Was genau ist Aktivkohle?

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Aktivkohle gehört zu den wohl ältesten, bekannten Arzneimitteln. Auch unter der Bezeichnung A-Kohle oder medizinische Kohle geläufig, wurde das Mittel schon recht früh bei Magen-Darm-Problemen sowie als Entgiftungs-Kur eingesetzt. Auch für die Körperpflege ist die Aktivkohle ein wichtiges Element. Medizinische Kohle gepresst oder in Kapselform ist z.B. in Apotheken erhältlich. Mehr über ihre positive Wirkung auf unsere Gesundheit erfahren Sie hier.

Was genau ist Aktivkohle?

Foto: Trexdigital / shutterstock.com

Schwarz, hoch porös, feinkörnig – das ist Aktivkohle. Sie enthält zum größten Teil Kohlenstoff. Die A-Kohle verfügt über eine große innere Oberfläche, die gerne als sogenanntes Adsorptionsmittel (bindet Toxine, Wasser und weitere Geruchsmoleküle an sich) in der Medizin, Chemie und auf anderen technischen Gebieten Verwendung findet. Vorstellen darf man sich Aktivkohle wie eine Art Schwamm, dessen Poren untereinander zusammenhängen. Die Aktivkohle wird wegen ihrer Beschaffenheit auch als „offenporig“ bezeichnet und setzt sich meist aus pflanzlichen Gütern wie zum Beispiel Nussschalen zusammen.

Welche Anwendungsgebiete von Aktivkohle gibt es?

Medizinische Aktivkohle hilft vorwiegend bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Hierzu zählen zum Beispiel ein Magen-Darm-Infekt oder eine leichte (Lebensmittel)-Vergiftung. Lästige Verdauungsschwierigkeiten, Völlegefühl sowie Erbrechen können ebenfalls durch die Einnahme von Aktivkohle gelindert werden. Und wer unter Blähungen und Durchfall leidet, findet in der medizinischen Aktivkohle ein probates (Heil-)Mittel.

Aber nicht nur Magen und Darm profitieren von der Aktivkohle. Aufgrund ihrer entgiftenden und entschlackenden Eigenschaften, unterstützt die Kohle Diät- und Detox-Kuren. Ihre medizinische Anwendung ist wahrhaft vielfältig. So kommt die Aktivkohle auch bei der intensiven Hautpflege nicht zu kurz. Da die Aktivkohle Schadstoffe regelrecht aufsaugt, beeinflusst sie automatisch unser Hautbild. Unreine Haut wirkt nach einer Aktivkohlen-Maske feinporiger und reiner. Fettiger Haut entzieht die Aktivkohle den Talg, so dass der Teint bereits nach einigen Tagen matter und frischer wirkt.

Vielleicht weniger bekannt ist die Verwendung der Aktivkohle in der Zahnmedizin: Aktivkohle kann helfen, Zähne schonend aufzuhellen. Aber Achtung: bitte ausschließlich bei gesunden Zähnen ausprobieren. Menschen mit empfindlichen Zähnen sollten von dieser Methode Abstand nehmen.

Schöne Haut, natürliche Zahnaufhellung, Magen und Darm. Der feinkörnige Kohlenstoff geht Schadstoffe sowie Gifte auf natürliche Weise an. Nebenwirkungen sind bei normaler kurzfristiger Dosierung in der Regel nicht zu erwarten. Trotzdem sollte die Einnahme die Höchstdosis nicht überschreiten (Verstopfungsgefahr).

Wie Aktivkohle anwenden?

Die Aktivkohle kann je nach Bestimmung entweder als Gesichts- bzw. Körpermaske äußerlich oder in Kapsel- oder Pulver- bzw. Granulatform innerlich angewendet werden. Für die Gesichtsmaske eignet sich das Aktivkohle-Pulver. Dies ist bereits im Fertigpräparat enthalten. Wie viel medizinische Kohle pro Tag dem Körper sinnvollerweise zugeführt werden soll, kann der jeweiligen Gebrauchsanleitung entnommen werden. Bei Kindern und älteren Patienten ist es ratsam, vor der Einnahme des Aktivkohle-Präparates den zuständigen Arzt zu konsultieren und dessen versierte Meinung einzuholen. Aktivkohle sollte stets mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Nur so ist gewährleistet, dass der Kohlenstoff optimal zerfällt und seine ganze Wirkung entfalten kann.

