Medikamenteneinnahme: Darum sollten Sie Leitungswasser bevorzugen

Medikamente sollten Sie immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Allerdings sind Milch und Mineralwasser nicht für jedes Arzneimittel geeignet. Lesen Sie hier, warum Sie am besten zu einem Glas Leitungswasser greifen sollten.

Medikamenteneinnahme: Darum sollten Sie Leitungswasser bevorzugen

Foto: sixninepixels / shutterstock.com

Um eine Tablette zu schlucken, sollte sie fast immer mit ausreichend Flüssigkeit hinuntergespült werden. Aber wussten Sie, dass bestimmte Medikamente Wechselwirkungen nicht nur mit anderen Medikamenten, sondern auch mit bestimmten Lebensmitteln eingehen können?
Die Tablette, die Sie schlucken, muss den Magen passieren und in den Dünndarm gelangen. Erst hier werden die Wirkstoffe von der Darmschleimhaut aufgenommen. Damit das Medikament richtig wirken kann, müssen Sie es genau nach Vorschrift verwenden. Sogar die Tageszeit spielt unter Umständen eine Rolle. Manche Tabletten sollten Sie vor, manche nach den Mahlzeiten oder zusammen mit dem Essen einnehmen.
Manche Lebensmittel und Flüssigkeiten verändern die Wirkung von Medikamenten – auf sie ist besser zu verzichten.

Mineralwasser und Milch sind gesund – aber nicht zusammen mit Medikamenten

Zum Schlucken Ihrer Tabletten sollten Sie am besten immer zu zimmerwarmem Leitungswasser greifen. Das ausreichende Spülen ist wichtig, damit die Tablette leichter die Rachenhinterwand passiert. Mineralwasser eignet sich nur bedingt. Die in ihm enthaltenen Salze sind zwar gesund für den menschlichen Körper, können aber mit einigen Arzneistoffen stabile Komplexe bilden. Treffen diese Moleküle auf die Darmschleimhaut, sind sie unter Umständen einfach zu groß und werden vom Körper wieder ausgeschieden, ohne eine Wirkung zu entfalten. Das Kalzium in der Milch hat einen ganz ähnlichen Effekt: Auch hier kann es passieren, dass die Arzneistoffe nicht von der Magenschleimhaut aufgenommen werden können. Generell ist von der Kombination bestimmter Antibiotika mit Milch oder Milchprodukten abzuraten. Käse und Milch reagieren auch zusammen mit einigen Osteoporosemitteln.

„Wundertüte“ Grapefruit – deshalb sind die herben Früchte zusammen mit Tabletten tabu

Selbstverständlich wird vom Alkoholkonsum während der Einnahme von Pillen abgeraten. Aber auch der leckere und an sich gesunde Grapefruitsaft ist als Ergänzung zu Tabletten ungeeignet. Zum einen hemmt er das körpereigne Enzym CYP3A4, das dafür sorgt, dass Arzneimittelstoffe richtig verstoffwechselt werden, zum anderen blockieren die Inhaltsstoffe der Grapefruit bestimmte Proteine. Diese Proteine stellen sicher, dass die Wirkstoffe in die Zelle transportiert werden. So gibt es Medikamente, die durch den Grapefruitsaft stärker wirken und solche, deren Wirksamkeit vermindert wird. Die Wirkung des Grapefruitsafts kann über mehrere Tage anhalten. Sicherheitshalber sollten Sie daher auf die herb-sauren Früchte und ihre Säfte während einer Medikamenteneinnahme verzichten.
Die gute Nachricht: Orangensaft können Sie in der Regel bedenkenlos trinken.

Sollten Sie, trotz außreichender Wasserzufuhr, Schwierigkeiten mit der Einnahme von zu großen oder unangenehm schmeckenden Tabletten und Kapseln haben, können Sie auf eine Schluckhilfe aus Ihrer Apotheke zurückgreifen.

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