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Wie stellt man HIV fest?

Die Ära des HI-Virus begann in Zentralafrika, und zwar schon viel früher als vermutet. Dies jedenfalls schließen Forscher aus einer Genanalyse. Diese Analyse bezog sich auf zwei der ältesten Erreger-Proben, datiert auf die Jahre 1959 und 1960. Michael Worobey und sein Team stießen zudem auf  in Paraffin eingelegte Gewebsstücke einer HIV-infizierten Frau. Diese ließen sich den Jahren 1958 bis 1960 zuordnen. Dennoch, erst in den 80iger Jahren, wurde HIV und Aids zum weltweiten Thema. Weitere Jahrzehnte verbrachte die Forschung mit der Suche nach wirksamen Medikamenten, die das HI-Virus stoppen sollten.

Aber wer ist überhaupt infiziert? Gewissheit konnte jahrelang nur eine ärztlich durchgeführte Blutanalyse erbringen. Inzwischen gibt es den HIV-Selbsttest für Zuhause. Informieren Sie sich hier, was HIV genau ist und erfahren Sie mehr über den HIV-Selbsttest. Mehr lesen »

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Wissenswertes

Wie entstand HIV?

Man nimmt an, dass es sich bei dem HI-Virus wohl um einen Erreger handelt, der seinen ursprünglichen Wirtsorganismus bei Affen fand. Dieser siedelte durch Mutation und Anpassung später auf den Menschen über. Man geht davon aus, dass die Übertragung des HI-Virus bei der Jagd oder bei rituellen Handlungen ihren Anfang nahm.

Wie auch der Mensch hat sich ebenfalls der Virus über die Jahre weiter entwickelt. Er änderte seine Form sowie seine Fähigkeit eine Krankheit hervorzurufen.

Zunächst dachte man, dass der Virus nur bestimmte Personengruppen, vorzugsweise homosexuell orientierte Menschen, befallen könnte. Der Mythos von der „Schwulenseuche“ war geboren. Dieser Verdacht stellte sich wenig später als Irrtum heraus. Aids kann jedes Geschlecht von Jung bis Alt betreffen. Die Übertragungswege sind überschaubar, die sexuelle Orientierung erwartungsgemäß völlig unbedeutend.


 

Wie verhält sich der HI-Virus?

Bei dem HI-Virus handelt es sich um einen Retrovirus. Er zwingt der Wirtzelle sein Erbgut auf und bringt sie dazu, es zu vermehren. Der Virus greift verschiedene Körperzellen an. Darunter befinden sich auch wichtige Zellen des Immunsystems wie zum Beispiel die T-Helferzellen und die Fresszellen. Der Angriff des Virus bewirkt, dass die T-Helferzellen absterben. Bei unzureichender Versorgung der Infektion verringert sich die Zahl der T-Helferzellen. Die Krankheit Aids bricht aus.



Was ist der Unterschied zwischen HIV und Aids?

HIV wird oft mit AIDS gleichgesetzt. Dennoch unterscheiden sich beide Begriffe in einem wichtigen Detail. Mit HIV "Humanes-Immundefizienz-Virus" ist der Erreger selbst gemeint. AIDS "Acquired immunodefiency syndrome" bzw. "erworbenes Immundefektsyndrom" bezeichnet die Krankheit, die durch den HI-Virus ausbrechen kann. Wer sich mit dem Virus infiziert, kann noch Jahre symptomlos bleiben. So können problemlos mehrere Jahre vergehen, ehe die Krankheit Aids überhaupt ausbricht.


Wie wird HIV übertragen?

Wie kann man sich mit HIV anstecken?

Die Zahl der Aids-Neuinfektionen stieg zunächst drastisch an. Die Gerüchteküche kochte. In einschlägigen Boulevard-Magazinen sprach man sogar kurz über die Möglichkeit einer Übertragung mittels Husten oder Niesen. Als das Wissen über HIV wuchs, ebbte die Panikwelle langsam ab. Nun wusste man, wie man sich verhalten musste, um gesund zu bleiben.

