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Was ist Asthma bronchiale?

Von Marcus Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 04.05.2021

Asthma bronchiale

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine Erkrankung der Atemwege. Hierbei verengen sich die Bronchien anfallsweise und lösen Husten und Atemnot aus. Weltweit haben Schätzungen nach über 235 Millionen Erwachsene und Kinder bereits die Diagnose Asthma vom Arzt erhalten. Und obwohl diese Zahl aufgrund unterschiedlicher Diagnoseverfahren und Zählmethoden nicht hundertprozentig ist, gilt es doch als sicher, dass Asthma bronchiale eine häufig unterschätzte Erkrankung ist, die vor allem in den westlichen Industriestaaten auftritt. So leidet in Georgien nicht mal ein Prozent der Bevölkerung an Asthma bronchiale, während in Großbritannien über zehn Prozent der Erwachsenen betroffen sind. Und auch in Deutschland sind mittlerweile fast fünf Prozent der Erwachsenen und fast jedes zehnte Kind unter 15 Jahren an Asthma erkrankt.
Damit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und das nicht nur in Deutschland. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Asthma scheint der westliche Lebensstil zu spielen. Allerdings konnten bislang noch keine eindeutigen Asthma-Faktoren ermittelt werden., Da Asthma bislang nicht heilbar ist, müssen sich die Betroffenen auf ein Leben mit ihrer Erkrankung einstellen. Wichtigstes Ziel ist dabei die Vermeidung eines akuten Asthmaanfalls, denn an unerwarteten Asthmaanfällen sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen als bei Unfällen im Straßenverkehr. Um den richtigen Umgang mit der meist chronisch verlaufenden Erkrankung zu erlernen, bieten neben dem Hausarzt und einem Lungenfacharzt vor allem spezielle Asthmaschulungen Unterstützung. Diese vermitteln nicht nur das Wissen, wie ein drohender Anfall rechtzeitig erkannt und behandelt wird, sondern auch wie sich mögliche Auslöser vermeiden lassen und der Verlauf der Erkrankung durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen, regelmäßige Bewegung und einen stressarmen Tagesablauf positiv beeinflusst werden kann.

Die bekanntesten Symptome für den Beginn eines Asthma-Anfalls sind

  • Brustenge
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Reizhusten mit glasig-zähem Schleim.

Weitere typische Symptome für eine chronische Entzündung der Bronchien sind

  • Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • Pfeifende oder brummende Atemgeräusche.

Die Beschwerden werden durch bestimmte Auslöser hervorgerufen und verstärkt. Die meist beschwerdefreie Zeit zwischen zwei Anfällen wird als Intervall bezeichnet. Krankheitsanzeichen sind meist nur zwischenzeitlich vorhanden und schwanken in ihrer Ausprägung und in ihrem Schweregrad.

Welche Arten von Asthma gibt es?

Warum genau manche Menschen an Asthma erkranken und andere nicht, ist bislang noch nicht genau bekannt. Sicher ist jedoch, dass neben einer genetischen Veranlagung auch verschiedene Risikofaktoren für die Entstehung von Asthma verantwortlich sind. Grundsätzlich wird deshalb je nach Auslöser zwischen mehreren Asthmaformen unterschieden.

  • Nicht-allergisches Asthma
  • Allergisches Asthma
  • Gemischtförmiges Asthma
  • Kontrolliertes Asthma
  • Unkontrolliertes Asthma

Beim sogenannten nicht-allergischen Asthma gelten unspezifische Reize wie Stress, Infekte, chemische Reizstoffe oder bestimmte Medikamente als häufige Auslöser.

Die Mehrzahl der Betroffenen leidet jedoch an einer allergischen Form von Asthma, die sich meist aus einer bereits vorhandenen Allergie entwickelt. Typische Auslöser sind hier Heuschnupfen sowie Allergien gegen Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Der Kontakt mit den jeweiligen Allergenen kann dabei zu den typischen Asthma-Anfällen mit trockenem Husten, vermehrter Schleimbildung und Kurzatmigkeit führen. Einzelne Betroffene können lebensbedrohliche Anfälle mit akuter Atemnot entwickeln. Bei allergischem Asthma kommt es bereits wenige Minuten nach Kontakt mit der Substanz, die eine allergische Reaktion hervorruft, zu asthmatischen Beschwerden. Nach 6-10 Stunden tritt in der Hälfte aller Fälle ein zweiter Schub von Beschwerden ein.

Kontrolliertes und unkontrolliertes Asthma werden darin unterschieden, wie gut es durch die Therapie zu kontrollieren ist. Man spricht von einem kontrolliertem Asthma wenn

  • bei Kindern tagsüber keine Symptome auftreten
  • nachts keine Symptome festzustellen sind
  • die Asthmatiker alle Aktivitäten ohne Einschränkungen durchführen können
  • die Patienten eine normale Lungenfunktion vorweisen
  • keine Notfallmedikamente eingesetzt werden müssen und
  • keine Verschlechterungen auftreten.

Neben den verschiedenen Asthma-Arten gibt es auch verschiedene Krankheitsausprägungen. Ja nach den auftretenden Beschwerden unterscheidet man:

  • Asthmaanfall: Bei einem Asthmaanfall nehmen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden zu. Sie können dabei rasch und allmählich zu einer schweren Beeinträchtigung des Patienten und ohne Behandlung zum Tod führen.
  • Status asthmaticus: Dies beschreibt einen Asthmaanfall der trotz Einsatz aller verfügbaren Medikamente fortsetzt und mehr als 24 Stunden dauert. Kennzeichen hierfür sind z.B. Luftnot, schnelle aber oberflächliche Atmung, Unfähigkeit längere Sätze zu sprechen oder Bewusstseinsstörungen.
  • Dauerasthma: Hierbei leiden Betroffene unter chronischen (das heißt Wochen bis Jahre anhaltende) Beschwerden wechselnder Ausprägung und Schwere.
  • Schwerste Anfälle: Sie führen innerhalb von Minuten zu Bewusstlosigkeit, sind aber sehr selten.

