Wintersport in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft bedeutet nicht nur Freude, sondern auch Sorgen. Die werdenden Eltern wollen kein Risiko eingehen und sind häufig verunsichert. Ist Skifahren in der Schwangerschaft gefährlich und welche Risiken können reduziert werden?

Foto: Halfpoint / shutterstock.com

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Schwanger in den Winterurlaub? Hat der betreuende Arzt keine Bedenken, ist ein Winterurlaub grundsätzlich eine gute Idee. Anstrengende Ausflüge sollten jedoch unterbleiben. Was genau anstrengend ist, liegt an der Belastbarkeit der Schwangeren. Sportliche Frauen haben kaum Probleme mit ausgedehnten Wanderungen oder leichten Klettertouren. Vorsicht geboten ist aber bei Ausflügen über 1800 Meter, denn hier sinkt der Sauerstoffanteil der Luft. Das belastet die Schwangere und ist ungesund fürs Kind. Die Temperaturen hingegen sind fürs Kind kaum problematisch. Der Organismus der werdenden Mutter sorgt mit einer verstärkten Durchblutung dafür, dass das Baby keinen Schaden nimmt. Stark frieren oder schwitzen sollte die Schwangere allerdings nicht.

Wintersport in der Schwangerschaft

Sportliche Schwangere überstehen die Geburt leichter und erholen sich anschließend schneller, was auch dem Baby zugutekommt. Für ehrgeizige Leistungen ist die Schwangerschaft aber die falsche Lebensphase. Die Voraussetzungen für den Wintersport in der Schwangerschaft sind zunächst:

• Einverständnis des Arztes
• keine neuen Sportarten beginnen
• zuverlässige Begleitung oder erreichbare Hilfe
• nur unterhalb von 1800 Metern

Die Einschätzung des Arztes ist für die Schwangere nicht bindend. Sie ist die, die selbst entscheiden muss. Der betreuende Arzt wird aber aufgrund seiner Fachkenntnis in der Lage sein, das Risiko zu kalkulieren und eine Empfehlung auszusprechen. Bei einer gesunden Schwangeren muss er außerdem berücksichtigen, um welchen Sport es geht und ob die werdende Mutter eine erfahrene Sportlerin ist. Abzuraten ist in jedem Fall davon, während der Schwangerschaft mit dem Wintersport als Anfänger zu beginnen. Das Verletzungsrisiko ist dann zu hoch.

Risiken für Schwangere im Wintersport

Im letzten Drittel der Schwangerschaft bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Die Belastbarkeit von Bändern und Sehnen ist nicht mehr so hoch wie zu Beginn. Dadurch steigt das Verletzungsrisiko. Risikofaktoren beim Skifahren oder Snowboarden:

• Puls über 130
• Überhitzen durch falsche Kleidung
• Auskühlen durch falsche Kleidung
• Buckelpisten
• Überanstrengung
• keine schnell erreichbare Hilfe
• volle Pisten mit Kollisionsgefahr

Der Puls kann mit einem Pulsmesser überprüft werden. Multifunktionskleidung sollte natürlich gut sitzen. Schwangere müssen sich daher vor dem Skiurlaub häufig neu einkleiden. Buckelpisten belasten selbst bei routinierten Fahrerinnen das ungeborene Kind. Auch harte Pisten sind weniger geeignet. Schwangere mit wenig Routine oder hoher Sturzwahrscheinlichkeit sollten auf den Wintersport verzichten und nicht unnötige Risiken eingehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das ungeborene Kind einer gesunden und sportlichen Schwangeren bei einem leichten Sturz Schaden nimmt, ist gering.

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