Was ist eine Lyme-Borreliose?

Jedes Jahr von etwa März bis Oktober/November ist Zeckenzeit. Wer gerne in freier Natur unterwegs ist, sollte sich gegen die kleinen Blutsauger unbedingt schützen.

Lyme-Borreliose

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Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Diese wird durch bereits infizierte Zecken übertragen. Das Haupt-Bakterium, welches die Zecken bei Ihrem Saugakt absondern, nennt sich Bakterium Borrelia burgdoferi. Borreliose zeigt sich häufig (aber nicht immer) zunächst an lokalen Hautstellen. In späteren Stadien sind auch verschiedene Organe wie zum Beispiel Gelenke und im fortgeschrittenen Stadium sogar das Nervensystem betroffen. Ein typisches Anzeichen ist die sogenannte Wanderröte. Sie breitet sich langsam, aber zusehends kreisförmig um die Einstichstelle herum aus. Die Infektion kann bei Menschen, Säugetieren und Vögeln über den Zeckenstich des Holzbocks stattfinden (weniger oft durch Mückenstiche). Eine Infektionsgefahr besteht in allen Ländern und Regionen der Welt — im Süden jedoch mehr als im Norden. Man geht davon aus, dass jede fünfte Zecke von Borrelien befallen ist und somit zum Überträger der Lyme-Borreliose werden kann.

Wie bekommt man Lyme-Borreliose?

Hecken und hohe Gräser sind für Zecken der ideale Lebensraum. Wer gerne Pilze, Beeren und Wildkräuter sammelt oder Kontakt mit Wildtieren pflegt, begegnet den kleinen Spinnentieren am ehesten. Zecken warten im Gebüsch auf ihre Opfer, manchmal wochen- oder monatelang. Häufig streifen wir die Tierchen im Vorbeigehen vom Grün ab. Kaum auf dem Wirt angekommen, arbeiten sich die blutsaugenden Tierchen zu angenehm warmen Körperweichteilen vor. Erst dann setzen sie ihre Beißwerkzeuge ein und saugen sich schließlich fest.

Wie wird Lyme-Borreliose übertragen?

Zecken gehören zu den Spinnentieren und Milben und verfügen über hervorstehende Mundwerkzeuge. Sie ernähren sich vorwiegend von Blut. Hierzu bohren sich die winzigen Spinnentiere mit Ihren Werkzeugen durch die Haut des Wirtes und geben eine Flüssigkeit ab, welche sich aus einer Art Klebstoff, Betäubungsmittel und Gerinnungshemmer zusammensetzt — ein Grund, warum der Biss der Zecke zunächst unentdeckt bleibt. Ist die Zecke mit den gefürchteten Borrelien infiziert, siedelt das Bakterium während des Stiches zu Mensch und Tier über und kann Borreliose in den kommenden Wochen auslösen. Die Inkubationszeit kann zwischen zwei und 90 Tagen liegen. Danach beginnt die erste Phase der Erkrankung, zwei weitere folgen.

Wie erkennt man Lyme-Borreliose?

Die Erkrankung verläuft zunächst einmal recht unspektakulär. Von dem Zeckenstich bis zum Ausbruch vergehen etliche beschwerdefreie Tage und Wochen. Ein roter Fleck um die Einstichstelle herum kann hingegen schon wenige Tage nach der Infektion sichtbar werden. Dieses Mal vergrößert sich rasch und bildet eine weißliche Verfärbung in der Mitte. Die kreisrunde Hautrötung umfasst zuweilen einen Durchmesser von bis zu 65 cm. In diesem frühen Stadium können bereits weitere Begleitsymptome wie zum Beispiel Gelenk- und Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellung, Fieber, Kopfschmerzen sowie Bindehautentzündung auftreten.

Was tun bei Zeckenbiss?

Wurden Sie von einer Zecke gebissen, so ist das erste Symptom ein Juckreiz, der wenige Tage nach dem Einstich auftritt, solange die Zecke noch anhängt. Nun ist es wichtig, die Zecke mit einer Zeckenpinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange sorgfältig und sauber zu entfernen. Eine Zecke sollte stets ganz vorsichtig entfernt werden. Bleibt der Kopf des Spinnentieres in der Haut zurück, kann es zu Entzündungen und sogar zu Vereiterungen kommen. Wenn Sie Probleme mit der Entfernung einer Zecke haben, scheuen Sie sich bitte nicht, einen Arzt aufzusuchen. Die Bissstelle sollte über Tage und Wochen genau beobachtet werden. Bildet sich eine starke Rötung, fühlen Sie sich zudem müde, matt und fiebrig, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen, welcher Sie eingehend berät, mit Ihnen einen Borelliose-Test durchführt und danach ggf. eine Antibiose einleitet.

Wie kann man sich vor Lyme-Borreliose schützen?

Der beste Schutz gegen Zecken und somit auch gegen Borreliose ist das Tragen körperenger, geschlossener Kleidung. Anti-Zeckenspray oder weitere Anti-Zecken-Mittel kurz vor dem Waldspaziergang auf alle in Frage kommenden Hautstellen aufgetragen, kann Zecken für Stunden fernhalten und dafür sorgen, dass sie den ungeliebten Wirt schnell wieder verlassen. Meiden Sie bei Wandertouren Hecken und dichtes Gebüsch. Achten Sie in Streichel-Zoos, aber auch beim eigenen Haustier, auf krabbelnde oder bereits festgesaugte Tierchen im Fell und vermeiden Sie vor allem bei Wildtieren einen zu nahen Kontakt. Zu Hause angekommen, kontrollieren Sie gründlich Ihre Kleidung und Ihren Körper auf Zecken. Schauen Sie gerade auch an versteckten Körperregionen wie zum Beispiel unter den Achselhöhlen und in der Leistengegend nach.