Die Ansteckung mit dem HI-Virus findet über Körpersäfte statt. Dazu gehören Blut, Spermien und vaginale Sekretionen. Eine Direktübertragung kann auch über verunreinigte Spritzen oder belastete Blutkonserven erfolgen. Entscheidend ist, dass infektiöse Körpersäfte den Blutkreislauf erreichen, beispielsweise über offene Wunden. Als relativ unwahrscheinlich gilt die Übertragung von HIV über Speichel. Wechselnde Partnerschaften erhöhen hingegen das Risiko, an AIDS zu erkranken.

Früher, als man auf den Virus kaum vorbereitet war, fand der HI-Virus seinen Wirt auch über Bluttransfusionen. Niemand kam auf die Idee, Blutkonserven auf HI-Viren zu überprüfen. Grund für die Transfusionen waren zum Beispiel Unfälle, bei denen Fremdblut zugeführt werden musste. Auch Menschen mit hoher Blutungsneigung fielen dem Virus zum Opfer.

Heutzutage ist die Chance, aufgrund einer Bluttransfusion an Aids zu erkranken äußerst gering. Eine große Gefahr geht jedoch mit Drogenkonsum über Spritzen einher.


 

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Die gute Nachricht: Wer sich an die Schutzmaßnahmen hält, trifft die für ihn beste Prophylaxe. Eine Ansteckung mit HIV über Händeschütteln, Umarmungen und Küssen ist ausgeschlossen. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass man sich durch den gemeinsamen Gebrauch von Handtüchern und Bettwäsche mit dem gefährlichen Virus infizieren kann. Hier läuft die Gefahr einer Infektion ebenfalls gegen Null.

Leichtsinn und Unachtsamkeit sollten jedoch in allen Lebensbereichen vermieden werden. Die Wahrscheinlichkeit sich über eine blutende Wunde eines Verletzten mit HIV zu infizieren ist relativ gering, aber dennoch möglich. Nämlich genau dann, wenn man ohne Handschuhe agiert und selbst eine offene Wunde zu beklagen hat. Die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen sollte definitiv gegeben sein, denn nur so kann man sich gut gegen Aids schützen. Übrigens: Außerhalb des Körpers überleben HI-Viren nur sehr kurz.

Wie kann man sich vor dem HI-Virus schützen?

Einen gewisses Maß an Schutz erreichen Sie mit der Verwendung von Kondomen und der Nutzung von Handschuhen, wenn Sie Ihnen unbekannte Menschen mit Verletzungen versorgen.

Bis es Impfungen zur Vorbeugung einer etwaigen HIV-Infektion oder Arznei zur Heilung von Aids gibt, wird noch eine ganze Weile vergehen. Jedoch existieren bereits jetzt gute Medikamente, welche den Ausbruch der Krankheit hinauszögern können und das Leben mit HIV für Betroffene erträglicher machen.


HIV Test

Ab wann ist HIV nachweisbar?

Anzuraten ist ein Labortest frühestens sechs Wochen nach der Risikosituation. In dem Labortest können Antigene sowie Antikörper gegen HIV nachgewiesen werden. Nach sechs Wochen kann der Test zuverlässig eine HIV-Infektion ausschließen.

Eine weitere Möglichkeit, sich auf eine mögliche Ansteckung testen zu lassen, ist der HIV-Selbsttest. Der Abstand zum etwaigen Ansteckungstag beträgt hier drei Monate. Diese Schnelltests verzichten auf den Nachweis von Antigenen und testen nur auf Antikörper. Der Grund ist: Bei manchen Patienten müssen tatsächlich bis zu drei Monate vergehen, bis ein positives Resultat belegbar ist.

Wie funktioniert der HIV-Heimtest?

