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Was tun bei einer Erkältung?

Von Birgit Wickner, Pharmazieingenieurin bei mycare.de
Aktualisiert: 06.12.2021

Eine vierköpfige Familie sitzt mit Erkältung im Bett

Husten, Schnupfen, eventuell Fieber - eine Erkältung erwischt einen meist ein paar Mal im Jahr, oft in den kalten Jahreszeiten. Ein starkes Immunsystem ist die beste Vorbeugung gegen eine Erkältung. Auch wenn die ersten Symptome langsam beginnen, kann es noch hilfreich sein, seine Abwehrkräfte zu stärken. Erkältungssymptome lassen sich zudem durch verschiedene Maßnahmen lindern.

Wie entsteht eine Erkältung?

Erwachsene erkranken im Laufe eines Jahres Statistiken zufolge durchschnittlich ein- bis dreimal, Kinder sogar sechs- bis zehnmal an einem grippalen Infekt. In 80 Prozent der Fälle sind Viren dafür verantwortlich; blitzschnell verbreiten sie sich von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten, aber auch über das Berühren von Gegenständen oder den klassischen Händedruck. Der Zustand des Immunsystems entscheidet dann darüber, ob wir erkranken oder nicht: Ist die körpereigene Abwehr durch Stress, Schlafmangel, schlechte Ernährung oder Kälte geschwächt, haben Erreger leichtes Spiel und lösen einen Infekt aus. Schnupfen, Halsschmerzen und/oder Husten gehören zu den häufigsten Symptomen, auch Fieber kann hinzukommen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkältung?

Der größte Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkältung oder einem grippalen Infekt ist der Beginn. Während sich ein grippaler Infekt langsam einschleicht mit Unwohlsein, erstem Kratzen im Hals und einer laufenden oder verstopften Nase, beginnt die Grippe plötzlich. Eben noch fühlte sich der Erkrankte gesund, bis plötzliche Kopf- und Gliederschmerzen eingesetzt haben. Die Dauer der Erkrankung kann sich auch unterscheiden: Bei einer Grippe, auch Influenza genannt, können Betroffene für ein bis zwei Wochen richtig krank sein und im Bett liegen. Ein grippaler Infekt zeigt meist nach wenigen Tagen schon eine deutliche Besserung.

Was sind die Symptome einer Erkältung?

Schmerzen im Hals und fehlende Stimme

Halsweh ist ein Symptom, keine Erkrankung für sich. Die Ursache ist möglicherweise ein Virus, der Grippe oder auch einen Schnupfen auslösen kann. Im Winter macht die Heizung die Atemluft trocken, wodurch die Schleimhäute anfälliger für Erkältungserreger sind. Üblicherweise klingen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Gegen Hals- und Rachenschmerzen gibt es desinfizierende, entzündungshemmende und schmerzstillende Lutschtabletten, Sprays oder Gurgellösungen.

Kopf- und Gliederschmerzen

Ein schwerer Kopf, jede Bewegung tut weh – die Erkältung kann starke Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden haben. Am Höhepunkt der Krankheit wollen viele einfach nur im Bett liegen. Abhilfe können hier verschiedene Erkältungsmittel schaffen, beispielsweise mit schmerzstillenden Wirkstoffen. Oft ist auch Vitamin C enthalten, damit das Abwehrsystem unterstützt wird.

Hustenreiz

Mit einem grippalen Infekt stellt sich meist auch ein Hustenreiz ein. Vor allem nachts werden viele Erkrankte davon aus dem Schlaf gerissen. Bei der Therapie davon unterscheidet man zwischen trockenem Reizhusten und produktivem Husten. Gegen Reizhusten werden hustendämpfende Arzneimittel, sogenannte Antitussiva, eingesetzt mit den Wirkstoffen Dextromethorphan oder Pentoxyverin. Beim produktiven Husten kommen sogenannte Expektorantien zum Einsatz, welche das Abhusten des Schleims beschleunigen. Zu den Hustenlösern zählen Arzneimittel mit den Wirkstoffen Bromhexin, Ambroxol und Acetylcystein (ACC).

