Wie behandelt man Kopfläuse bei Kindern?

Oft werden Läuse und Nissen durch Zufall entdeckt. Bei Klein- und Schulkindern fällt der Befall durch stetes Kratzen am Kopf auf. Auslöser ist ein starker Juckreiz, der durch die Bisse bzw. den Speichel der Tiere freigesetzt wird. Längerer Befall der Kopfhaut führt zu teils blutigen Kratzspuren. Wir verraten Ihnen wie Sie Kopfläuse bei Ihrem Kind frühzeitig erkennen und richtig behandeln.

Wie behandelt man Kopfläuse bei Kindern?

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Was sind Läuse? Und zu was sagen wir Nissen? Man bringt beide Worte wohl in einen engen Zusammenhang. Jedoch gibt es Unterschiede. Bei Ersterem handelt es sich um winzige Parasiten. Die blutsaugenden Tiere halten sich gerne auf der Kopfhaut von Menschen auf. Dort finden sie Ihr Futter in Form von menschlichem Blut. Der Biss einer Laus bleibt meist unbemerkt, bis sich ein übler Juckreiz breit macht. Die kleinen „Vampire“ sind etwa 1 bis 4 Millimeter groß. Ihre Zeichnung reicht von hell-grau bis rot-braun. Ihr Körper ist länglich und sie bewegen sich auf sechs Beinen fort.
Nissen werden die Eier oder Eihüllen der Kopflaus genannt. Mit einer Größe von 0,8 Millimeter gleichen diese in etwa einem Sandkorn. Ihre Farbgebung ist tansparent bis braun, selten auch grau-weiß. Sie erscheinen in ovaler Form. Die Larvenheißen auch „Nymphe“.

Wer überträgt Kopfläuse?

Erwachsene wie auch Kinder können die kleinen Parasiten übertragen. Je mehr Menschen in einem engen Raum aufeinander treffen, je höher ist die Ansteckungsgefahr. Gerade in Schulen und Kindergärten häufen sich jährlich die Befälle. Ist ein Kind im Kindergarten oder in der Schule befallen, ist die Gefahr einer Ausbreitung hoch. Treten ein oder mehrere Fälle von Kopflausbefall auf, müssen alle Eltern der Gruppe darüber informiert werden. Gegen akuten Kopflausbefall helfen nur die richtige Behandlung und eine gute Hygiene bei allen Kindern der Gruppe.
Der Hautkontakt bei Kindern während des Spielens ist sehr eng. Das gleiche gilt für Kopf und Haare. Läuse und deren Eier können nicht springen. Dies bedeutet, dass nur ein echter Kontakt zur Übertragung führen kann. Die winzigen Blutsauger vertragen lange Durststrecken gar nicht gut. Sie brauchen alle paar Stunden neues Blut. Aus diesem Grund ist eine Ansteckung über Gegenstände, wie zum Beispiel Spielzeug, nur bedingt zu befürchten.

Übrigens: Haustiere werden weder von Kopfläusen befallen, noch sind sie Überträger. Diese Tierchen sind just auf die menschliche Kopfhaut fixiert und können mit Haut und Fell des Hundes nichts anfangen.

Wo legen Läuse ihre Nissen ab?

Das Weibchen ist trächtig. Es belegt seine Eier mit einem starken Klebstoff. Weiter heftet es nun seine Brut in Kopfhautnähe seitlich an den Haarschaft. Dort können sich die Nachkömmlinge gut und geschützt entwickeln. Noch fallen sie dem bloßen Auge kaum auf. Nur bei genauer Betrachtung der Haare mit einer Lupe geben sich die Eier der Laus zu erkennen. Nach einigen Tagen schlüpft die Brut. Ist das Larven-Stadium erreicht, werden die Weibchen bald darauf geschlechtsreif und beginnen, wie ihre Mutter, Eier zu legen. Haarfarbe und Style sind den Parasiten recht egal.

Wie Läuse und Nissen behandeln?

Der richtige Zeitpunkt für die Behandlung ist sehr wichtig. Auch das Einhalten der einzelnen Behandlungsschritte spielt eine große Rolle. Die Tierchen verschwinden auch mit der richtigen Behandlung nicht gleich über Nacht. Eine Wiederholung der Maßnahme ist je nach Präparat fast immer zu empfehlen, da beim ersten Spülvorgang meist noch einzelne Tiere überleben. Um einen Befall feststellen zu können, bedarf es einem speziellen Läusekamm. Sicher tut es auch ein normaler Kamm. Jedoch ist dieser nicht so genau. Leicht können hier Eier, Larven und Läuse durch den Kamm rutschen und übersehen werden. Haben Sie die Tierchen bzw. deren Eier ausfindig gemacht, gehen sie bitte wie folgt vor:

Wie behandelt man Kopfläuse bei Kindern?

