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Wie entstehen Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen sind Schmerzen, die fast jeder im Laufe seines Lebens ein- oder mehrere Male kennengelernt hat. Sie können sich auf verschiedenste Art und Weise äußern. Am häufigsten vorkommend und typisch charakteristisch sind

  • pulsierende, pochende Schmerzen
  • verbunden mit zeitnaher Schwellung durch Entzündung und
  • physikalischer Schädigung eines Zahnes oder Zahnfleisch.

Manchmal klagen Betroffene auch über wechselnde Zahnschmerzen, die ohne erkennbaren Bezug zu einem bestimmten Mundbereich sind – dies ist ein atypischer Zahnschmerz. Erfahren Sie hier, was die Ursachen der schmerzenden Zähne sein und was Sie dagegen unternehmen können. Mehr lesen »

Frau mit Zahnschmerzen

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Welche Ursachen gibt es?

Karies

Das vollständige Gebiss eines Erwachsenen besteht aus 32 Zähnen. Jeder einzelne Zahn wird neben Blutgefäßen auch mit Nervenfasern aus dem Trigeminus-Nerv versorgt. Die Nervenfasern dringen durch Öffnungen im Kieferknochen in die Zahnwurzel ein und münden im Zahnmark. Ein sensibler Mantel aus Dentin und Zahnschmelz umhüllt das Zahnmark und schützt vor äußeren Einflüssen wie Wärme, Kälte und Speisereste. Besonders zuckerhaltige Lebensmittel setzen dem Zahnschmelz zu, aber auch Kohlenhydrate und Kohlensäure können ihn angreifen – alles, was das Milieu im Mund saurer macht. Der pH-Wert im Mund liegt normalerweise bei sechs bis sieben. Nimmt man zuckerhaltige Lebensmittel zu sich, sinkt er auf fünf bis vier ab – es herrscht nun ein saures Milieu. Nach dem Essen und Trinken neutralisiert der Speichel die Säure und remineralisiert den Zahnschmelz.

All das, was lange in der Mundhöhle bleibt, greift die Zähne aber besonders an. Hierzu zählen neben den klebrigen Klassikern wie Kaubonbons auch Kuchen und Kekse. Generell setzt es dem Zahnschmelz zu, wenn er immer wieder durch Säure angegriffen wird, Sie also über den Tag verteilt mehrmals naschen. Limonaden sind besonders reich an Zucker und sollten deshalb nicht regelmäßig getrunken werden. Auch Säfte aus Zitrusfrüchten können Karies fördern, da sie sehr viel Säure enthalten. Obwohl weder kalorien- noch zuckerhaltig, kann selbst Mineralwasser empfindliche Zähne angreifen: Schuld daran ist die Kohlensäure, welche dem Zahnschmelz schadet. Stärke aus Nudeln, Reis oder Kartoffeln erhöht die Säureproduktion in der Mundhöhle – das Kariesrisiko steigt. Bei dieser sogenannten Zahnfäule baut sich die Zahnsubstanz langsam ab, bis kleine Löcher im Zahn entstehen.

Die Behandlung von Karies ist nur dann selbst möglich, wenn sich bisher kein Loch gebildet hat. Um eine beginnende Karies aufzuhalten sowie vielen Problemen mit den Zähnen vorzubeugen, ist eine entsprechende Mundhygiene wichtig:
  • Nach jeder Hauptmahlzeit die Zähne putzen, am besten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta.
  • Alternativ den Mund mit Wasser (oder Mundspülung) ausspülen.
  • Zahnpflege- beziehungsweise Mundhygiene-Kaugummis kauen.
  • Nach dem Verzehr säurehaltiger Lebensmittel erst mindestens nach einer halben Stunde die Zähne putzen (Säure greift den Zahnschmelz an, welcher durch sofortiges Putzen abgetragen wird).
  • Zahnzwischenräume mit Zahnseide und speziellen Bürstchen säubern.
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt, am besten zweimal jährlich.
  • Zähne regelmäßig professionell reinigen lassen.

Außerdem können Sie zusätzlich auf eine zahngesunde Ernährung achten:
  • Nicht mehrmals über den Tag verteilt Süßigkeiten zu sich nehmen.
  • Nahrungsmittel verzehren, die den Zahnschmelz stärken: grüner Tee, Hülsenfrüchte, Fisch, Knoblauch.
  • Xylit anstatt Zucker verwenden: Der natürliche Zuckeraustauschstoff reduziert sogar das Kariesrisiko.

Ist bereits ein Loch im Zahn entstanden oder treten starke Zahnschmerzen auf, gehört die Behandlung allerdings in die Hände Ihres Zahnarztes. Unter anderem kann der Facharzt durch eine Bohrung die überschüssigen Bakterien an der betroffenen Stelle am Zahn entfernen. Das Loch wird anschließend mit einer Füllung verschlossen. Wenn bereits viel Zahnsubstanz verloren gegangen ist, kann die Form des Zahnes auch nachgebildet werden. Eventuell ist, wie auch bei der Zahnwurzelentzündung, eine Wurzelbehandlung nötig.

