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Ohrenschmerzen: Wie behandle ich sie richtig?

Von Marcus Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 25.10.2021

Kind mit Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen lassen sich von außen schlecht feststellen. Zudem können Babys und Kleinkinder nicht genau sagen, wo es weh tut. Deshalb sollten Sie als Eltern auf diese Zeichen achten:

  • Unruhe und Reizbarkeit
  • Das Kind greift sich häufig ans Ohr (Ohrzwang)

Schmerzen in den Ohren können verschiedene Ursachen haben. Sie werden meistens durch Entzündungen oder Infektionen ausgelöst, wie beispielsweise bei einer Mittelohrentzündung, einer Mandel- oder Rachenentzündung oder Erkältung. Aber auch diese Ursachen können der Grund für die Schmerzen sein:

  • Zahn- oder Kieferprobleme
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Sturz auf den Kopf
  • Paukenerguss
  • Ohrenschmalzpfropf
  • Wasser im Ohr durch das Baden

Ohrenschmerzen können begleitet werden von Druckgefühl oder Juckreiz im Ohr, Ohrgeräusche, Hörprobleme, Schwindel oder Fieber.

Was tue ich, wenn mein Kind Ohrenschmerzen hat?

Treten nach einem Besuch im Schwimmbad, einer Flugreise oder einem Spaziergang bei kaltem Wetter leichte Schmerzen oder ein unangenehmer Druck im Ohr auf, ist das meist noch kein Grund, sich Sorgen zu machen. Oft klingen die Beschwerden von alleine wieder ab. Bleiben die Ohrenschmerzen oder werden sogar schlimmer, sollte etwas unternommen werden. Ohrenschmerzen bei einer Mittelohrentzündung können beispielsweise mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays behandelt werden. Sprechen Sie vorerst mit Ihrem Arzt, welche Medikamente für Ihr Kind in Frage kommen. Je nach auslösendem Erreger wird der Kinderarzt Antibiotika (bei Bakterien) oder Antimykotika (bei Pilzen) verschreiben. Ist ein Fremdkörper oder ein Pfropf aus Ohrenschmalz schuld an den Schmerzen, kann der Arzt diesen vorsichtig entfernen.

Welche Hausmittel helfen bei Ohrenschmerzen?

Zwiebeln helfen bei einer Entzündung und wirken antibakteriell. Ein Zwiebelsäckchen kann auf das Ohr gelegt werden, mit einem dünnen Schal oder mit einer Mütze fixiert werden. Dafür wird eine Zwiebel klein gehackt, kurz erhitzt und in ein Geschirrtuch gewickelt. Wärme tut bei Schmerzen gut. Legen Sie ein Kirschkernkissen in den Backofen oder in die Mikrowelle. Beachten Sie dabei unbedingt die Herstellerangaben! Das Kissen wird lauwarm auf das Ohr des Kindes gelegt.

Wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. Für einen Senfwickel rühren Sie Senfmehl mit etwas warmem Wasser zu einem Brei. Diesen schlagen Sie in ein Tuch und legen den Wickel auf das Ohr Ihres Kindes. Das sollten Sie allerdings nur einmal am Tag machen, da die ätherischen Öle die Haut reizen können. Infrarotlicht kann chronische Ohrenschmerzen lindern. Die Wärme tut gut, steigert die Durchblutung und verbessert den Stoffwechsel im kranken Ohr.

Wann gehe ich mit meinem Kind bei Ohrenschmerzen zum Arzt?

Das Hörvermögen kann durch Beschwerden an oder in den Ohren beeinträchtigt werden. Das kann sich auf Dauer negativ auf die Sprachentwicklung ausüben. Bei folgenden Situationen sollte eine Behandlung beim Arzt erfolgen:

  • Bei Fieber
  • Blut im Ohr
  • Babys unter sechs Monaten
  • Mittelschwere bis starke Ohrenschmerzen auf beiden Seiten bei Kindern unter 2 Jahren
  • Gleichgewichts- oder Hörstörungen
  • Nach einem Unfall

Gehen Sie auch besser immer zum Arzt, wenn Sie unsicher sind und es dem Kind schlecht geht.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Ein charakteristisches Merkmal für eine akute Mittelohrentzündung sind heftige, pochende Ohrenschmerzen, vor allem wenn sie abends oder nachts auftreten. Es ist eine schmerzhafte Infektion des Ohres, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Diese steigen vom Nasen-Rachen-Raum über die Ohrtrompete bis ins Mittelohr auf. Dort vermehren sie sich und lösen starke, pulsierende und klopfende Schmerzen im Ohr aus. Kinder sind dafür besonders anfällig, da das Verbindungsstück noch anders verläuft und sehr kurz und weit ist. Anzeichen für eine Mittelohrentzündung sind:

  • ein- oder beidseitige stechende Ohrenschmerzen
  • Schlafschwierigkeiten
  • Druckschmerz hinter dem Ohr
  • Hörminderung
  • Fieber und Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unspezifische Bauchschmerzen

Die Entzündung kann großen Druck auf das Trommelfell ausüben. Dieses kann dann nachgeben und durchbrechen. Läuft trübe-wässriges, eitriges oder leicht blutiges Sekret aus dem Ohr, sollten Sie das Kind unbedingt von einem Kinderarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersuchen lassen.

Wie kann man Ohrenschmerzen vorbeugen?

Es gibt ein paar Dinge, die Ohrenschmerzen vorbeugen können:

  • Viel trinken: Um die Schleimhäute ausreichend feucht zu halten, sollten Sie viel trinken. Besonders gut eignen sich Wasser und ungesüßter Tee.
  • Zugluft meiden: Mit einer Mütze können die Ohren geschützt werden.
  • Schnupfen: Bei Schnupfen sollte das Sekret gut ablaufen können. Abschwellende Nasentropfen helfen in solchen Fällen. Jedoch sollten Sie sie nur für einen begrenzten Zeitraum anwenden.
  • Schwimmen: Spezielle Stöpsel oder Ohrentropfen können helfen, das Wasser aus den Ohren zu halten oder zu bekommen. Wasser im Ohr kann zu einer Mittelohrentzündung führen. Ohrenstöpsel regelmäßig wechseln. Wechseln Sie Ohrenstöpsel regelmäßig, damit sich keine Keime vermehren können und ins Ohr gelangen.
Autor Apotheker Marcus Schulze

Über unseren Autor:

Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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