Insgesamt gibt es vier Asthmastufen, um den Schweregrad objektiv einstufen zu können.

Stufe 1: Leichtes, gelegentlich auftretendes Asthma Die Beschwerden sind kurzdauernd und treten maximal einmal pro Woche auf. In der Intervallzeit treten keine Atmungsbehinderungen auf. Es liegt eine normale Lungenfunktion vor.

Stufe 2: Leichtes, anhaltendes Asthma Die Beschwerden treten öfter als 1x pro Woche auf. In der Intervallzeit treten keine Atmungsbehinderungen auf.

Stufe 3: Mittelschweres, anhaltendes Asthma: Bei dem Patienten treten täglich Beschwerden auf. Die Beschwerden beeinträchtigen die körperlichen Aktivitäten sowie den Schlaf.

Stufe 4: Schweres, anhaltendes Asthma Der Patient leidet ständig unter Beschwerden. Das heißt tagsüber und nachts Dauersymptome wechselnder Intensität. Körperliche Belastungen sind kaum noch möglich.

Wie kann man Asthma behandeln?

In den meisten Fällen ist eine Asthma-Erkrankung nicht heilbar, jedoch gibt es viele Behandlungsmethoden. Eine gute Behandlung besteht aus vier Säulen:

  • Asthma-Medikamente: Mit diesen Medikamenten könnten Beschwerden gelindert und Asthmaanfälle reduziert werden
  • Vermeiden von Asthma-Auslösern
  • Eine Asthma-Patientenschulung durchführen und das Erlernte täglichen Leben anwenden können
  • Regelmäßige Kontrolle durch eine Arzt (z.B. alle drei Monate zur Überprüfung der Beschwerde und der Lungenfunktion)

Es gibt viele verschiedene Arten Asthma zu behandeln.
Für viele Patienten und Ärzte ist es hilfreich ein Asthma-Tagebuch zu führen. So können neben den Peak-Flow-Werten auch Beschwerden oder besondere Vorkommnisse eintragen werden.

Asthma-Therapie mit dem Peak-Flow-Meter

Bei einer Asthma-Erkrankung ist die Mitarbeit des Patienten ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Ein Peak-Flow-Meter ist ein Medizinprodukt. Patienten können damit den Verlauf der Erkrankung und ihre Lungenfunktion überprüfen. Bei einer Peak-Flow-Messung wird gemessen, mit welcher Geschwindigkeit die Luft aus der Lunge beim Ausatmen hinausströmt. Je entzündeter und verengter die Bronchien sind, desto langsamer kann die Luft hinausströmen. Die Messung wird vom Patienten selbst durchgeführt.
Die Messung erfolgt im Idealfall zweimal am Tag, morgens und abends. es werden insgesamt drei Messungen durchgeführt, wobei der beste Wert notiert wird.
Gerade bei schwerem Asthma ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll. So kann bei einer möglichen Verschlechterung der Peak-Flow-Werte schnell gehandelt werden.

Behandlung mit der Inhalierhilfe (Spacer)

Eine Inhalierhilfe verbessert die Medikamentenverteilung in der Lunge. Sie reduzieren Nebenwirkungen der Medikamente und optimieren ihre therapeutische Wirkung. Ohne eine Inhalierhilfe setzen sich gegebenenfalls Medikamente im Mund- und Rachenraum ab und können nicht ihre volle Wirkung entfalten.

Diese Therapiemethode birgt viele Vorteile für Asthmatiker, wie z.B.:

  1. Verbesserte Deposition des Wirkstoffes: Inhalierhilfen fangen den Druck des Sprühstoßes auf, so dass mehr Wirkstoff in das Atemwegssystem gelangen.
  2. Erhöhte Reichweite des Wirkstoffes: Inhalierhilfen filtern das Aerosol über ein Ventilsystem.
  3. Leichte Koordination der Anwendung: Inhalierhilfen erleichtern die Koordination der Anwendung. Gleichzeitigkeit des Sprühstoßes und der Einatmung ist nicht erforderlich.
  4. Reduzierte Nebenwirkungen: Bei der Inhalation mit dem Spacer sinkt das Risiko lästiger Nebenwirkungen, da sich der Wirkstoff weniger im Mund- und Rachenraum ablagern kann.

Atemphysiotherapie mit PEP-Systemen

Das Training mit PEP-Systemen löst festsitzenden Schleim bei einer chronischen Atemwegserkrankung. Unter einem PEP-System versteht man ein handliches Therapiegerät für Atemwegspatienten, z.B. Asthma oder COPD. "PEP" steht für Positive Expioratory Pressure. Damit wird ein positiver Druck beschrieben, der am Ende der Ausatmung in der Lunge durch ein PEEP-Ventil erzeugt wird.

Durch ein regelmäßiges Training mit dem PEP-System werden

  • die Atemwege von festsitzendem Schleich befreit
  • das Abhusten erleichtert und
  • der Bedarf an Medikamenten gesenkt.
Autor Apotheker Marcus Schulze

Über unseren Autor:

Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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