Kneipp-Wechselbäder und ihre Wirkung

Die Wechselbäder von Sebastian Kneipp werden bis heute in vielen Kurhäusern angeboten und helfen bei allerlei Alltagsbeschwerden. Aber eignen sie sich auch für Laien und die Anwendung in den eigenen vier Wänden?

Foto: Juriah-Mosin / shutterstock.com

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Kneipp kam zu seiner Heilmethode, nachdem er selbst schwer erkrankt war und die Ärzte ihm nicht mehr oder kaum noch helfen konnten. Der Pfarrer, der aus Bayern stammt, litt unter Tuberkulose und bemühte sich schließlich selbst um seine Heilung. Dabei kam ihm sein großes Interesse an der Medizin zugute. Die Idee des „Wassertretens“ war dennoch nicht seine eigene. Auf der Suche nach Hilfe lernte Kneipp die Methode von Johann Siegmund Hahn kennen und probierte sie an sich selbst aus. Mit durchschlagendem Erfolg. Von da an verfeinerte er die Kur und behandelte seine ersten Patienten erfolgreich.

Basiswissen zur Kneipp´schen Anwendung

In vielen Kurkliniken gehört die Kneipp-Kur zur Selbstverständlichkeit. Sie wird von den Krankenkassen bezuschusst, ist preiswert und leicht durchführbar. Dabei werden einfache, ansteigende, absteigende und Wechselbäder unterschieden. Von allen Anwendungen gelten die Wechselbäder als besonders hilfreich zur Förderung der Gesundheit. Dabei spielt es bedingt eine Rolle, welche Art von Erkrankung vorliegt. Das Wechselbad eignet sich aber auch für gesunde Personen, z.B. zur Vorsorge und zur Erholung. Es wird unterstützend bei schweren Erkrankungen angewendet, ist aber auch bei leichten Gesundheitsstörungen hilfreich. Ihre stärkste Wirkung entfalten die Bäder bei Schmerzzuständen, auch Kopfschmerzen, bei Schlafstörungen, Unruhe und bei Durchblutungsstörungen. Vor allem Frauen, die häufig unter kalten Händen und Füßen leiden, profitieren von den Wechselbädern. Darüber hinaus empfiehlt sich das Wechselbad unterstützend bei Beschwerden während der Wechseljahre. Wechselbäder sind schonend und eignen sich auch für ältere Patienten und für Kinder. Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Kneipp-Kur für Anfänger

Um im eigenen Badezimmer ein Wechselbad vorzubereiten, ist ein Duschschlauch nötig, von dem die Brause abgeschraubt wird. Das Wasser soll gleichmäßig fließend und ohne Druck aus dem Schlauch strömen. Alternativ kann eine Gießkanne zur Anwendung kommen. Auch das Stehen in Schüsseln bis Wadentiefe ist möglich. Ein Wechselbad beginnt kalt, mit einer Temperatur nicht unter 15°C. Die Haut darf dann zu Beginn nicht kalt sein und sollte notfalls warm gerieben werden. Es ist wichtig, immer mit der rechten, vom Herzen abgewandten, Seite zu beginnen. Das Stehen im nicht über 40°C heißen Wasser darf fünf Minuten nicht überschreiten, Stehen im kalten Wasser 10 Sekunden. Begonnen wird mit kaltem Wasser, dann folgt die Warmanwendung. Das Wechselbad endet beim dritten Durchgang mit kaltem Wasser. Es ist nicht üblich, die Haut nach der kneipp´schen Anwendung abzutrocknen. Besser ist es, sich gleich anzuziehen und zu bewegen oder gut zugedeckt auszuruhen. Bei Thrombosen, Entzündungen oder Morbus Raynaud dürfen die Güsse nicht angewendet werden.

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