Welche Schmerzmittel sind rezeptfrei?

Schmerzmittel können dazu beitragen, akute Schmerzen zu lindern. Doch muss man bei jedem Schmerz gleich zum Arzt? Welche rezeptfreien Schmerzmittel gibt es? Wofür werden Sie angewandt und wann ist ein Arztbesuch unumgänglich?

Welche Schmerzmittel sind rezeptfrei?

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Schon mäßige Schmerzen können uns den Schlaf rauben und unseren Alltag negativ beeinflussen. Doch was genau geschieht in unserem Körper, wenn plötzlich ein Schmerz auftritt? Verletzen wir uns, geben Schmerzrezeptoren elektrische Signale ab, welche zeitgleich über das Rückenmark an unser Gehirn weitertransportiert werden. In unserem Gehirn wird der Schmerz zunächst genau von allen Seiten beleuchtet.

Während dieser sekundenschnellen Analyse werden Fragen wie: „Wo hat der Schmerz seinen Ursprung?“, „Um welches Areal handelt es sich und wie groß ist es?“, „Wie stark ist der Reiz und wie lange hält der Schmerz?“ verarbeitet. Diese Überprüfung findet überwiegend in zwei Bereichen der Großhirnrinde statt. Wir spüren den Schmerz und empfinden ihn als störend und lästig.

Weitere Hirnaktivitäten folgen: Der motorische Cortex sorgt dafür, dass ein Fluchtreflex ausgelöst wird oder dass wir uns aufgrund des Schmerzes in Schonhaltung begeben. Wiederholt sich ein bestimmter Schmerz, entwickelt sich mit der Zeit ein Schmerzgedächtnis, welches zu chronischen Schmerzen führen kann — selbst winzige Reize können dann von Betroffenen als extrem belastend empfunden werden. Da Schmerzpatienten in ihrer Verzweiflung manchmal zu höheren Dosierungen neigen, gehören chronische Schmerzen in die Hände eines Facharztes. Eine Dosiserhöhung ist in keinem Fall eine Option.

Wie arbeiten Schmerzmittel?

Zunächst muss man wissen, dass Schmerzmedikamente vollkommen unabhängig von Alter und Gewicht wirken. Die Galenik und Zusammensetzung des Schmerzmittels entscheidet letztlich auch über die Bioverfügbarkeit (wie schnell und in welcher Menge der Wirkstoff zur Schmerzgegend gelangt). Arzneimittel, wo der Wirkstoff bereits in gelöster Form dem Körper vorliegt oder in Verbindung mit einem Wirkbeschleuniger wie der natürlichen Aminosäure Lysin bewirken einen schnelleren Wirkeintritt.

Was bedeutet rezeptfrei?

Rezeptfreie Arzneimittel sind ohne ärztliche Verordnung in Apotheken erhältlich. Durch pharmazeutisch ausgebildetes Personal erhalten Sie hier kompetente und sachkundige Beratung. Informationen zur korrekten Dosierung und Tageshöchstmengen, sowie bekannte Wechsel- und Nebenwirkungen finden Sie des Weiteren im Medikamentenbeipackzettel. Dennoch sollten Sie beim nächsten Arztbesuch von der Einnahme des Analgetikums berichten.

Analgetika, also schmerzstillende Mittel, werden in bestimmte Gruppen unterteilt. Hierzu zählen unter anderem die Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Sie gehören zu der größten Gruppe rezeptfreier Mittel. Früher wurden diese Wirkstoffe vorrangig bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Heute helfen sie beispielsweise Kopfschmerzen oder Menstruationsbeschwerden erträglicher zu machen. Von den sogenannten NSAR existieren verschiedene Darreichungsformen. Abhängig von Stärke, Packungsgröße und Anwendungsgebiet sind diese zum Teil auch verschreibungspflichtig.
Für die Akutversorgung ohne Rezept sind zum Beispiel folgende Wirkstoffe in der Apotheke erhältlich:

Was sind rezeptpflichtige Schmerzmittel

Die Einnahme von schmerzstillenden Mitteln wird von einem Arzt verordnet. Der Patient erhält die ärztliche Verordnung in Form eines Rezepts. Das Rezept reicht der Kunde in der Apotheke ein, die das verordnete Medikament aushändigt.

Über das Rezept:
Das Rezept selbst gibt Auskunft über die Daten des Betroffenen. Eine Verordnung vom Haus- oder Facharzt erfolgt im Normalfall bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkasse auf einem rötlichen Rezeptformular. Privatrezepte gibt es auf blauem Rezeptvordruck oder weißen Privatrezeptvordrucken. Betäubungsmittel werden auf gelben speziellen Rezeptformularen verordnet.

Wann sind rezeptfreie Schmerzmittel angebracht?

Apothekenpflichtige Analgetika sind angebracht, wenn die Ursache der Beschwerden klar definiert ist und der Betroffene verantwortungsbewusst damit umzugehen weiß. Kurzfristig lassen sich zum Beispiel vorrübergehende Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen sowie Unterleibskrämpfe während der Menstruation mit einem sorgfältig ausgewählten, apothekenpflichtigen Mittel gegen Schmerzen gut behandeln. Auch Zahnschmerzen oder Erkältungserscheinungen wie zum Beispiel Schluckbeschwerden sowie Fieber erfahren durch apothekenpflichtige Analgetika die erhoffte, kurzzeitige Linderung.

