Durch Hauskatzen übertragbare Infektionen – ein Risiko?

Ein Thema für viele Tierfreunde sind Zoonosen, von Haustieren auf Menschen übertragbare Krankheiten. Nachdem die Katze mit fast 8 Millionen den Hund als vierbeinigen Hausgenossen Nummer eins in Deutschland längst überrundet hat, stellt sich die Frage: Wie sicher sind Katzenbesitzer und vor allem deren Kinder vor ansteckenden Erkrankungen?

Foto: gurinaleksandr / shutterstock.com

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Erkrankungsrisiken, die mit der Haltung einer Katze einhergehen, sind vor allem

  • Toxoplasmen, einzellige Parasiten, die die Katze mit dem Kot ausscheidet
  • Spulwürmer, die von Katze oder Hund auf den Menschen übertragen werden
  • eine Infektion durch die von Zecken und Flöhen übertragenen Bartonella-henselae-Bakterien.

Der Verlauf einer solchen Infektion hängt vom Immunzustand des Patienten ab und äußert sich beispielsweise beim Bartonella-Bakterium durch Appetitlosigkeit, akuten allergischen Hautausschlag und Lymphknotenschwellung mit Fieber gepaart. Übertragen wird das Bakterium von einer Katze zur anderen durch Flöhe, von Katze zu Mensch durch Kratzen oder Bisse. Befallen sind vermutlich bis zu 70 Prozent aller Katzen in Deutschland. Infektionen mit Bartonella oder Spulwürmern verlaufen meist völlig harmlos. Ein intaktes Immunsystem sowie strikte Hygiene schützen vor Ansteckung. Und selbst die Toxoplasmose wird in vielen Fällen nicht oder kaum bemerkt. Nach einer Erstinfektion mit Toxoplasmose bleibt die Immunabwehr ein Leben lang bestehen.

Toxoplasmose – ein Schreckgespenst?

Mit Toxoplasmose sind in Deutschland zwischen 42 bis 72 Prozent der Bevölkerung infiziert, die Infektionswahrscheinlichkeit steigt mit dem Lebensalter. Katzen sind nicht die einzige Infektionsquelle, allerdings sind sie Endwirte der Toxoplasmen, da sich die Parasiten in ihrem Darmtrakt vermehren. Nach Ausscheidung durchlaufen die Toxoplasmen unterschiedliche Entwicklungsstadien und setzen sich nach einer Infektion in verkapselter Form im Gehirn, in der Netzhaut sowie in der Muskulatur fest. Erkrankungssymptome werden häufig nicht bemerkt oder mit leichter Grippe verwechselt, da etwas Fieber und vergrößerte Lymphknoten auftreten können. Bei geschwächter Immunabwehr ist der Krankheitsverlauf gefährlich und kann sogar Bewusstseinsstörungen und Lähmungen hervorrufen. Eine Erstinfektion während einer Schwangerschaft birgt das Risiko von Tot- oder Fehlgeburten, wenn das Zentralnervensystem oder wichtige Organe des Ungeborenen befallen werden.

Vorbeugung und Behandlung von Toxoplasmose

Bei Hauskatzen gibt die Kotuntersuchung oder ein Antikörpertest Aufschluss über ihren Infektions-Status, ebenso beim Menschen. Sinn macht ein solcher Test vor oder zu Beginn einer Schwangerschaft. Im Falle einer Erstinfektion kann umgehend mit Pyrimethamin in Kombination mit Folsäure behandelt werden. Dazu wird für die Dauer von vier Wochen ein Antibiotikum mit Sulfonamid verabreicht. Vorbeugend sollten Katzentoiletten nur mit Handschuhen gereinigt werden. Heißes Wasser über 55° C desinfiziert nach einem Kontakt und reinigt auch die Katzentoilette selbst ausreichend von Rückständen. Nicht immer ist die Katze die „Schuldige“: Schwangere sollten vorbeugend kein rohes oder unzureichend gegartes Fleisch verzehren, Obst und Gemüse gründlich waschen, und sich beispielsweise nach Gartenarbeit die Hände mit Seife und heißem Wasser reinigen.

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