Erkältung (Grippaler Infekt): Alles, was Sie wissen müssen
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 7 Minuten
Von Birgit Wickner, Pharmazieingenieurin bei mycare.de
Aktualisiert: 01.09.2026
Eine Erkältung ist mehr als nur ein Schnupfen. Sie fühlen sich schlapp, der Kopf dröhnt und die Nase läuft. Solche Beschwerden gehören zu den häufigsten Gründen, warum wir uns unwohl fühlen. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was genau ein grippaler Infekt ist, wie Sie die Symptome lindern und welche Schritte Sie unternehmen können, um Ihre Abwehrkräfte zu stärken. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie die typischen Anzeichen erkennen und welche Fehler Sie vermeiden sollten, damit aus einer harmlosen Erkältung keine ernsteren Probleme entstehen.
Was ist eine Erkältung und wie entsteht sie?
Eine Erkältung, medizinisch auch als grippaler Infekt bekannt, stellt eine akute Virusinfektion der oberen Atemwege dar. Sie betrifft vorrangig die Nase, den Rachen und die Bronchien. Über 200 verschiedene Viren, hauptsächlich Rhinoviren, lösen diese Infektion aus. Sie verbreiten sich auf zwei Hauptwegen:
- Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen winzige, virushaltige Tröpfchen in die Luft und können von anderen eingeatmet werden.
- Schmierinfektion: Viren aus Sekreten gelangen über Hände und Oberflächen zur Nasen- oder Mundschleimhaut, wenn Sie sich ins Gesicht fassen.
Es ist wichtig, eine Erkältung von einer echten Grippe (Influenza) zu unterscheiden. Grippe wird durch Influenza-A- und -B-Viren verursacht und beginnt oft plötzlich mit schweren Symptomen. Ein grippaler Infekt hingegen entwickelt sich meist schleichend mit milderen Beschwerden und birgt ein geringeres Risiko für Komplikationen. Auch im Vergleich zu COVID-19 treten bei einer Erkältung schwere Verläufe seltener auf. Da sich die Symptome überschneiden können, ist bei unklaren Beschwerden ein Corona-Test sinnvoll.

Der typische Verlauf und die Symptome eines grippalen Infekts
Ein grippaler Infekt beginnt oft mit einem leichten Kratzen im Hals. Darauf folgen meist Schnupfen und eine verstopfte Nase. Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sind ebenfalls häufige Begleiter, ebenso wie gelegentliches Fieber, das selten über 38,5 °C steigt. Der Höhepunkt der Beschwerden tritt meist zwischen dem zweiten und vierten Krankheitstag ein. Danach lassen Schnupfen und Halsschmerzen in der Regel nach. Ein Husten kann jedoch einige Tage länger anhalten.
Ein unkomplizierter grippaler Infekt dauert etwa sieben bis zehn Tage. Ein Resthusten bei Erwachsenen kann im Mittel aber bis zu 18 Tage bestehen bleiben, ohne dass dies ungewöhnlich ist. Beobachten Sie Ihren Verlauf genau. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn sich Ihr Krankheitsgefühl deutlich verstärkt, das Fieber anhält oder steigt, oder wenn Sie Atembeschwerden entwickeln.
Behandlung: Symptome lindern, dem Körper Zeit geben
Gegen die Viren, die eine Erkältung auslösen, gibt es keine spezifischen Medikamente, die die Ursache schnell beseitigen. Die Behandlung konzentriert sich daher darauf, Ihre Symptome zu lindern und Ihrem Immunsystem die nötige Zeit zu geben, die Erreger zu bekämpfen.
- Schmerz- und Fiebermittel: Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen effektiv gegen Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen sowie Fieber. Wenden Sie diese jedoch nur kurzfristig und in der empfohlenen Dosierung an.
- Abschwellende Nasensprays: Diese erleichtern für einige Tage das Atmen, indem sie die Schwellung der Nasenschleimhaut reduzieren. Nutzen Sie ein Nasenspray maximal fünf bis sieben Tage und höchstens drei Mal täglich, um eine Gewöhnung oder Schleimhautschädigung zu vermeiden.
- Hausmittel: Inhalationen mit Wasserdampf, warme Tees und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr lindern die Beschwerden und halten die Schleimhäute feucht.
Gefahr der verschleppten Erkältung und mögliche Komplikationen
Eine scheinbar harmlose Erkältung kann zu Problemen führen, wenn Sie sie „verschleppen“. Das bedeutet, dass Sie sich trotz deutlicher Symptome, insbesondere bei Fieber, nicht ausreichend schonen. Körperliche Anstrengung oder intensiver Sport während und kurz nach einem fieberhaften Infekt kann Ihr Herz-Kreislauf-System überfordern. In seltenen Fällen kann dies zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen.
Zudem schwächt die virale Infektion die Schleimhaut der Atemwege. Dies begünstigt die Ansiedlung von Bakterien. So können bakterielle Superinfektionen wie Nebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder Bronchitis entstehen.
Darauf sollten Sie achten: Suchen Sie umgehend eine ärztliche Praxis auf, wenn Sie folgende Warnsignale bemerken:
- Anhaltend hohes oder erneut ansteigendes Fieber
- Starkes Krankheitsgefühl
- Eitriger Auswurf
- Heftige Schmerzen im Bereich von Ohren oder Nasennebenhöhlen
- Zunehmende Atemnot
Diese Anzeichen erfordern eine schnelle Diagnose und gegebenenfalls eine antibiotische Therapie.
Vorbeugung und Stärkung des Immunsystems
Eine Erkältung ganz zu vermeiden, ist im Alltag kaum möglich. Sie können Ihr Risiko jedoch deutlich senken, indem Sie Ihr Immunsystem unterstützen und einfache Hygieneregeln beachten.
Hygienetipps:
- Waschen Sie Ihre Hände häufig und gründlich.
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu Personen, die erkältet sind.
- Decken Sie Mund und Nase beim Husten oder Niesen ab, zum Beispiel mit der Armbeuge.
Stärkung der Abwehrkräfte: Ein gesunder Lebensstil stärkt Ihre Abwehrkräfte langfristig. Dazu gehören:
- Ausreichend Schlaf
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
- Eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung
- Stressreduktion
Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C oder Zink werden oft beworben. Die wissenschaftlichen Daten zeigen hier jedoch nur einen begrenzten Nutzen zur Vorbeugung. Eine gesunde Ernährung ist daher sinnvoller.
Achten Sie während der Heizperiode auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Dies schützt Ihre Schleimhäute vor dem Austrocknen und unterstützt deren natürliche Barrierefunktion gegen Erkältungsviren.
Fazit
Ein grippaler Infekt ist eine häufige, meist harmlose Virusinfektion. Konzentrieren Sie sich auf die Linderung der Symptome und geben Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe, um sich zu erholen. Achten Sie auf Warnsignale und suchen Sie bei anhaltend hohem Fieber oder starken Schmerzen ärztlichen Rat. Mit einfachen Hygienemaßnahmen und einem gesunden Lebensstil stärken Sie Ihr Immunsystem und beugen Erkältungen effektiv vor.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen & weiterführende Informationen
- https://www.infovac.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=642&Itemid=1599&lang=de
- https://www.dak.de/dak/gesundheit/erkrankungen/lungen-und-atemwegserkrankungen/erkaeltung/erkaeltet-zur-arbeit_225848
- https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_COVID-19.html
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Birgit Wickner | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazieingenieurin liegt mir die Gesundheit unserer Kunden am Herzen. Um dahingehend optimal beraten zu können, bilde ich mich regelmäßig fort. Mehr über B. Wickner
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