Impfschutz im Urlaub?

Reiseimpfungen können Leben retten und sind in manchen Ländern sogar Vorschrift. Jedes Land hat seine Impfvorschriften, weshalb Sie sich vor Urlaubsantritt über die nötigen Impfungen informieren sollten.

Impfschutz im Urlaub?

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Dem Impfpass kann man entnehmen, gegen welche Krankheiten und wann man das letzte Mal geimpft wurde. In Ihrer Arztpraxis können Sie Ihren Impfstatus überprüfen lassen und nach Beratung durch den Arzt gegebenenfalls vervollständigen. Die meisten Impfungen sind gut verträglich. Dennoch kann es hin und wieder zu Reaktionen kommen. Manche Impfungen gehen mit Müdigkeit, Schmerzen in den Gelenken und Reizungen einher. Der Arzt berät und hilft, Risiken zu minimieren.

Manche Impfungen werden im Inland gebraucht, andere sind nur nötig, wenn wir auf Reisen gehen. Die Gefahr, sich in anderen Ländern mit zum Beispiel Hepatitis B, Gelbfieber, japanischer Enzephalitis oder Typhus anzustecken ist in bestimmten Gebieten sehr hoch. Auch das Thema Tollwut und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind in manchen Urlaubsländern aktuell. Jedes Land hat seine Impfvorschriften. Sich darüber zu informieren zahlt sich vor allem für die eigene Gesundheit aus.

Wie funktioniert eine Impfung?

Doch was passiert eigentlich bei einer Impfung? Die Impfung erfolgt meist über eine Injektion. In dieser befinden sich abgeschwächte Krankheitserreger oder Bruchstücke davon. Diese werden dem Körper gespritzt. Der Organismus bemerkt die Eindringlinge. Er ruft seine Schutztruppen zusammen und beginnt, den Störenfried zu bekämpfen. Dabei entstehen Abwehrstoffe. Diese nennt man Antikörper. Während des Kampfes können sich leichte Krankheitszeichen durchsetzen. Erhöhte Temperatur und grippeähnliche Symptome können auftreten. Diese Beschwerden klingen in der Regel schnell ab. Ist der Erreger besiegt, bleiben die Antikörper dem Abwehrsystem erhalten. Wie lange, hängt von der jeweiligen Impfung ab. Kommt man also erneut mit den bekannten Viren in Kontakt, erkennt der Körper diesen und als Eindringling und macht ihn unschädlich.

Was sind Reiseimpfungen?

Zu den notwendigen Impfungen gehören auch manche Reiseimpfungen. Notwendig dann, wenn der Reisende Neuland betritt. In warmen Ländern sind länderspezifische Schutzimpfungen unbedingt ratsam. Besonders Afrika, Süd- und Mittelamerika, Südostasien und Osteuropa zählen dazu. Hier gibt es Krankheitserreger , die unsere Körperabwehr nicht kennt. Infizieren wir uns damit, steht unsere Kampfzentrale ratlos da. Häufig sind die Viren anpassungsfähig und stark. Sie knocken unsere Abwehr aus und vermehren sich rasend schnell im ganzen Leib. Die Impfung dient in erster Linie der Gesunderhaltung des Reisenden

Passive und aktive Impfungen

Es gibt passive und aktive Impfungen. Aktive Impfungen werden mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern gespritzt. Hier bildet der Organismus eigene Antikörper aus. Sie sind langfristig angelegt und dauern an. Das Ziel von passiven Impfungen ist die schnelle Immunisierung. Sie findet durch die Übertragung angepasster Antikörper statt. Die eigene Bildung von Antikörpern wird zusätzlich angestoßen. Es besteht allerdings kein Dauerschutz!
Manchmal sieht sich der Reisende mit Pflichtimpfungen konfrontiert. So zum Beispiel in nahezu allen Staaten der süd- und mittelamerikanischen, afrikanischen sowie asiatischen Kontinente. In der reisemedizinischen Beratung des Gesundheitsamtes oder anhand des mycare.de Haus- und Reiseapotheken-Checks können Sie sich über die aktuellen Risikogebiete und Impfvorschriften informieren.

Wann soll vor der Reise geimpft werden?

Spätestens sechs bis acht Wochen vor dem Urlaub sollten Sie sich beraten und gegebenenfalls fehlende Impfungen auffrischen lassen. . So kann sich die Impfwirkung vollständig entfalten. Auch bei Spontan-Reisen ist eine Impfung oftmals noch sinnvoll. Besonders gilt dies für Impfungen gegen Tetanus, Diphterie und den Hepatitis-A-Virus. Wer den kompletten Impfschutz aus Krankheitsgründen nicht wahrnehmen konnte, sollte seine Reise besser verschieben. Die sicherste Impfung ist die im gesunden Zustand. Nach Genesung kann gerne ein neuer Impftermin mit dem Hausarzt vereinbart werden.

Wer zahlt bei Reiseimpfungen?