Welches Schmerzmittel für Kopfschmerzen und Co.?

Schmerzen sind oft schwer in Worte zu fassen, da sie gerne in unterschiedlichen Ausprägungen auftauchen. Auch ist das allgemeine Schmerzempfinden von Mensch zu Mensch verschieden.

Wer tatsächlich annimmt, dass die Top Vier unter den rezeptfreien Schmerzmitteln Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac gegen alle Schmerzzustände gleichermaßen gut wirken, darf sich nun wundern. Denn oft spielen tatsächliche, persönliche Eindrücke bei der Wahl des frei verkäuflichen Schmerzmittels eine sehr große Rolle. Übersehen wird dabei, dass es aus einem gewichtigen Grund verschiedene Wirkstoffe gibt.

  • Schmerzende Glieder und fiebrige Phasen aufgrund eines Infekts liegen im Feld von Paracetamol.
  • Sportverletzungen lassen sich zuverlässig mit Diclofenac oder Ibuprofen behandeln.
  • Bei (Spannungs-) Kopfschmerzen greift häufig Acetylsalicylsäure am vorteilhaftesten.

Welches ist das stärkste rezeptfreie Schmerzmittel?

Zu den stärksten apothekenpflichtigen Analgetika zählen zum Beispiel Mittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen 400 mg und Diclofenac 25 mg. Bitte stets darauf achten, dass die in der Packungsbeilage angegebene Tagesdosis nicht überschritten wird! Ein starkes Analgetikum in hohen Dosen greift auf Dauer die inneren Organe an. Während der Einnahme des Medikaments sollten zu Ihrer eigenen Sicherheit regelmäßig Blutwerte erhoben werden. Die Zufuhr von unterschiedlichen Medikamenten führt manchmal zu unerwünschten Wechselwirkungen. Bringen Sie zum Arztbesuch Ihre bisherigen Medikamente mit.

Das sollten Sie wissen

Auch wenn es vielleicht den Anschein macht: Nicht alle in der Packungsbeilage angegebenen Wechsel- und Nebenwirkungen von Analgetika treten mit Bestimmtheit auf. Dennoch müssen etwaige zusätzliche Wirkung in der Beschreibung aufgeführt werden. Als häufige bzw. sehr häufige Nebenwirkungen von Analgetika werden zum Beispiel Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen beschrieben.

Ohne ärztlichen Rat sollten apothekenpflichtige sowie rezeptpflichtige Analgetika weder weitergegeben noch unbedacht konsumiert werden. Bitte bewahren Sie alle Analgetika fern von Kindern und Haustieren auf und sprechen Sie erst mit Ihrem Hausarzt, bevor Sie eigenmächtig die Dosis des Analgetikums erhöhen.

Bitte beachten Sie

Schmerzmittel, egal ob verschreibungspflichtig oder nicht, dürfen niemals und schon gar nicht ohne Anweisung des Arztes, in hohen Dosen über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen werden.

Welche Schmerzmittel sind rezeptfrei?

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Wie jedes Medikament sind auch Analgetika in Tropfen-, Tabletten-, Zäpfchen oder Saft-Form mit Nebenwirkungen (siehe Beipackzettel) behaftet. Seien Sie sich bitte immer im Klaren, dass rezeptfreie Schmerzmittel nur für den akuten Zustand bestimmt sind.

Chronische Beschwerden bedarf einer anderen, speziell auf den Betroffenen abgestimmten Schmerzbehandlung. Diese kann zum Beispiel bei Muskel- und Gelenkbezug aus einer Kombination aus Analgetika, Physiotherapie und manueller Schmerztherapie bestehen. Wirkstoffe wie Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac wirken zusätzlich entzündungshemmend und lindern leichte bis starke Schmerzen. Ihre Wirkung hängt im Wesentlichen vom jeweiligen Wirkstoff beziehungsweise von der Wirkstoffkombination, sowie von der Einnahmemenge ab. Die Dosierung legt der Arzt fest. Im Rahmen der Selbstmedikation sind die Angaben zur Maximaldosierung unbedingt zu beachten.

Auch rezeptfreie Medikamente Belasten mehr oder weniger den Magen-Darm-Trakt. Dies kann man verringern, indem man das Analgetikum zu oder nach einer Mahlzeit einnimmt. Halten die Schmerzen länger als drei Tage an, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden. Manchmal muss einfach nur ein kontrollierter Medikamentenwechsel stattfinden, um das gesundheitliche Problem achtsam und nachhaltig in den Griff zu bekommen.

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Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen.

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2 Kommentare

  1. Christel sagt:

    Ich suche rezeptfreie Schmerzzäpfchen.

    • mycare.de sagt:

      Hallo liebe Christel,

      dankesehr für Ihre Frage. Rezeptfrei können wir Ihnen Paracetamol-Zäpfchen oder die Zäpfchen von Nurofen anbieten. Bitte achten Sie hierbei auf die richtige Stärke und Dosierung! Dies richtet sich nach dem Alter des Anwenders (Säugling, Kleinkind, Kind, Jugendlicher, Erwachsener.) Wie für alle Schmerzmittel gilt auch hier, dass ohne ärztlichen Rat das Schmerzmittel nicht länger als 3-4 Tage angewendet werden soll!

      Bei weiteren Beratungswünschen oder Fragen helfen Ihnen unsere pharmazeutischen Mitarbeiter sehr gern weiter:

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