Blutspende: Gesundheitliche Chancen und Risiken für den Spender

Wussten Sie, dass in Deutschland täglich 15.000 Blutkonserven benötigt werden? Menschliches Blut ist im Notfall das wichtigste Medikament, dennoch spenden nur rund 3,5 % der Bevölkerung regelmäßig Blut. Die umfassende Untersuchung des Spenderblutes vor der Transfusion ist auch eine wichtige Informationsquelle für den Spender.

Blutspende: Gesundheitliche Chancen und Risiken für den Spender

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Beim Blutspenden werden rund 450 ml Blut aus der Armvene entnommen. Wenn Sie sich vor der Blutspende wohlfühlen, in guter körperlicher Verfassung sind und eine Kleinigkeit zu sich genommen haben, schadet Ihnen dieser Vorgang auch absolut nicht. Im Gegenteil: Sie erhalten einen umfassenden, kostenlosen Gesundheitscheck. Nach der Blutspende wird Ihr Blut nämlich sofort in den Labors verschiedenen Sicherheitstests unterzogen, bevor es zur Auftrennung und Weiterverarbeitung gelangt. Wenn Sie das erste Mal zur Spende kommen, füllen Sie vorher noch einen ausführlichen Spenderfragebogen zu Gesundheit und Lebenswandel aus. Anschließend werden Temperatur und Blutdruck gemessen und die Menge des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin bestimmt.

Worauf wird das Spenderblut getestet?

Beim Spenderblut werden Blutgruppe und Rhesusfaktor bestimmt. Sehr wichtig ist die Untersuchung auf Hepatitis B und C sowie HIV und der Ausschluss einer Syphiliserkrankung. Der Neopterinwert sagt aus, ob eine Viruserkrankung im Frühstadium vorliegt. Der PCR-Test dient dazu, den Virus selbst nachzuweisen, falls eine Infektion besteht, sich aber noch keine Antikörper gebildet haben. Sollten bei diesen Untersuchungen irgendwelche Auffälligkeiten bemerkt werden, wird der Spender natürlich umgehend informiert.
Unabhängig von der ausführlichen Untersuchung ist eine Blutspende nicht nur ein Segen für die Mitmenschen, sondern trägt auch zur Verbesserung der eigenen Gesundheit bei. Der Blutverlust regt zur Neubildung von Blutzellen über unsere Stammzellen an. Regelmäßiges Blutspenden senkt außerdem erhöhten Blutdruck und sorgt dafür, dass der Cholesterinspiegel niedriger wird. Der entstandene Blutverlust wird beim gesunden Menschen innerhalb von wenigen Tagen ersetzt. Nicht umsonst war der Aderlass im Mittelalter eine beliebte Heilmethode bei verschiedensten Krankheitsbildern.

Kann eine Blutspende schaden?

Um Kreislaufproblemen entgegenzuwirken, sollten Sie ausreichend gegessen und vor allem getrunken haben. Tritt dennoch eine Kreislaufschwäche auf, ist bei einer Blutspende genügend medizinisch geschultes Personal anwesend, sodass Sie sich keine Sorgen machen müssen. Manchmal kommt es zu einer kleinen Nachblutung an der Einstichstelle, bzw. zur Bildung eines blauen Flecks dort. Sehr selten treten Thrombosen oder Verletzungen der Nerven auf.
Eine Infektion durch das Blutspenden – zum Beispiel mit HIV – ist ausgeschlossen. Es kommen ausschließlich sterile Einwegprodukte zum Einsatz, die Einmalnadel wird anschließend vernichtet. Die Blutabnahme erfolgt durch ein geschlossenes System, es können keine Verunreinigungen oder Erreger von außen eindringen.
Zudem bekommt der Spender noch etwas: das gute Gefühl, dass ein anderer Mensch durch seine Hilfe weiterleben wird.

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