Die laufende oder verstopfte Nase

Der Schnupfen ist bei fast allen Erkältungskrankheiten dabei. Besonders kleine Kinder haben oft im Winter eine ständig laufende oder dichte Nase. Wieder frei durch die Nase zu atmen ist durch den Einsatz von bestimmten Nasensprays oder -tropfen möglich. Sie wirken abschwellend auf die Nasenschleimhaut, sollten aber nicht länger als eine Woche angewendet werden. Begleitend können auch Sprays oder Tropfen mit Meerwasser zur Befeuchtung oder Dexpanthenol zur Förderung der Heilung eingesetzt werden.

Fieber

Wenn das viren- und bakterienabwehrende System gegen Erreger kämpft, kann die Körpertemperatur ansteigen. Bei erhöhter Temperatur brauchen Sie nichts weiter zu tun, als Ihrem Körper Ruhe zu gönnen. Steigt die Temperatur aber auf mehr als 39°C, sollten Sie fiebersenkende Mittel einsetzen. Die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure haben sich bewährt.

Ohren zu bei Erkältung?

Ein grippaler Infekt kann nicht nur Nase und Rachen reizen, sondern auch für gedämpftes Hören sorgen. Als sogenannter Tubenkatarrh wird die Entzündung der Schleimhaut der Ohrtrompete (eustachische Röhre) bezeichnet. Liegt eine solche Entzündung vor, funktioniert der Druckausgleich im Mittelohr nicht mehr richtig. Das Mittelohr und der Hals-Nasen-Raum sind über die eustachische Röhre miteinander verbunden, sie öffnet sich beim Schlucken und Gähnen und sorgt für den Druckausgleich und den Abtransport von Sekreten. Eine Entzündung der Schleimhaut in dieser Röhre kann verschiedene Erkrankungen als Ursache haben:

  • eine Erkältung
  • allergische Beschwerden
  • geschwollene Mandeln
  • entzündete Nebenhöhlen

In jedem Fall führt sie zu einer Verengung der Ohrtrompete, der schmale Gang wird verstopft und das Mittelohr nicht mehr ausreichend belüftet. Wenn dies über einen längeren Zeitraum hinweg der Fall ist, kann der Tubenkatarrh zu einem chronischen Problem werden. Wenn die Beschwerden auf einen viralen Infekt zurückzuführen sind, muss die Grunderkrankung behandelt werden – mit Abklingen der Beschwerden bildet sich auch die Schwerhörigkeit automatisch zurück. Sind nicht Viren, sondern Bakterien der Auslöser, ist gegebenenfalls eine Therapie mit Antibiotika notwendig. Darüber kann jedoch nur der behandelnde Arzt entscheiden. Wenn die Hörprobleme ausgeprägt sind, wird Ihnen der Arzt außerdem unter Umständen abschwellende Nasentropfen oder ein Nasenspray empfehlen. Sind die Nasenschleimhäute abgeschwollen, wird auch die eustachische Röhre vom Druck entlastet.
Die Entzündung kann abheilen. Meist gehen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen deutlich zurück. Auch Hausmittel können unterstützend bei Ohrenschmerzen angewendet werden. Dazu gehören zum Beispiel die Kartoffelauflage und das Auftragen einer gehackten Zwiebel (Zwiebelsäckchen).

Wie kann ich die Symptome lindern und vorbeugen?