Zahnwurzelentzündung

Schmerzen und ein Druckgefühl im Bereich eines entzündeten Zahns können auf eine Zahnwurzelentzündung hindeuten. In vielen Fällen entsteht diese durch Karies, vor allem unbehandelte Karies. Aber auch ein schräg wachsender Weisheitszahn kann die Ursache sein, da dieser die Zahnwurzel der Nachbarzähne reizen kann. In allen Fällen wird bei dieser Erkrankung daher die Wurzel des Zahns angegriffen. Unbehandelt kann dies zu einem Absterben des betroffenen Zahns führen und die Entzündung kann sich weiter im Kiefer ausbreiten. Ebenso kann der Zahnnerv betroffen sein und schlimmstenfalls absterben. Auch, wenn Sie nur Schmerzen beim Beißen haben und noch keinen pochenden Dauerschmerz, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. Dies kann schon ein Hinweis auf eine beginnende Zahnwurzelentzündung sein. Ihr Zahnarzt kann Ihnen eine entsprechende Behandlungsmethode empfehlen. Eine Methode ist die Wurzelbehandlung oder Wurzelkanalbehandlung. Bei der Wurzelbehandlung wird das Innere des Zahns und auch teilweise des Wurzelkanals entfernt. Steriles Material wird danach in den Zahn hineingefüllt. Für die Wurzelkanalbehandlung wird eine lokale Betäubung eingesetzt, sofern der Zahn noch nicht abgestorben ist. Auch ein Zahn, der eigentlich gezogen werden müsste, kann so durch die Wurzelbehandlung erhalten bleiben. Da ein wurzelbehandelter Zahn durch die fehlende Durchblutung brüchig werden kann, ist oft eine Krone nötig. Alternativ ist manchmal das Ziehen des Zahns notwendig.

Parodontose

Parodontitis, im Volksmund auch Parodontose genannt, ist eine von Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zum Zahnverlust führt. Die Zerstörung des Knochen- und Bindegewebes ist letzten Endes das Resultat einer Immunreaktion auf den Bakterienangriff bei der Parodontose. Auch wenn eine genetische Veranlagung wahrscheinlich ist, wird eine Parodontitis durch mangelhafte Mundhygiene stark begünstigt.

Im Mund siedeln viele Bakterien, die im Normalfall harmlos sind. Als Plaque können einige Bakterienarten dem Organismus aber auch gefährlich werden, vor allem bei mangelnder Mundhygiene. Vom entzündeten Zahnfleischrand aus dringen die Bakterien bis zum Kieferknochen vor und zwingen unser Immunsystem, im Kampf gegen die Angreifer auch körpereigenes Gewebe zu zerstören. Die Zähne haben so keinen Halt mehr und fallen im schlimmsten aller Fälle aus. Des Weiteren wird Parodontitis mit verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Rechtzeitig behandelt, kann die Parodontose aufgehalten werden. Viele Krankenkassen bieten die Komplett- oder Teilübernahme einer Parodontitis-Behandlung an.

Neben der Hauptursache Zahnbelag gibt es auch noch andere unterstützende Faktoren für Parodontitis:
  • Durch Mundatmung kommt es zur Austrocknung der Schleimhäute.
  • Zähflüssiger Speichel hat eine schlechtere Reinigungswirkung.
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus können Parodontitis unterstützen.
  • Vererbte Faktoren.
  • Rauchen.

Es gibt verschiedene Formen der Parodontitis – Je nachdem, welche Form Sie betrifft, wird Sie Ihr Zahnarzt zu einer entsprechenden Behandlungsmethode beraten. Parodontitis lässt sich durch Ihren Zahnarzt behandeln und auch vorbeugen. Nach einer umfassenden professionellen Zahnreinigung richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad der Parodontose. Die Entfernung von Plaque und der Zahnbeläge innerhalb der entstandenen Zahnfleischtaschen verhindert eine weitere Ausbreitung der Bakterien. Ihr Zahnarzt hilft Ihnen ggf. mit weiteren Behandlungsmethoden. Durch eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen halten Sie Ihre Zähne sauber und beugen effektiv vor.

Zahnfleischentzündung

Schwellungen, Blutungen sowie Mundgeruch können auf eine Zahnfleischentzündung hindeuten. Ihr Zahnarzt kann Ihnen eine genaue Diagnose geben. Zur Behandlung reicht oftmals eine sorgfältige Mundhygiene – unbehandelt kann sich diese aber auch zu einer Parodontitis entwickeln und Zahnverlust verursachen.





Schmerzmittel bei starken Zahnschmerzen

Können Analgetika helfen?

Bei jeder Art von Zahnschmerzen ist die Einnahme von Zahnschmerztabletten nur als überbrückende Maßnahme gegen die akuten Beschwerden akzeptabel. Bestehende Karies, Wurzel- oder Zahnfleischentzündung können ohne zahnärztliche Behandlung nicht heilen. Um kurzfristig die unangenehmen Zahnschmerzen zu lindern, gibt es spezielle Präparate mit Wirkstoffen wie Ibuprofen und Propyphenazon. Alternativ kommen bei Unverträglichkeiten auch schmerzstillende Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Naproxen zum Einsatz. Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure haben blutverdünnende Eigenschaften. Falls bei Ihnen aufgrund des Zahnschmerzes chirurgische Eingriffe nötig sind, sollten Sie dies vor Einnahme einer Zahnschmerztablette beachten.

Als erste Maßnahme ist immer noch der altbekannte und bewährte Eisbeutel empfehlenswert. Kühlkompressen haben die gleiche Wirkung. Das Kühlen der schmerzenden Wange dämpft den Schmerz, indem der Blutfluss im entzündeten Gebiet gedrosselt wird. In Zeiten der Großeltern gehörten Nelkenknospen und -öl gegen Zahnschmerzen zu den Hausmitteln. Durch Einreiben des erkrankten Zahnes oder durch Kauen einer Nelkenknospe sollte der zähe Zahnschmerz weichen. Dass dies keine Dauerlösungen sind, liegt auf der Hand. Aber sie brachten immerhin für den Moment etwas Linderung. In jedem Fall gilt beim Zahnschmerz aber, dass Sie schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen sollten.





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