Raynaud-Syndrom oder die Weißfingerkrankheit

Der Winter ist bei vielen Menschen nicht gerade die beliebteste Jahreszeit. Wenn sich dann auch noch Finger oder Zehen vor Kälte weiß färben und schmerzen, ist die Freude an der frischen Luft endgültig dahin. Diese als Raynaud-Syndrom bekannte spontane Gefäßverengung bleibt ungefährlich, solange sie nicht Ausdruck einer Grunderkrankung ist.

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Der nach seinem Entdecker Maurice Raynaud benannte Gefäßkrampf äußert sich in einer plötzlichen Weißfärbung der Finger oder Zehen und zuweilen auch der Nase und Ohren. Dem kann eine bläuliche Verfärbung folgen, bevor die zuweilen schmerzhafte erneute Durchblutung einsetzt.
Bei Kälte wird das Blut von den äußeren Körperregionen weg und zur Körpermitte hin gelenkt, um die inneren Organe zu schützen. Warum diese Reaktion beim Raynaud-Syndrom so heftig ausfällt, ist nicht geklärt. Bei den betroffenen 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung überwiegen bei Weitem die Frauen. Handelt es sich bei dem Raynaud-Syndrom um die primäre Form und nicht um eine Folgeerkrankung, verschwinden die Symptome im Alter häufig von selbst. Das primäre Raynaud-Syndrom betrifft meist Frauen doppelt so oft wie Männer, beginnt meist in der Pubertät und bessert sich meist erst in der Menopause (Wechseljahre).

Eine aufeinanderfolgende Verfärbung in 3 Schritten

In Anlehnung an die französische Flagge wird diese dreistufige Verfärbung auch als Trikolore-Phänomen bezeichnet. Zunächst werden die betroffenen Gliedmaßen durch die plötzliche Engstellung der Gefäße zu wenig durchblutet und färben sich weiß. Im 2. Schritt färben sich die Körperstellen tiefblau und sind zudem starr und kalt. Daraufhin tritt wieder eine stärkere Durchblutung ein, wodurch die Glieder rot anlaufen, schmerzen und sich taub anfühlen. So ein Anfall kann nur wenige Minuten dauern oder sich über mehrere Stunden hinziehen.

Therapie und Prävention bei Morbus Raynaud

Das ungefährliche primäre Raynaud-Syndrom tritt in der Regel symmetrisch auf. Weißfärbungen an nur einer Hand sind eher untypisch. Eine Therapie ist in der Regel nicht notwendig. Bei bestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Autoimmunreaktionen oder dem Verdacht auf einen sekundären Morbus Raynaud sollte man einen Arzt aufsuchen. Die sekundäre Form des Raynaud-Syndroms basiert auf einer bereits bestehenden Grunderkrankung. Hier kann es, im Gegensatz zum primären Raynaud-Syndrom, zu einem Gewebsuntergang kommen.

Morbus Raynaud Symptome können durch Warmhalten der Finger und Zehen verkürzt oder sogar vermieden werden. Im Alltag kann man zudem akuten Anfällen vorbeugen, indem man das Rauchen aufgibt, Stress vermeidet und sich regelmäßig bewegt. Auch autogenes Training und Biofeedback sollen sich positiv auf die Anfallshäufigkeit ausgewirkt haben. In schweren Fällen oder bei starken Schmerzen werden zuweilen auch ärztlich verordnete Medikamente eingesetzt.

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