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Was ist eine Blasenentzündung?

Von Juliane Fleischer, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 27.10.2020

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung ist eine Infektion der Harnwege. Mediziner sprechen von einer Zystitis. Dabei sind die ableitenden Harnwege betroffen. Verursacht wird die Infektion durch Bakterien. In den seltenen Fällen sind Viren, Parasiten oder Pilze beteiligt. Begünstigt wird der Harnwegsinfekt durch eine Verkühlung oder ein geschwächtes Immunsystem. Die Beschwerden treten meist ganz plötzlich auf. Neben häufigem Harndrang und Brennen gehören auch krampfartige Schmerzen beim Wasserlassen zu den typischen Symptomen einer Blasenentzündung.

Wer ist von einer Blasenentzündung betroffen?

Besonders Frauen kennen diese Anzeichen gut, schließlich sind sie deutlich häufiger betroffen als Männer. Ursache ist wahrscheinlich ihre im Vergleich deutlich kürzere Harnröhre. Sie misst lediglich vier Zentimeter. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Blasenentzündung zu den häufigsten Erkrankungen der Frau gehört. Begünstigende Faktoren bei Frauen sind außerdem:

Der Harnwegsinfekt bei Männern ist im Vergleich zu Frauen seltener, aber hartnäckiger. Der Infekt deutet in den meisten Fällen auf eine andere Erkrankung hin. So steht eine Zystitis beim Mann häufig mit einer Entzündung der Prostata in Zusammenhang. Begünstigt wird die Erkrankung z.B. durch eine Unterkühlung oder Grunderkrankung (z.B. Diabetes).

Was ist die Ursache einer Blasenentzündung?

Fast immer sind Keime, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen, die Ursache einer Blasenentzündung. Dabei begünstigen sowohl die kurze weibliche Harnröhre als auch der geringe Abstand zwischen After und Harnröhrenausgang das Eindringen von Bakterien. Es sind Bakterien, die meist aus dem Darm stammen. In der feuchtwarmen Umgebung der Blase können sie sich rasant vermehren und die Blasenwand reizen. Die Folge ist eine schmerzhafte Entzündung, bei der nicht selten der Urin rötlich verfärbt ist. Gewissheit bringt eine Urinuntersuchung. Wenn Leukozyten (rote Blutkörperchen) oder Eiweiß im Urin enthalten sind, liegt ein Harnwegsinfekt vor, der behandelt werden muss. In diesen Fällen ist eine Therapie mit Antibiotika notwendig, um ein Aufsteigen der Bakterien in die Nieren zu verhindern.

Wie sollte man eine Blasenentzündung behandeln?

Wann ist ein Arztbesuch ratsam?

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Blasenentzündungen sind zwar schmerzhaft, heilen aber schnell aus und sind harmlos. Trotzdem sollten Sie die Blasenentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem bei starken Schmerzen, Fieber oder wenn Blut im Urin zu sehen ist, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Auch bei einer Blasenentzündung während der Schwangerschaft sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Gleiches gilt für Männer: Da bei ihnen eine Harnwegsinfektion eher selten ist, sind die Ursachen immer ärztlich abzuklären.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Auch Kinder leiden häufig an einer Blasenentzündung. Doch im Vergleich zu Erwachsenen sind die Symptome oft nicht direkt zu erkennen. Neben einem ständigen Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen können zudem Symptome wie z.B.:

  • Unruhe und Gereiztheit (v.a. bei Babys),
  • plötzliches Einnässen bei Kleinkindern, die schon längst trocken waren,
  • Fieber und Erbrechen

auf einen Harnwegsinfekt hinweisen. Da Babys und Kleinkinder nicht selbst in der Lage sind auf Ihre Beschwerden aufmerksam zu machen, sollten Sie grundsätzlich auf dessen Verhalten achten.

Wie lange dauert die Behandlung einer Zystitis?

