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Durchfall und Übelkeit auf Reisen - was hilft?

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 19.05.2021

Durchfall und Übelkeit auf Reisen - was hilft

Reisedurchfall wird auch Reisediarrhö genannt. Mediziner verstehen darunter meist eine durch Bakterien oder Viren ausgelöste Durchfallerkrankung. Sie betrifft häufig Reisende, die bestimmte Risikogebiete aufsuchen. In der Regel findet die Übertragung über Lebensmittel statt. Daher sollten Speisen und Getränke stets bedacht ausgewählt werden. Es sollten gekochte und somit nahezu keimfreie Lebensmittel bevorzugt werden. Leitungswasser sollte nicht getrunken werden.

Folgende Symptome kann eine Reisediarrhö verursachen:

  • Übelkeit und Bauchkrämpfe
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel)

Bis zu etwa 14 Tage kann die Inkubationszeit betragen. Ein Teil der Erkrankungen geht auf bakterielle Erreger, sogenannte Enteropathogene, zurück. Beispielsweise kann das Bakterium "Escherichia coli" entsprecehnde Krankheitsfälle auslösen. Immunschwache Personen, ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet. In der Regel verläuft die Krankheit komplikationslos. Zu einer schweren Dehydrierung des Körpers, die behandelt werden muss, kommt es nur in seltenen Einzelfällen.

Wie kann man Reisedurchfall vorbeugen?

In Risikogebieten sollten folgende Verhaltensregeln beachtet werden:

  • Fleisch niemals roh, sondern gut durchgebraten verzehren.
  • Obst und Gemüse waschen und kurz vor dem Verzehr schälen.
  • Wasser aus Leitungen und Brunnen abkochen, um die darin enthaltenen Keime abzutöten.
  • Strenge Einhaltung der Körperhygiene, mehrmals Hände waschen.
  • Vorbereitung der Toilettengänge - z. B. Hygieneartikel mit in das Urlaubsland nehmen und vor Ort benutzen.

Lebensmittel unbekannter Herkunft sollten Sie generell ablehnen. Es ist sinnvoll die Reiseapotheke mit entsprechenden Mitteln gegen Durchfall zu bestücken.

Welche Speisen und Getränke sollte man im Ausland meiden?

Eis und mit rohen Eiern zubereitete Speisen sind in fremden Ländern mit Vorsicht zu genießen. Getränke, die unkonserviert, falsch gelagert oder mit weiteren ungeschützten Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind, sind eine weitere Gefahrenquelle. Auch Milchprodukte, rohes Hackfleisch und Innereien von Nutztieren stellen eine Gefahr dar, an Reisedurchfall zu erkranken. Wir empfehlen Ihnen eigene Vorräte (Dosen, Tütensuppen etc.) mitzunehmen, wenn Sie in wärmere Länder wie zum Beispiel Afrika reisen.

Was hilft bei Reisedurchfall?

Es ist möglich, bereits vor dem Urlaub etwas gegen Reisedurchfall zu tun. Um den Darm widerstandsfähig und das Verdauungssystem gezielt auf etwaige Attacken durch Bakterien vorzubereiten, können Sie Präparate mit Arznei-Hefe, zum Beispiel Perenterol, einnehmen. So kann ein aufkommender Reisedurchfall in abgeschwächter Form auftreten oder eventuell ganz ausbleiben. Aber auch bei akuten Durchfall-Problemen kann die Arznei-Hefe helfen. Bestimmte Tee-Zubereitungen können Linderung verschaffen, wenn der Durchfall gerade erst begonnen hat.

Eine Kombination aus Tanninalbuminat/Ethacridinlactat wirkt desinfizierend und krampflösend. Es kann zur Vorbeugung und auch als Behandlung bei Kindern ab 5 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen verwendet werden.

Die Schwere der Erkrankung ist ausschlaggebend für die Behandlung. Hat der Betroffene Fieber oder erhöhte Temperatur? Wieviel Körperflüssigkeit geht aufgrund der ständigen Toilettengänge verloren? Den natürlichen Heilungsprozess unterstützen viel Ruhe, Wärme und Entspannung. Nutzen Sie die krankheitsbedingte Auszeit, um neue Pläne zu schmieden und denken Sie positiv.

Weitere Tipps für die Genesung:

  • In der akuten Phase streng auf eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme achten.
  • Warmer Tee beruhigt die gereizte Magen-Schleimhaut und hilft heilen.
  • Reichlich abgekochtes Wasser mit einer Elektrolyt-Mischung (neutral oder mit Fruchtgeschmack) schenkt dem Körper neue Kraft.