Ein HIV-Test ist eine sehr persönliche Sache. Der Gang zum Arzt fällt den meisten Betroffenen schwer. Hier kann ein HIV-Heimtest helfen. Dieser lässt sich in aller Ruhe zu Hause durchführen und liefert ein ebenso gutes Ergebnis wie ein Test beim Gesundheitsamt.

Die schnelle und risikolose Methode umfasst einen kleinen Bluttest. Die Testapparatur ist auf die Erkennung der Antikörper gegen den Virus ausgerichtet. Hierzu muss der Betroffene etwas Blut aus der Fingerkuppe in das Testgerät abgeben. Je nach Test kann bereits nach wenigen Minuten das Ergebnis abgelesen werden. Die Genauigkeit der Heimtests liegt bei ca.99%. Bitte beachten: Ein Test ist kein zweites Mal verwendbar.

Wann sollte man einen HIV Test machen?

Der HIV-Test hilft, die Ansteckung rechtzeitig zu erkennen und ihr mit wirksamen Mitteln entgegenzusteuern. Menschen mit wechselnden Geschlechtspartnern sollten sich zu ihrer eigenen Sicherheit von Zeit zu Zeit testen lassen. Generell kann bei begründeter Unsicherheit ein solcher Test durchgeführt werden. Je früher erkannt, desto größer ist die Chance, den Virus in seinem Tun zu stören.

Mit Hilfe eines Labortests kann man sich frühestens 6 Wochen nach einer möglichen Infektion testen lassen. Durchgeführt wird dieser Test zum Beispiel anonym beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt. Als Alternative gibt es inzwischen HIV-Selbsttests. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Freigabe des HIV-Tests für den Heimbedarf erfolgte bereits 2016. Die endgültige Freigabe für Deutschland wurde jedoch er Jahre später vom Bundesrat beschlossen. In einigen anderen Ländern konnten HIV-Selbsttest schon länger erworben werden. Der Vorteil dieser Test ist, dass man sie bequem zu Hause durchführen kann. Jedoch sollten mindestens 12 Wochen nach der möglichen Infektion vergangen sein, bevor der Test gemacht wird.

Welche Vorteile hat der Heimtest im Vergleich zum gängigen Bluttest?

Bei der gängigen Vorgehensweise eines Bluttests beim Gesundheitsamt oder Arzt kommen indirekte Testverfahren in Frage. Um ganz sicher zu gehen, dass das Ergebnis auch stimmt, werden zwei Tests durchgeführt.

Der erste Test sucht das Blut nach Antikörpern gegen das HI-Virus ab. Können Antikörper festgestellt werden, gilt dieser Test als positiv.

Zur Bestätigung des positiven Testergebnisses wird ein zweiter Test als Untermauerung des Ersten gemacht. Hier geht es um die Feststellung von Antigenen des Virus im Blut. Endet auch dieser positiv, wird der Patient als HIV-positiv eingestuft. Das Ergebnis liegt in aller Regel in wenigen Tagen vor.

Eine einfachere und schnellere Lösung zur Untersuchung auf HIV ist der Schnelltest. Er dauert je nach Test nur wenige Minuten und das Ergebnis liegt sofort vor. Darüber hinaus sind Sie in diesem Moment für sich, im vertrauten Umfeld. Weiterhin können Sie sich unabhängig von Öffnungszeiten und Ihrem Alltag genau dann testen, wann Sie es möchten.


 

Wo ist der HIV-Selbsttest erhältlich?

Lange Zeit konnte der HIV-Antikörpertest ausschließlich beim Hausarzt oder im Gesundheitsamt durchgeführt werden. Auch bestimmte HIV-Anlaufstellen und Aidsberatungen boten die Durchführung des Tests an. Fiel ein Test dabei positiv aus, wurde der Betroffene anonym registriert. Mit dem neuen Selbsttest für zu Hause eröffnet sich die Möglichkeit im gewohnten Umfeld, ohne Arzt die Untersuchung durchzuführen.

Für wen ist der HIV-Selbsttest für zu Hause geeignet?