Die Behandlungsdauer kann von Person zu Person variieren. Die Dauer ist abhängig von der Stärke der Entzündung, von möglichen Komplikationen und von dem Zeitpunkt an dem die Erkrankung diagnostiziert wurde. Im Normalfall ist der Verlauf einer Blasenentzündung harmlos und verheilt innerhalb von zwei bis drei Tagen. Wichtig dabei ist, dass das Krankheitsbild Zystitis frühzeitig erkannt und behandelt wird. Ein schnelles Handeln ist grundsätzlich wichtig, damit sich die Entzündung nicht auf angrenzende Organe ausweitet.

Was sind die Behandlungsmethoden?

Ruhe, Tee und Wärme unterstützen den Heilungsprozess. Doch bei akuten Beschwerden oder Komplikationen kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein. Die Kompetenz der Entscheidung obliegt in diesem Fall nach entsprechender Diagnostik allein dem behandelnden Arzt.

Unkomplizierter Verlauf: Sofern keine Bakterien beteiligt sind und ein paar einfache Verhaltensregeln befolgt werden, ist der Verlauf einer Blasenentzündung in der Regel unkompliziert.

Die wichtigste Maßnahme ist: Viel trinken! Empfohlen werden mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Bitte beachten Sie, dass Arzneitee mit Bärentraubenblättern ohne ärztlichen Rat nicht über einen längeren Zeitraum (nicht länger als 7 Tage und höchstens 5-mal im Jahr) eingenommen werden sollte. Birkenblätter, Orthosiphonblätter und Goldrutenkraut sind ebenfalls eine gute Empfehlung. In unterschiedlichen Zusammensetzungen sind sie als Blasen- und Nierentee in der Apotheke erhältlich. Weiterhin schaffen Cranberry-Extrakt und Kapuzinerkresse-Extrakt in entsprechender Dosierung Abhilfe. Lassen Sie sich von unseren Pharmazeuten beraten. Auch Wärme tut gut. Das gilt für Kinder gleichermaßen wie für Erwachsene. Eine Wärmflasche auf dem Bauch oder ein warmes Bad halten den Unterleib warm und lindern die Schmerzen.

Achtung: Verschwinden die Symptome nicht nach drei Tagen, wird ein Arztbesuch unumgänglich. Bei Kleinkindern sollten Sie einen Termin mit dem Arzt vereinbaren, wenn sich die Beschwerden nach 24 Stunden nicht bessern.

Akute Beschwerden
Bei einer akuten bakteriellen Blasenentzündung ist eine gezielte Antibiotika-Therapie notwendig. Die Auswahl des Antibiotikums sowie Dosierung und Einnahme definiert der Arzt anhand seiner Verordnung.

Tipp: Zur unterstützenden Behandlung und Vorbeugung hat sich D-Mannose als hilfreich bewährt. Lassen Sie sich von unserem Pharmazeutenteam beraten.

Kann eine Blasenentzündung vermieden werden?

Vorbeugung

Sicherlich kann eine Blasenentzündung nicht immer verhindert werden. Aber mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich verringern:

  • Viel trinken, damit sich Bakterien und andere Keime nicht in der Blase festsetzen.
  • Nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten säubern, sodass Darmkeime nicht in die Harnröhre gelangen.
  • Regelmäßig die Blase entleeren, besonders nach dem Geschlechtsverkehr, um eventuell eingedrungene Keime schnell wieder auszuspülen.
  • Nasse Kleidung sofort wechseln, denn eine Unterkühlung schwächt das Immunsystem.
  • Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen kann unter Umständen Cranberry-Saft helfen. Die Beeren enthalten Wirkstoffe, die ein Aufsteigen der Keime in Richtung Blase verhindern können.

Tipps für eine gesunde Blase

Eine gesunde Lebensweise ist Voraussetzung für eine gesunde Blase. Das Thema Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Diese sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein. Mit Vitamin C stärken Sie Ihr Immunsystem. Für Ihre Gesundheit und der Ihrer Blase sollten Sie zudem ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Weitere Tipps:

  • Auf parfümierte oder desinfizierende Hygieneartikel verzichten.
  • Baumwollunterwäsche tragen, die bei 60 Grad gewaschen werden kann.
  • Zur Verhütung Kondome verwenden.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberry-Extrakt unterstützen die natürliche Abwehr und helfen Infekte vorzubeugen.
Autorin PTA Juliane Fleischer

Über unsere Autorin:

Juliane Fleischer | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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