Wann sollte man bei Reisedurchfall zum Arzt gehen?

In den ersten Tagen fällt Reisedurchfall häufig heftig aus. Das ist noch kein Grund zur Sorge und im Regelfall normal. Kommen Symptome wie hohes Fieber, akute Kreislaufprobleme und blutiger Durchfall dazu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wie lange hält ein Reisedurchfall an?

Die Dauer der Erkrankung bestimmt der Erreger des Reisedurchfalls. Ab der Inkubationszeit wird gerechnet. Entscheidend ist, wie viele Erreger sich im Körper verbreiten konnten und wie stark das Immunsystem zum Zeitpunkt der Ansteckung war. Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand des Betroffenen spielen eine große Rolle bei der Dauer der Infektion.

Generell ist die Infektion nach wenigen Tagen ausgestanden beziehungsweise überwunden. Um einen Rückfall zu vermeiden, sollten Sie sich noch etwas schonen und weiterhin leicht bekömmliche, vor allem vitaminreiche Nahrung und viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

Was ist Reiseübelkeit?

Reiseübelkeit ist keine Krankheit, sondern viel mehr eine Reaktion des Körpers auf eine im Gehirn produzierte Verwirrung. Für Reiseübelkeit im Auto sind häufig kurvige Straßen verantwortlich. Hier wird das Gleichgewichtsorgan im Innenohr gereizt. Betroffene können diesen Reizen keine visuellen Eindrücke zuordnen. Grund dafür ist, dass die Bewegungen des Autos nicht genau mit den Augen verfolgt werden können. So entsteht eine Fehlermeldung im Gehirn, welche Symptome einer Reiseübelkeit hervorruft.

Das gleiche gilt im Zug, auf dem Schiff bei unruhigen Wellengängen und im Flugzeug bei Turbulenzen. Die ruckartigen und schnellen Bewegungen beim Start und der Landung führen oft zu Störungen des Gleichgewichtsorgans.

Die Symptome einer Reiseübelkeit können sein:

  • Blässe und Übermüdung
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Schwindel und Übelkeit, die zu Erbrechen führen kann

Was hilft bei Reiseübelkeit?

Es gibt viele Mittel die Reiseübelkeit zu bekämpfen. Kleinigkeiten schaffen häufig Abhilfe bei leichten Beschwerden. Sich während der Reise mit Gesprächen oder Musik abzulenken, ist empfehlenswert. Wer kann, sollte während der Reise schlafen. Regelmäßiges und tiefes Ein- und Ausatmen, am besten an der frischen Luft, erweist sich ebenfalls als hilfreich. Den Mund kontinuierlich mit einem Kaugummi oder Bonbon zu beschäftigen ist außerdem ratsam.

Grundsätzlich gilt es, sich während der Reise so gut es geht zu entspannen. Zur Vorbeugung ist es empfehlenswert vor dem Reiseantritt viel zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Stilles Wasser und ungesüßter Tee sind ideal. Verzichtet werden sollte jedoch auf Kaffee, Alkohol, Milch und Fruchtsäfte. Auch schweres und fettiges Essen sollte vor der Reise gemieden werden.

Als Hilfsmittel bei Reiseübelkeit hat sich Ingwer bewährt. Man kann ein paar Stücke unterwegs kauen oder den Ingwer in Form von Kapseln zu sich nehmen. Produkte aus der Apotheke können auch gegen Reiseübelkeit helfen. Diese sind in der Regel gut verträglich, können mitunter jedoch etwas müde machen. Viele Präparate enthalten Dimenhydrinat und blockieren so die Wirkung des Botenstoffs Histamin. Zäpfchen als Mittel gegen Reiseübelkeit eignen sich für Kinder sehr gut. Reisekaugummis, beispielsweise Superpep, sind ebenfalls sehr beliebt.

Eine Akupressur-Massage hilft dabei. Dafür werden zwei Finger auf die Innenseite des Handgelenks gelegt und diese Stelle ca. eine Minute lang kreisförmig massiert. Nach ein paar Minuten wird der Vorgang wiederholt. Akupressurbänder enthalten keine Wirkstoffe. Auf der Innenseite der Bänder ist eine kleine Noppe angebracht, welche einen bestimmten Druck auf das Handgelenk ausübt. So wird der Übelkeit entgegengewirkt.

Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | Stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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