Der Selbsttest aus der Apotheke bringt schnelle Gewissheit. Er ist ein anonymer HIV-Test, der infizierten Menschen die Chance lässt, das Ergebnis zu verarbeiten, ohne dass gleich ein Arzt auf sie einspricht, schon im Vorfeld unangenehme Fragen zu Partnerschaft und Sexualität stellt.

Der Test dient jedoch nur als Anhaltspunkt. Ein positives Ergebnis sollte stets noch einmal vom behandelnden Arzt auf seine Richtigkeit überprüft werden. Der Selbsttest richtet sich an alle, die den Arztbesuch fürchten. Wenn Sie Fragen zum Umgang mit dem Heimtest haben, beraten wir Sie gerne diskret und einfühlsam.

Wie lange sollte man mit dem HIV Test warten?

Sicherlich fällt es anfangs schwer, sich auf einen HIV-Test einzulassen. Die Scham und die Angst sind groß und nachvollziehbar. Dennoch ist es wichtig, eine HIV-Infektion so schnell wie möglich aufzuspüren.

Vielleicht hilft es Betroffenen zu erfahren, dass sie mit einer frühen Behandlung fast wie ein gesunder Mensch leben und sogar mit eingedämmtem Virus alt werden können. Deshalb ist eine Früherkennung das A und O in der Aids-Bekämpfung.

Bedenkt man, dass wertvolle Zeit und kostbare Nerven durch langes Warten verloren gehen, erkennt man den Sinn eines frühzeitigen HIV-Schnelltests. Eine schnell eingeleitete Therapie schenkt Lebensfreude und zudem ein besseres Lebensgefühl trotz Erkrankung. Beratungsstellen bzw. die deutsche AIDS-Hilfe wissen Rat und klären Unentschlossene gerne achtsam und nachhaltig auf.

Was passiert wenn der Test HIV-positiv ist?

Diagnose HIV: Trauer, Wut und Fragen überkommen Menschen mit einem positiven HIV Test. Allzu verständlich, schließlich ist das positive Ergebnis ein harter Brocken, der erst einmal verdaut werden will. Wie soll es nun weitergehen? Der Traum von einer erfüllten Partnerschaft, nach Kindern und nach Sexualität scheint in weite Ferne zu rücken.

An dieser Stelle brauchen Patienten

  • ein verständnisvolles Umfeld
  • eine gute psychologische Beratung und
  • den Mut, nach vorne schauen zu können.

Tatsächlich ist ein positiver HIV-Test weder ein vernichtendes Urteil noch das Ende vom Leben. Ganz im Gegenteil, gute Medikamente und eine gesunde Ernährung können den Ausbruch der Krankheit AIDS sehr lange hinausschieben. Viele Betroffene leben fast unbeschwert mit dem Virus und dies über Jahre bzw. manchmal sogar über Jahrzehnte. Die Lebenserwartung einer HIV positiven Person ist heutzutage kaum geringer als die gesunder Menschen. Diese Erkenntnis schafft Vertrauen, Mut und Hoffnung.

Sind falsche Ergebnisse bei dem Selbsttest möglich?

Wie bei allen Testverfahren kann es auch beim Selbsttest für zu Hause zu Fehlern kommen. Diese beruhen über 90 Prozent auf falsche Bedienung oder unsachgemäßen Umgang mit dem Gerät. Vor dem Test: Reinigen Sie Ihre Hände. Achten Sie darauf, dass die Fläche um das Testgerät sauber ist. Beachten Sie bitte: Schlechte hygienische Bedingungen können das Testergebnis unter Umständen verfälschen. Der HIV-Heimtest ist ein Einmal-Test und nicht zur Wiederbenutzung bestimmt. Ein unklares Testergebnis spricht für eine Fehlbedienung oder einen Produktfehler. In diesem Fall wenden Sie sich bitte zeitnah an Ihre Apotheke oder Ihren Hausarzt.



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