Abwehrkräfte stärken

Gerade im Winter wird unser Immunsystem regelmäßig mit Erkältungsviren konfrontiert. Dank natürlicher Barrieren, wie den Schleimhäuten, sowie vorhandener Proteine im Organismus sollte der Erreger vom Körper abgewehrt werden. Das Immunsystem kann aber auch geschwächt werden durch Stress, Schlafmangel und schlechter Ernährung. Dann sind wir anfälliger für Krankheiten. Daher ist es wichtig, dass Abwehrsystem des Körpers zu stärken und so wieder fitter zu werden. Sie können durch verschiedene Maßnahmen Ihr krankheitsabwehrendes System unterstützen, damit die Abwehrkräfte aktiviert werden. Saunagänge können beispielsweise helfen, oder bestimmte homöopathische Komplexmittel.

Homöopathie

Eisenhut, Zaunrübe oder der Sonnenhut gehören unter anderem zu den pflanzlichen Mitteln, die bei Erkältungskrankheiten helfen können. In der Homöopathie werden diese als Einzelmittel bezeichnet. Es gibt zudem auch homöopathische Komplexmittel, die mehrere Wirkstoffe kombinieren und somit ein breites Spektrum von Beschwerden abdecken.
Welche Globuli für Sie geeignet sind, kann Ihr Heilpraktiker oder Homöopath herausfinden. Dieser betrachtet das Gesamtbild des Krankheitsverlaufs und nicht nur die gegenwärtigen Symptome, um das passende Mittel für Sie zu finden.

Einreiben und inhalieren:

Erkältungssalben mit ätherischen Ölen helfen vor allem nachts dabei, befreiter zu atmen. Sie werden vor dem Schlafen auf die Brust aufgetragen. Zum Inhalieren eignet sich entweder ein heißes Wasserbad, das mit ätherischen Ölen angereichert sein kann, oder ein Vernebler, der Salzwasser in die Atemwege transportiert. Dadurch werden Krankheitserreger herausgespült und die Nasenschleimhäute befeuchtet.

Entspannt baden

Ätherische Öle helfen beim Entspannen, so dass der Körper zur Ruhe kommen kann. Außerdem können sie helfen, Schleim zu lösen und die Nase frei zu machen. Besonders Badezusätze helfen dabei, Erkältungsbeschwerden zu lindern. Eukalyptus und Thymian werden in den Zusätzen gern verwendet, aber auch Lavendel und Latschenkiefer.

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin C kann dabei helfen, die Abwehrkräfte zu stärken. Es ist daher häufig in Nahrungsergänzungsmitteln zur Stärkung des bakterien- und virenabwehrenden Systems zu finden. Aber auch andere Vitamine, wie D3, oder Kräuter wie Salbei können darin enthalten sein. Besonders in der kalten Jahreszeit können diese Mittel das Abwehrsystem des Körpers effektiv unterstützen.

Erkältungstee

Das Tee trinken gehört zum Kranksein für viele dazu. Viel trinken ist generell wichtig, vor allem wenn der Körper gegen Viren oder Bakterien kämpft. Mit den richtigen Teekräutern kann das Getränk die Abwehrkräfte zudem unterstützen. Teemischungen aus unter anderem Ingwer, Kamille und Holunder haben sich bei Erkältungskrankheiten bewährt.

Schnelle Hilfe

Der Hals kratzt, die Kopfschmerzen sind da, die Nase läuft – aber Sie haben einen wichtigen Termin, der nicht verschoben werden kann? Für die kurzfristige Hilfe gegen Erkältungssymptome gibt es verschiedene Präparate. Allerdings wird die Krankheitsdauer dadurch nicht verkürzt, sondern nur die Symptome behandelt. Auch Ruhe ist daher weiterhin wichtig, damit sich Ihr Körper vollständig erholen kann.

Hilft die Sauna bei einer Erkältung?

Wie stärkt die Sauna das Immunsysstem?

