Woran erkennt man eine Glutenunverträglichkeit?

Glutenunverträglichkeit hat viele Gesichter. Typische Symptome sind Durchfall und Blähungen, doch diese können auch völlig ausbleiben. Erfahren Sie, welche Symptome für eine Glutenunverträglichkeit sprechen, wie eine Zöliakie diagnostiziert wird und wie sie behandelt werden kann.

Glutenunverträglichkeit

Foto: Robert Kneschke / shutterstock.com

Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Auslöser ist das Gluten, das Klebeeiweiß, das in vielen Getreidesorten enthalten ist. Das Gluten verursacht eine Entzündung des Dünndarms und es kommt zu den klassischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Nährstoffmangel und Abgeschlagenheit. Aber auch Schlaflosigkeit, Müdigkeit und sogar Unfruchtbarkeit gehören zu den Krankheitsbildern der Zöliakie. Zwei identische Krankheitsfälle treten nur selten auf. Glutenunverträglichkeit hat viele Gesichter, was die Diagnose oft erschwert. Ein vorläufiger Selbsttest, in Form eines Bluttests, kann bei Verdacht zu Hause durchgeführt werden. Da dieser jedoch nur die Zöliakie-typischen Antikörper nachweisen und dadurch einen Hinweis auf Zöliakie geben kann, ist die genaue Diagnose letztendlich nur durch den Facharzt möglich. Dieser führt neben einem Bluttest auch eine Dünndarmbiopsie durch. Wenn keine Glutenunverträglichkeit vorliegt, kann es sich z.B. auch um eine Weizensensitivität handeln, bei der ganz ähnliche Symptome auftreten.

Was muss ich jetzt beachten?

Wenn die Diagnose Zöliakie gesichert ist, gibt es nur einen Weg zur Besserung Ihrer Symptome: Sie müssen die Ernährung umstellen. Denn schon geringe Mengen von Gluten können die Symptome auslösen. Auf Genuss und ausgewogene Ernährung müssen Sie trotzdem nicht verzichten. Meiden sollten Sie alle Produkte, in denen Gluten enthalten ist. Das sind im Wesentlichen alle Getreideprodukte, in denen Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste enthalten sind. Auch in vielen Fertiggerichten findet sich Gluten, zum Beispiel in Soßen und Suppen, Wurst, Ketchup und Senf. Ebenso in Süßspeisen wie Pudding, Schokolade, Fruchtjoghurt kann Gluten enthalten sein. Hier sollten Sie die Zutatenliste genau studieren. Glutenfreie Produkte sind mit dem „Glutenfrei-Siegel“ der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) gekennzeichnet.

Wie ernähre ich mich ausgewogen?

Zahlreiche Produkte sind von Natur aus glutenfrei. Dazu zählen:

  • Amaranth, Hirse, Quinoa
  • Kastanien und Kastanienmehl
  • Hülsenfrüchte und Mehle aus Hülsenfrüchten, zum Beispiel Kichererbsenmehl
  • Nussmehle wie Kokosmehl oder Mandelmehl
  • Kerne wie Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne

Wenn Sie sich entscheiden, selbst Brot zu backen, kann es für den besseren Zusammenhalt der Masse hilfreich sein, einer Menge von 500 g glutenfreiem Mehl 20 g Flohsamenschalen und insgesamt 100 ml Wasser zuzufügen, neben etwas Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl.
Für eine ausgewogene Ernährung sollten Sie viel Gemüse und Obst essen, die ebenfalls kein Gluten enthalten. Zwei- bis dreimal pro Woche stehen Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan. Für die Versorgung mit Kalzium können Sie u.a. zu fettarmen Milchprodukten greifen. Wenn Sie sich vegetarisch ernähren, können Sie mit unverarbeitetem Tofu, Tempeh und Lupinen kochen. Mineralwasser und grünes Gemüse decken den Kalziumbedarf bei vegetarischer Ernährung. Grundsätzlich sollten Sie möglichst frisch kochen – so vermeiden Sie verstecktes Gluten. Nahrungsergänzungsmittel sind meist nur in den ersten Wochen der Nahrungsumstellung erforderlich. Defizite können zum Beispiel bei Eisen, Kalzium, Vitamin B12 oder Vitamin D bestehen. In diesem Fall sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater darüber, welche Supplemente sinnvoll sind.

Passende Produkte zu diesem Thema:

Flohsamenschalen Aurica
Quellmittel bei Verstopfung.

Veroval Selbsttest Gluten-Intoleranz
Schnelltest zum Nachweis von Zöliakie.

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