Schmeißen Sie die Waage weg – Internationaler Anti-Diät-Tag

Mary Evans Young ist die Mutter des Anti-Diät-Tages, der alljährlich am 6. Mai begangen wird. Sie selbst litt unter Magersucht. Sie gründete nach ihrer Heilung die Anti-Diäten-Organisation Diet Brakers, um darauf aufmerksam zu machen, dass Diäten der Anfang von Essstörungen sein können.

Schmeißen Sie die Waage weg – Internationaler Anti-Diät-Tag

Foto: Kitch Bain / shutterstock.com

Eine Diät hat wohl so gut wie jede Frau schon einmal probiert. Schlank, dünn, mager – das ist das Schönheitsideal. 16 Prozent aller 11-jährigen Mädchen in Deutschland haben schon mal eine Diät gemacht, bei den 17-Jährigen sind es sogar 49 Prozent. Erschreckende Zahlen, denn oft führt der Schlankheitswahn zu einer bedrohlichen Essstörung. In der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die vom Robert-Koch-Institut bereits 2007 veröffentlicht wurde, wird bereits einem Fünftel aller 11- bis 17-jährigen Jugendlichen der Verdacht auf eine Essstörung bescheinigt. In einer Gesellschaft, die zunehmend auf Selbstoptimierung setzt, kommt der Anti-Diät-Tag der britischen Autorin und Frauenrechtlerin Mary Evans Young gerade recht. Der Aktionstag setzt ein Zeichen gegen den Schlankheitswahn und fordert vor allem Frauen dazu auf, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist.

Ziele des Internationalen Anti-Diät-Tages

1992 wurde der erste internationale Anti-Diät-Tag in Großbritannien gefeiert. Sein Symbol ist ein hellblaues Band. Ziele des Anti-Diät-Tages sind:

• Einen Tag ohne Diäten und ohne die Zwangsvorstellung von idealem Körpergewicht zu schaffen
• Das Hinterfragen von Schönheits- und Schlankheitsidealen
• Würdigung des Menschen in seiner Vielfalt, unabhängig von Statur oder Gewicht
• Aufklärung über die Gesundheitsgefahren von Diäten und von Diätprodukten
• Aktionen gegen Diskriminierung Übergewichtiger und Fettleibiger
• Ehrung der Opfer von Essstörungen und der Adipositaschirugie.

Keinesfalls lehnt der Anti-Diät-Tag eine gesunde Ernährungsweise ab. Doch es gilt, den Diäten- und Schlankheitswahn zu durchbrechen, der vor allem bei jungen Menschen zu Gesundheitsschäden führen kann.

Der Ausweg aus der Diäten-Falle

Magersucht und Übergewicht sind zwei Seiten derselben Medaille. Die meisten Menschen ernähren sich schlichtweg falsch. Ernährungswissenschaftler propagieren schon länger, einfach zu essen – aber eben vernünftig. Weniger Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße, dafür mehr Obst und Gemüse. Am besten ist es, selbst zu kochen und zuzubereiten, statt auf Fertigprodukte zurückzugreifen, die oft versteckte Zucker enthalten. Wer sich dazu noch ausreichend bewegt, wird auch an Gewicht verlieren – nicht schnell, aber dauerhaft und ohne den gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Die Schweizer Psychologin Maja Storch geht noch weiter: Sie plädiert dafür, sich dem Schönheitsterror zu entziehen und sich auf sein persönliches „Ich-Gewicht“ statt auf ein „Ideal-Gewicht“ zu besinnen. Mit ihrem gleichnamigen Buch macht sie quasi Schluss mit Diätenwahn und will helfen, das Gewicht zu finden, das der jeweiligen Person entspricht. Tipp zum Anti-Diät-Tag: Das Buch lesen und etwas richtig Gutes – und Gesundes – genießen.

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