Der Temperaturwechsel zwischen heiß und kalt stimuliert die Blutgefäße sowie die Schleimhäute der Atemwege. Dadurch werden diese besser durchblutet und können sich daher besser gegen Erkältungsviren zur Wehr setzen. Generell regt die durch das Saunieren erhöhte Körpertemperatur den Stoffwechsel an, wodurch unter anderem auch Immunzellen aktiver arbeiten können. Das Immunsystem wird daher durch den Saunagang gestärkt. Experten raten daher zu ein bis zwei Saunabesuchen pro Woche. Jeder Saunagang sollte etwa 12 bis 15 Minuten in Anspruch nehmen. Bis zu drei Wiederholungen sind sinnvoll. Wer zur Sauna hetzt und womöglich noch in der Sauna auf die Zeit achten muss, weil der nächste Termin naht, wird von dem Saunagang allerdings nicht profitieren. Stress und Sauna passen nicht zusammen. Das gilt auch für den Abschluss. Der Kältereiz nach der Sauna ist wichtig für den Körper. Am besten nimmt der Saunagänger den Kaltwasserschlauch oder duscht sich kurz unter der Brause kalt ab. Die Wirkung auf den Kreislauf ist so weniger belastend als das sonst vielleicht bevorzugte Bad in Eiswasser.

Kann ich mit einer Erkältung in die Sauna?

Die ersten Anzeichen einer Erkältung sind oft Kopf- und Gliederschmerzen. Aber auch leichter Hustenreiz ist nicht ungewöhnlich. Wer jetzt glaubt, die Krankheit einfach ausschwitzen zu können, irrt: neben der Entspannung ist ein Saunabad vor allem anstrengend für den Körper, der eigentlich gerade mit der Virenabwehr beschäftigt ist. Durch die Hitze wird die Hauttemperatur um bis zu 10 Grad Celsius erhöht, die Körpertemperatur um bis zu ein bis zwei Grad Celsius. Danach wird der Körper mit kaltem Wasser wieder heruntergekühlt – das klingt anstrengend und ist es auch. Es kann daher sein, dass nach der Sauna die Erkältung richtig ausbricht. Besonders Saunaanfänger sollten daher vorsichtig sein bei ersten Erkältungsanzeichen. Geübte Saunagänger können bei leichten Symptomen eines Infekts das Schwitzen noch wagen. Wer sich aber währenddessen plötzlich schlapp fühlt oder andere Symptome an sich beobachtet, sollte den Besuch der Sauna abbrechen. Besonders sinnvoll kann der Besuch einer Dampfsauna oder Bio-Sauna sein. Besonders erkältungslindernde und befreiende ätherische Öle als Saunazusätze wie zum Beispiel Eucalyptusöl sind oft nicht nur wohltuend sondern auch wirkungsvoll. Der Ablauf sollte allerdings an den Gesundheitszustand angepasst werden. Dazu gehören unbedingt

  • langsames Abkühlen,
  • eine längere Ruhephase und
  • ausreichend Wasser trinken.

Wann sollte ich den Saunagang eher meiden?

Auch geübte Saunagänger sollten bei entsprechenden Symptomen die Sauna lieber ausfallen lassen. Dazu zählen unter anderem

  • Fieber
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Starke Erkältungssymptome

Außerdem ist bei öffentlichen Saunen daran zu denken, dass die eigene Erkältung andere Besucher anstecken kann.

Wann darf ich wieder in die Sauna?

Ärzte raten, das Abklingen aller Symptome abzuwarten, eher der Körper wieder der Hitze und Kälte ausgesetzt wird. Außerdem bietet es sich an, nach einer Erkrankung mit sanften Saunagängen zu starten – eine Bio-Saune oder ein Dampfbad sind nicht so heiß wie die finnische Sauna. Nach einer Erkältung kann dies angenehmer für den Körper sein.

Autorin Pharmazieingenieurin Birgit Wickner

Über unsere Autorin:

Birgit Wickner | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazieingenieurin liegt mir die Gesundheit unserer Kunden am Herzen. Um dahingehend optimal beraten zu können, bilde ich mich regelmäßig fort. Mehr erfahren

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Janet, Apothekerin bei mycare.de
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