Warum sind Hunde- und Katzenbisse gefährlich?

Ein richtiger Schutz gegen den Biss eines Hundes oder der einer Katze gibt es nicht. Selbst ein Tier, das mit der Hand aufgezogen wurde, kann plötzlich beißen. Nun heißt es die Wunde schnell und richtig zu versorgen.

Warum sind Hunde- und Katzenbisse gefährlich?

Foto: vvvita / shutterstock.com

Hundebiss

Egal aus welchem Grund das Tier zugebissen hat, einen Hundebiss sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen. Schnelle Hilfe ist gefragt. Eine blutende Wunde muss sofort desinfiziert und versorgt werden. Dringen Keime und Bakterien in die offene Wunde ein, kann sich die Wunde schlimm entzünden. Neben einer Infektion verursachen Hundebisse auch tiefe Verletzungen. Diese bedürfen einer ärztlichen Versorgung. Eventuell muss eine klaffende Wunde genäht werden.

Wie vorgehen?

Als Erstes sollte Ruhe einkehren. Hund und Mensch müssen sicher getrennt und beruhigt werden. Die Wunde sollte noch vor Ort gesäubert und mit einem sanften Mittel entkeimt werden. Eine sterile Kompresse hilft, die Wundstelle vor weiterem Schaden zu bewahren. In den ersten Minuten nach dem Unfall gilt es zu prüfen, wie tief die Wunde ist und ob Sehnen oder Muskeln verletzt wurden.
Eine gut desinfizierte Wunde heilt recht schnell und hinterlässt selten große Narben. Dennoch sollte die Wunde weiter beobachtet werden. Auch eine bereits geschlossene Wunde kann weitere Entzündungen nach sich ziehen. Verspürt der Betroffene nach Tagen eine starke Rötung oder Schwellung, muss sofort ein Arzt konsultiert werden. Auch Fieber ist ein typisches Zeichen, unbedingt einen Arzt aufzusuchen, da Verdacht auf eine Wundinfektion besteht.

Was tun bei fremden Hund?

Wurde man von einem fremden Tier angegriffen, sollte man immer auf Nummer sicher gehen und einen Arzt kontaktieren. Zudem ist es wichtig, den Halter ausfindig zu machen. Finden Sie schnellstmöglich heraus, ob das Tier gegen Tollwut geimpft und gesund ist. Sollte die letzte Tetanus-Spritze länger als zehn Jahre zurückliegen, bitten Sie Ihren Arzt, diese aufzufrischen. Durch die richtige Nachsorge kann man sich gegen gefährliche Tier-Keime schützen, denn der innere Mundbereich eines Tieres ist nie steril.

Das sollten Sie beherzigen: Eine Tetanus-Impfung kann Leben retten. Alle 10 Jahre aufgefrischt, befindet man sich bei kleinen Kratzern aber auch bei tiefen Wunden immer im grünen Bereich.
Allerdings kann im Fall eines Bisses auch eine frühere Auffrischungsimpfung je nach Arztempfehlung notwendig sein.

Nach Hundebiss zum Arzt?

Da die meisten Hundebisse oberflächlicher Natur sind, braucht es nicht immer einen Arztbesuch – es wird jedoch aus Sicherheitsgründen empfohlen. Sind Bisse über den ganzen Körper verteilt, muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Um eine gefährliche bakterielle Infektion zu vermeiden, sollte man sich in ärztliche Behandlung geben, wenn:

  • starke Schmerzen auftreten.
  • der Betroffene ein geschwächtes Immunsystem hat und die letzte Tetanus-Impfung lange zurückliegt.
  • der Hund tollwutverdächtig ist.
  • klaffende Wunden bestehen.
  • die gebissene Person über Kreislaufprobleme klagt.
  • hohes Fieber auftritt.
  • sich die Bisswunde stark entzündet und anschwillt.

Sicher gibt es noch mehr Symptome, die einen Arztbesuch rechtfertigen. Grundsätzlich schadet es nie, einen Experten hinzuzurufen, es wird auf jeden Fall empfohlen. Gerade wenn das Gesicht betroffen ist, ist eine rasche Erste Hilfe notwendig.

Wann ist ein Hundebiss gefährlich?

Ein Hundebiss kann, aber muss nicht gefährlich sein. Kleine Kratzer verursachen kaum Beschwerden. Auch große Bisse müssen nicht gleich lebensbedrohlich sein. Die Gefährlichkeit eines Hundebisses steckt im Detail. Sammeln sich in den Zahnzwischenräumen der langen Tier-Zähne oder im Speichel des Hundes „scharfe“ Keime, kann selbst eine kleine Verletzung zu einer schweren Infektion führen. Jeder Hund ist im Stande, aggressive Bakterien auf den Menschen zu übertragen. Diese Keime können die menschliche Haut und das tiefer gelegene Gewebe stark schädigen.

Was tun bei Infektion?

Verletztes Gewebe ist empfindlich. Keime und Bakterien haben daher ein leichtes Spiel. Nehmen die Eindringlinge Ihre Chance wahr, kann sich aus der Verletzung eine Blutvergiftung entwickeln. Sind die Anzeichen für eine Blutvergiftung gegeben, sollte sofort ein Transport ins nächstgelegene Krankenhaus organisiert werden.
Eine weitere Gefahr sehen Mediziner in der Infektion mit Tollwut. Verhält sich ein fremder Hund seltsam oder zeigt das Tier zu großes Vertrauen, könnte dies ein Hinweis auf Tollwut sein. Tollwut ist auch für den Menschen gefährlich. Eine direkte medizinische Behandlung (bei bestehendem Verdacht!) ist dringend erforderlich. Unbehandelt führt die Tollwut bei Mensch sowie beim Tier schlimmstenfalls zum Tod.