Wie verläuft die Krankheit?

„Wanderröte“ (Erythema migrans)

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Lyme-Borreliose verläuft gewöhnlich in drei Phasen. Das Abweichen oder Fehlen von Symptomen ist jedoch möglich.:

Erstes Stadium (Stadium I): „Wanderröte“ (Erythema migrans), Ausbreitung der Infektion auf der Haut. Hinzu kommen teils unspezifische Symptome wie etwa Fieber und Gelenkbeschwerden. Unbehandelt kommt es zur Ausbreitung im ganzen Organismus.

Zweites Stadium (Stadium II): Wochen und Monate nach dem Zeckenstich klagen Betroffene über brennende Nervenschmerzen. Der ganze Körper ist nun vom Bakterium befallen — auch das Nervensystem. Symptome wie Gefühlsstörungen, Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzbeutelentzündungen machen sich bemerkbar. Leider werden diese Symptome nur allzu oft fehlgedeutet, was zu einer Verlängerung des Leidens führen kann.

Drittes Stadium (Stadium III): Verchronifizierung. Der Zeckenstich liegt bereits Monate bis Jahre unbehandelt zurück. Betroffene Personen leiden zunehmend häufig an Gelenkentzündungen und zum Teil bläulichen Hautveränderungen an Beinen und Armen. Auftretende Entzündungen lassen nach einer Weile nach, um dann nach Wochen, Monaten oder Jahren wiederzukehren.

Wie behandelt man Borreliose?

Wurde Borreliose in einem frühen Stadium diagnostiziert, entscheidet sich der behandelnde Arzt für eine Antibiotika-Therapie, welche häufig einige Wochen dauert. Welche Antibiotika, in welcher Dosierung verabreicht werden, hängt von dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Krankheitsstadium des Betroffenen sowie vom Alter ab. Wird Borreliose frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt, sind die Genesungschancen hoch. Außerdem können durch ein frühes Eingreifen Folgeschäden und Komplikationen weitgehend vermieden werden.

Sind die Symptome von Lyme-Borreliose ähnlich wie die von Parkinson?

Die Lyme-Krankheit befällt auch das Nervensystem und kann unter bestimmten Umständen Symptome, welche einer Parkinson-Erkrankung ähneln wie zum Beispiel einen Tremor auslösen. Nur ein Mediziner bzw. ein Facharzt ist in der Lage, derartige Beschwerden richtig zu deuten. Anhand von speziellen Untersuchungen und dem Borreliose-Test kann eine Parkinson- oder eine Borreliose-Erkrankung sicher ausgeschlossen werden.

Genesung ohne Antibiotika?

Es stellt sich die Frage, ob Lyme-Borreliose auch gänzlich ohne Antibiotika vollständig ausheilen kann. Dies ist eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Ist es möglich, unser Immunsystem so zu stärken, dass das Bakterium keine Chance bekommt, den Organismus zu schädigen? Heilpraktiker und Borreliose-Spezialisten verfolgen Therapieansätze, welche sich in diesem Zusammenhang mit Ernährungsumstellung, Säure-Basen-Ausgleich, Zufuhr von Spurenelementen und Vitaminen beschäftigen. Ob die ganzheitliche Behandlung von Lyme-Borreliose auf Dauer den gewünschten Heilerfolg auf ganzer Linie liefert, ist noch nicht erwiesen.

Vollständige Heilung?

Die chronische Lyme-Krankheit braucht eine gute Behandlung, einen versierten Arzt oder einen kompetenten Therapeuten, sowie eine regelmäßige (Blut-)Kontrolle. Die Borrelien in Schach zu halten, stellt eine echte Herausforderung dar, an der selbst die Schulmedizin, manchmal zu knabbern hat. Mit einer Antibiotika-Behandlung befinden sich Betroffene meist auf dem richtigen Weg. Bei konsequenter Einnahme und Beachtung der Dosierung heilt die Lyme-Krankheit in den meisten Fällen komplett aus.

Welche Risiken bei alternativer Behandlung?

Ein starkes Immunsystem ist für den Betroffenen hilfreich und kann Krankheitsschübe auf unbestimmte Zeit hinauszögern. Eine Verabreichung von wichtigen Vitaminen und immunstärkenden Substanzen macht es den Borrelien schwer, neue „Feuerstellen“ zu legen . Allerdings ist diese Herangehensweise eine wackelige Angelegenheit. Ändern sich wichtige äußerliche oder innerliche Bedingungen, kann es jederzeit zu einem (gefährlichen) Rückschlag kommen. Die Bakterien überrumpeln das Schutzschild und stürmen den Körper. Alternative Methoden müssen bei einer ernsten Erkrankung wie der chronischen Lyme-Krankheit gründlich überwacht werden. Eine Abwägung von Nutzen und Risiken ist in jedem Fall erforderlich.

Wenden Sie sich bei unklaren Beschwerden immer zuerst an einen Arzt Ihres Vertrauens. Wird Borreliose früh erkannt, heilt sie fast immer ohne Komplikationen aus.

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