Reiseimpfungen zählen bis zu 50 Prozent zu den reisemedizinischen Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Jedoch ist die gesetzliche Krankenkasse keineswegs zur Kostenübernahme von Reiseimpfungen verpflichtet. Hier darf man sich nach den Impfschutz-Empfehlungen der entsprechenden Krankenkassen für das Ausland richten. Auf Nachfrage erfährt man etwa alle FSME-Risikogebiete weltweit, erhält Auskunft über die Gefahren in tropischen Ländern und wird mit Tipps versorgt, die dem Schutz der Gesundheit dienen.

Welche Impfung für welches Land?

Ein vollständiger Impfschutz setzt oft mehrere Teilimpfungen voraus. Manche Impfungen müssen nach bestimmten Zeiten aufgefrischt werden. Rechtzeitig vorsorgen lautet das Motto. Als Laie braucht man Information und Anleitung. Wir haben für Sie die wichtigsten Impfungen vor Fernreisen zusammengestellt.

Impfschutz im Urlaub?

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Wer vorhat Afrika, Asien oder Südamerika zu bereisen, sollte seinen Impfschutz auf Kinderlähmung, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten überprüfen lassen. In genannten Ländern ist das Erkrankungs-Risiko besonders groß. Für einen guten Impfschutz sorgen entsprechende Impfungen zehn Tage vor Antritt der Reise.

Für Latein-, sowie Südamerika, Afrika (allgemein) und Südostasien empfiehlt das auswärtige Amt eine Schluckimpfung gegen Typhus. Die Erkrankung wird durch Salmonellen übertragen. Nicht durchgegarte Lebensmitteln, Eierspeisen, Trinkwasser sind verdächtig. Die Reiseschutzimpfungen gegen Typhus sollten ebenfalls zehn Tage vor Abreise stattgefunden haben.

Mindestens genauso unangenehm wie Typhus sind Hepatitis A und Hepatitis B. Die Übertragung von Hepatitis-A-Viren findet oft über das Trinkwasser oder verdorbene Lebensmittel statt. Die Übertragung von Hepatitis B erfolgt durch den Geschlechtsverkehr oder anderen Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten. Es reicht aus, die Hepatitis-A-Impfung zirka zwei Wochen vor der Reise wahrzunehmen. Die Hepatitis-B-Impfung setzt sich aus drei Injektionen zusammen. Fünf Wochen vor Beginn des Urlaubs sollte mit der ersten Teilimpfung begonnen werden.

Tollwut ist selten geworden. Dennoch wird Reisenden eine Schutzimpfung ans Herz gelegt. Bei hohem Tollwutrisiko im Reiseland vor allem in den Ländern des tropischen Afrikas, Indien, Sri Lanka, Thailand, Vietnam, Nepal, Bangladesch und insbesondere bei Langzeitaufenthalten wird empfohlen zu impfen. Die Impfung besteht in der Regel aus Grundimmunisierung, dann 2. Impfung nach einer Woche und nach weiteren zwei bis drei Wochen.

Bei den wichtigsten Reiseimpfungen darf die Impfung gegen die Japanische Enzephalitis nicht fehlen. Die Viruserkrankung führt im Extremfall zu einer Gehirnentzündung. Zwei Impfungen sind in der Regel notwendig, um einen vollständigen Impfschutz zu genießen. Der Abstand zwischen den Teilimpfungen darf etwa 14 Tage betragen. Auch für diese Erkrankung existiert ein Schnellprogramm, spätestens sieben Tage vor Abreise.

Gelbfieber grassiert in Südamerika sowie südlich der Sahara. Die Gefahr geht von Stechmücken aus. Nach einer Fieberphase kann es zu einem ernsten Verlauf mit Organversagen kommen. Die Krankheit ist bislang schwer behandelbar. Wer in Epidemie-Gebiete reist, sollte nicht vergessen, sich etwa zehn Tage vor Abreise impfen zu lassen.

Auslöser von Cholera sind Bakterien. Die Erreger kommen in Fäkalien, aber auch in Meer- und Flusswasser vor. Zu finden ist die Cholera vermehrt in Ländern wie zum Beispiel Afrika, Asien und Südamerika. Eine Schluckimpfung zirka sieben Tage vor Reisebeginn schützt vor dieser Erkrankung.

Unser Ratschlag

Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Hausarzt einen Impfplan. Nehmen Sie die reisemedizinische Beratung wahr. Informieren Sie sich lange vor der Abreise über vorbeugende Maßnahmen. Nehmen Sie Ihre Reiseimpfungen nicht zu kurz vor der Reise wahr, damit sich die Wirkung vollständig entfalten kann. Für einen dauerhaften Schutz müssen bestimmte Impfungen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden.
Gehören Sie zu den Kurzentschlossenen? Besser die empfohlenen Schutzimpfungen noch schnell vor Antritt der Reise als gar keine!

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Urlaubszeit!

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