Hundebiss anzeigen?

Ein Hundebiss kann bei der Polizei, aber auch im Krankenhaus angezeigt werden. Eine Weiterleitung erfolgt in der Regel über die zuständige Dienststelle. Wichtig ist zunächst, den Hundehalter auszumachen. Diese Fragen müssen geklärt werden: Lief der Hund ohne Leine durch die Gegend? Wirkte der Hund krank, vielleicht auch unterernährt? Handelte es sich bei dem Hund um einen Streuner?
Die Behörden gehen diesen Fragen aufmerksam nach. Welche Folgen dies für den Hundebesitzer hat, ist von Fall zu Fall verschieden.

Wer haftet nach Hundebiss?

Der Hundehalter ist für sein Tier verantwortlich. Er übernimmt die Verantwortung für seinen Hund, auch im Fall eines Übergriffs. Eine tiefgreifende Verletzung der Aufsichtspflicht kann teuer werden. Auch wer sein Haustier ohne Leine laufen lässt, kann es bitter bereuen. Denn kommt es zu einem Biss, sind solche Nachlässigkeiten entscheidungstragend.
Wird hingegen ein angeleinter Hund von einer fremden Person bedrängt, gereizt und gequält, bleibt in einem eindeutigen Fall der Provokateur auf seinem Schaden sitzen. Schließlich biss der Vierbeiner aus Angst und Frust zu und ist hier das Opfer.

Wer zahlt Arztkosten?

In der Regel ist der Tierhalter verpflichtet Ihnen die Arztrechnung zu erstatten. Ist der Halter des Hundes unauffindbar, übernimmt auf jeden Fall die eigene Krankenkasse die Kosten. In einigen Fällen können Sie auch Schmerzensgeld und eventuell Entschädigung für Sachschäden (Kleider) beantragen.

Was zahlt die Versicherung?

Für den Fall der Fälle können Hundebesitzer eine Hapftpflichtversicherung für ihr Tier abschließen. Wenn der Schadensfall eintritt, kann die Versicherung den Schaden bis zur Höhe der jeweils festgelegten Deckungssumme übernehmen. Wie hoch diese ist, muss mit der gewählten Versicherung vereinbart werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Katzen oder Pferde.


Katzenbiss

Was beachten?

Was für Hunde gilt, gilt auch für Katzen. Ihre Waffen sind jedoch vorwiegend ihre Krallen und erst zweitrangig das Gebiss. Katzenbisse sind überwiegend harmlos. Anders als Hunde besitzen Katzen ein „entschärftes“ Gebiss. Wenn sie beißen, entstehen eher Kratzer oder punktuelle Wunden als große Bissstellen.
Gepflegte Katzen tragen weniger Keime an den Pfoten als ihre wildlebenden Artgenossen. Wohnungskatzen fressen kaum Mäuse oder Vögel. Der Keimgehalt im Mundbereich ist daher eher gering. Doch auch das Katzenmaul kann aggressive Bakterien beherbergen.

Welches Risiko bei wildlebenden Katzen?

Wird ein Mensch von einer wildlebenden Katze angefallen, sieht es etwas anders aus. Wildlebende Katzen kommen sehr schnell mit Krankheitserreger in Kontakt. Der Biss von einer fremden Katze kann somit auch zu schweren Entzündungen bis hin zur Blutvergiftung führen. Rasch anschwellende und pochende Wunden müssen sofort von einem Arzt versorgt werden.

Wann zum Arzt?

Ist die Wunde überschaubar und der Schaden gering, darf man die Wunde zu Hause auskurieren. -sicherheitshalber ist aber auch hier ein Arztbesuch empfehlenswert. Kommt es zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes, eitert die Wunde oder bekommt der Betroffene Fieber, muss sofort gehandelt werden. In diesem Fall ist ein Arztbesuch Pflicht.


Fazit

Hunde und Katzen besitzen Keime und Bakterien, welche für den Menschen gefährlich sein können. Achten Sie bitte immer auf einen kompletten Impfschutz. Wildlebende Tiere, die auffällig zutraulich sind, können die Tollwut in sich tragen. Halten Sie Abstand und informieren Sie bei Verdacht die ortsansässige Polizeidienststelle. Wurden Sie von einem Tier gebissen, bleiben Sie bitte ruhig, um die Situation zu entschärfen. Reinigen und desinfizieren Sie die Wunde zeitnah und suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf.

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2 Kommentare

  1. Brigitte sagt:

    Ist ein Biss von einer Tollwut geimpften Katze gefährlich. Kann sie trotz Impfung TollwutViren übertragen?

    • mycare.de sagt:

      Hallo liebe Brigitte,

      dankesehr für Ihre Nachricht. Die Tollwut ist eine Viruserkrankung und befällt vor allem warmblütige Tiere. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Beißen oder Kratzen. Die Impfung sorgt dafür, dass die Katze immun gegen diese Viren wird. Im Allgemeinen kann die geimpfte Katze daher keine Tollwut übertragen. Hierbei hängt es davon ab, wie lange die Impfung her ist und ob die Impfung erfolgreich war. Hierzu wäre eine Blutuntersuchung durch einen Tierarzt erforderlich.

      Wir empfehlen Ihnen bei Zweifeln Ihren Tierarzt darauf anzusprechen.

      Eine gute Woche und herzliche Grüße
      Ihr mycare.de-Team

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