig: häufig:
mehr als 1 von 10 Behandelten mehr als 1 von 100 Behandelten
gelegentlich: selten:
mehr als 1 von 1 000 Behandelten mehr als 1 von 10 000 Behandelten
sehr selten:
1 oder weniger von 10 000 Behandelten einschließlich Einzelfälle
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.
Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?
Beim Auftreten von Nebenwirkungen informieren Sie bitte Ihren Arzt, damit über das weitere Vorgehen entschieden werden kann.
Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels
Das Verfallsdatum dieses Arzneimittels ist auf der Packung und den Blisterstreifen aufgedruckt.
Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!
Stand der Information: August 2002
Quelle: www.ratiopharm.de
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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