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1. Besorgen Sie als Eltern ein gutes Mittel gegen Läusebefall aus der Apotheke.

2. Sorgen Sie zugleich für ein nasses Auskämmen der Haare mit einem Spezial-Kamm. (ebenfalls erhältlich in Ihrer Apotheke)
Nach in der Regel acht bis zehn Tagen darf der Vorgang wiederholt werden (je nach Packungsbeilage). Kämmen Sie dabei die Haare des Kindes regelmäßig durch. Dies verlangt von dem Kind viel Geduld. Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht in die Augen des Kindes gelangt. Auch sollte die Pflege keine allzu aggressiven Wirkstoffe enthalten.

Dies gilt es zu beachten:

  • Waschen Sie das Mittel nicht zu früh aus. Es muss wirken. Beachten Sie die Packungsbeilage oder befolgen Sie den Rat des Arztes und Apothekers.
  • Auch die Auftragsmenge sollte weder über-, noch unterschritten werden, sonst wirkt das Mittel nicht.
  • Bitte kein Handtuch nach der Behandlung aufsetzen. Das Mittel kriecht ins Handtuch, die Kopfhaut bekommt zu wenig davon ab.
  • Gleichmäßiges Verteilen des Medikaments auf der Kopfhaut ist für den Behandlungserfolg von hoher Bedeutung.
  • Das Haar sollte vor dem Auftragen des Läuse-Shampoos feucht, aber nicht zu nass sein.

Was tun mit Bettwäsche und Co.?

Die Blutsauger brauchen das menschliche Blut, um überleben zu können. Auch lieben es diese Tierchen warm. Eine Laus fühlt sich bei einer Wärme über 24 Grad Celsius wohl. Ist sie gezwungen ihren Wirt zu verlassen, kämpft sie alsbald mit dem Tod. Dies sagt, dass die Chance fern von Wärme und Mensch zu überleben konstant sinkt. Trotzdem ist es wichtig Bettwäsche, Mützen, Kämme und Haarbürsten zu reinigen. Dies gilt der reinen Vorsicht, muss jedoch nicht übertrieben werden. Objekte, die im engen Kontakt zum Kind stehen sollten mit Wasser (60 Grad Celsius) und Bürste bearbeitet werden. Auf diese Weise entkommt auch kein eingeklemmtes Tier. Textilien wie zum Beispiel Bettwäsche, Schlafanzug und Unterwäsche dürfen gerne bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Das gleiche gilt für Kuscheltiere.

Tipp: Auch Minustemperaturen machen die Übeltäter unschädlich. Bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius (zum Beispiel im Gefrierschrank) sterben verirrte Läuse innerhalb der nächsten zwei Tage. Aber auch bei Zimmertemperatur halten die kleinen Biester es in der Regel nie länger als drei Tage ohne Fressen aus. Die Behandlung des Kinderschopfes ist jedoch zeitgleich erforderlich.

Welche Hausmittel?

Sicher gibt es auch natürliche Mittel gegen die Plage. Jedoch müssen wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese Mittel, wenn überhaupt, nur in abgeschwächter Form wirken oder auch die Kopfhaut reizen können. Manchmal werden Teebaumöl (Öl ins Shampoo mischen) und Essig verwendet. Auch der Griff zum heißen Fön ist beliebt. Jedoch können diese Naturmittel die Läuse nicht stoppen, sondern nur in ihrer Fortbewegung hemmen. Die Tierchen kommen nur langsam voran. Sie können dadurch besser erfasst und ausgekämmt werden.
Die Kopfhaut einer extremen Hitze auszusetzen, ist keine gute Idee. Mag sein, dass einige Tierchen an Überhitzung sterben. Jedoch schadet der Hitzeschock letztlich der Kopfhaut mehr als den Läusen.

Wann zum Arzt?

Bei normalem Verlauf reicht eine selbst durchgeführte Behandlung mit entsprechenden Mitteln aus. Dennoch sollte man gerade bei Kleinkindern und Schwangeren stets besondere Vorsicht walten lassen und Rücksprache mit dem Arzt halten. Aufgekratzte und blutige Stellen gehören eventuell auch in die Behandlung eines Arztes. Beim Auftreten von starken Reaktionen mit oder ohne Fieber sollte ein Mediziner kontaktiert werden. Besteht eine Allergie gegen bestimmte chemische Inhaltsstoffe eines Mittels, muss auch dies mit dem Arzt besprochen werden.

Kopfläuse sind in der Regel sehr gut behandelbar. Für weitere Informationen zu dem Thema „Kopflausbefall“ sprechen Sie uns bitte an. Wir sind für Sie da und beraten Sie gerne.

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