Insektenstichallergie – für den Notfall gerüstet sein

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Ein Mücken-, Bienen- oder Wespenstich ist zwar unangenehm, aber spätestens nach einigen Tagen vergessen. Anders ist das bei Allergikern, denn bei einer Insektenstichallergie kann bereits ein harmloser Stich lebensbedrohliche Folgen haben.

Foto: Maridav / shutterstock.com

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Schätzungsweise 20 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Insektengift und bei etwa 5 Prozent kommt es sogar zu einer so starken allergischen Reaktion, dass ein anaphylaktischer Schock droht, der unbehandelt tödlich verlaufen kann. Ursache dieser Insektenstichallergie ist, ähnlich wie bei anderen Allergieformen, eine Überempfindlichkeitsreaktion des körpereigenen Immunsystems in diesem Fall gegen einzelne Strukturen des Insektengifts, mit dem der Körper durch den Stich in Kontakt kommt. Am häufigsten sind dabei allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche. Aber auch Hummeln, Hornissen und andere Insekten wie Mücken oder Ameisen können Auslöser einer Insektenstichallergie sein.

Wenn jede Sekunde zählt

Je nachdem, wie ausgeprägt die Symptome einer Insektenstichallergie sind, kann manchmal jede Sekunde entscheidend sein. Während bei einer leichten Form der Allergie die Reaktion nur lokal auftritt, kann es bei der schweren Form zu einem anaphylaktischen Schock mit Todesfolge kommen. Mediziner unterscheiden daher verschiedene Grade einer Insektenstichallergie, die mit entsprechenden Mitteln behandelt werden müssen. So können lokale Reaktionen, die sich auf die Einstichstelle beschränken, mit Eis oder bei stärkeren Schwellungen auch mit Antihistaminika in Salben- oder Gelform meist selbst behandelt werden. Treten neben einer lokalen Schwellung oder Rötung auch Hautreaktionen auf, die nicht in unmittelbarem Kontakt mit der Einstichstelle stehen, sowie leichte allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Atembeschwerden, sollte die Behandlung dagegen durch einen Arzt erfolgen. Bei schweren Allgemeinreaktionen wie einem anaphylaktischen Schock muss in jedem Fall sofort ein Notarzt gerufen werden. Bis dieser eintrifft, muss die Erstversorgung jedoch selbst übernommen werden. Deshalb sollten Betroffene bei bekanntem Risiko immer ein Notfallset bestehend aus Antihistaminikum, Kortison sowie einer Adrenalinspritze mit sich führen und natürlich auch wissen, wie die Mittel angewendet werden.

Nicht immer lässt sich ein Stich vermeiden

Wer unter einer Insektenstichallergie leidet, sollte nach Möglichkeit jeder Kontakt mit den Allergenen vermeiden. Sinnvolle Schutzmaßnahmen sind dabei:

  • Nicht barfuß laufen
  • Gesamten Körper im Freien mit Kleidung bedecken
  • Vorsicht bei der Gartenarbeit, beim Pflücken von Obst und Blumen sowie beim Essen und Trinken im Freien
  • Insektengitter vor den Fenstern
  • Kein Parfüm oder duftende Pflegemittel verwenden, dafür aber Insektenschutzmittel

Allerdings lässt sich das Risiko für einen Insektenstich auch mit den besten Schutzmaßnahmen nicht ganz ausschließen. Für den Notfall sollten Betroffene deshalb immer ein entsprechendes Sofort-Hilfe-Set dabei haben. Zudem besteht bei einer schweren Insektenstichallergie die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, die jedoch aufgrund der gefährlichen allergischen Reaktionen nur in winzigen Dosen erfolgen kann und sich deshalb über mehrere Jahre hinziehen kann.

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