Die medizinische Aktivkohle sollte wie jedes andere Medizinprodukt sicher und trocken aufbewahrt und nach Ablauf des Verfalldatums nicht weiter eingenommen, sondern im Restmüll entsorgt werden. Hinweis: Bitte nicht anwenden bei fiebrigem Durchfall.

Was bringt Aktivkohle bei Verdauungsproblemen und Vergiftungen?

Verursacher von Magen-, Darmproblemen sind oft Schadstoffe und Bakterien. Die Aktivkohle hilft, indem sie zunächst die Auslöser an ihre innere Oberfläche bindet. Über den Stuhl werden die gebundenen Keime schließlich entsorgt.

Einfache Verdauungsprobleme und leichte Vergiftungen können tatsächlich nachhaltig gut mit schwarzer Aktivkohle behandelt werden. Bei schweren Infektionen entscheidet der Arzt, ob der schwarze Kohlenstoff sinnvoll ist. Hier sei angemerkt, dass es durchaus zu Wechselwirkungen kommen kann, da sich die Aktivkohle nicht mit jedem Medikament gleich gut verträgt (Packungsbeilage beachten oder Arzt beziehungsweise Apotheker zu Rate ziehen).

Bitte unbedingt beachten: Die Kohlenstoffgabe muss sehr schnell erfolgen. Die Dosierung richtet sich dabei nach dem Körpergewicht des Betroffenen. Zudem wirkt die medizinische Kohle nicht bei allen Giften. Die Anwendung ist beispielsweise verboten bei Vergiftungen mit ätzenden Stoffen (starke Säuren, Laugen).

Wie lange Aktivkohle einnehmen?

In der Regel bestimmt der Arzt, wie lange das Präparat eingenommen wird. Für Erwachsene mit akuter Durchfallerkrankung gilt: dreimal täglich eine Dosis von höchstens zwei bis vier Tabletten oder Kapseln, bei Kindern und Jugendlichen entsprechend weniger (siehe Packungsbeilage).

Liegt eine Vergiftung vor, hängt die Dosierung des Präparates vom Körpergewicht des Patienten ab. Die Anwendung sollte nicht länger als unbedingt notwendig erfolgen. Über längere Zeit eingenommen und in höheren Dosierungen, können Verdauungsschwierigkeiten auftreten.
Manchmal kommt es auch vor, dass das Präparat nicht direkt anspricht. In diesem Fall kann es an einer zu niedrigen Dosierung liegen. Dies sollte ein Arzt überprüfen und eventuell die Dosis entsprechend anpassen.

Gut zu wissen: Bitte nicht wundern, wenn sich der Stuhlgang nach Einnahme der Aktivkohle schwarz verfärbt. Dieser Zustand ist normal und lässt nach Beendigung der Therapiemaßnahme nach.

Welche Stoffe bindet Aktivkohle noch?

Sicher ist dies nur eine Randnotiz. Trotzdem sollte erwähnt werden, dass der Kohlenstoff Giftstoffe bindet, aber gleichzeitig auch Vitamine und weitere Nährstoffe anzieht. Dies macht das Kohlenpräparat nicht gleich zu einem großen Vitamin- und Mineralstoffräuber. Dennoch ist Vorsicht geboten. Speziell dann, wenn das medizinische Mittel längere Zeit verzehrt wird.

Damit unterschiedliche Wirkstoffe sich nicht gegenseitig behindern beziehungsweise aufheben, sollte die Einnahme von Kohlenstoff mindestens zwei Stunden nach dem oder mindestens zwei Stunden vor Verzehr weiterer Medikamente erfolgen.

Wo wird Aktivkohle überall eingesetzt?

Neben der medizinischen Anwendung wird Aktivkohle auch als Filter genutzt. Beispiele hierfür sind Wasserfilter für Trinkwasser, Aquarium-Filter, Filter in Atemschutzmasken oder Innenraumfilter in Autos. In Lebensmitteln kommt Aktivkohle als Farbstoff E 153 vor und auch in Zigarettenfiltern ist der besondere Kohlenstoff zu finden.

Der medizinische Kohlenstoff ist ein hervorragendes (Naturheil-)Mittel, welches, wenn es richtig eingesetzt wird, gesundheitlichen, kosmetischen sowie filtertechnischen Mehrwert schenkt.

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