Heiserkeit: Was kann ich tun, wenn die Stimme weg ist?
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Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjorunalistin
Aktualisiert: 22.09.2025
Heiserkeit ist eine Störung der Stimme, die durch eine Schwellung der Stimmbänder oder des Kehlkopfs verursacht wird. Häufigste Ursachen sind Überbeanspruchung der Stimme oder Infekte. Das Wichtigste ist, die Stimme vollständig zu schonen und nicht zu sprechen, flüstern oder sich zu räuspern. Hausmittel wie Salbeitee, warme Halswickel und warme Milch mit Honig können die Symptome lindern. Es sollte viel Flüssigkeit getrunken und Reizstoffe wie Rauch oder Alkohol gemieden werden. Bleibt die Heiserkeit länger als einige Wochen bestehen, ist eine ärztliche Untersuchung dringend notwendig.
Bedeutung von Heiserkeit
Heiserkeit drückt eine Störung der Stimme aus. Die Ursache findet sich am Stimmapparat und am Kehlkopf, welche üblicherweise die Stimme formen. Fachleute bezeichnen Stimmstörungen als Dysphonien. Heiserkeit kann viele Ursachen haben: Eine Erkältung, Überbeanspruchung, aber auch nach einer Operation, durch Reizstoffe oder aber durch einen Tumor ausgelöst.

Entstehung einer heisere Stimme
Schwillt die sensible Schleimhaut am Kehlkopf infolge einer Reizung oder Infektion an, verhindert dies den korrekten Verschluss der Stimmlippen. Daraufhin folgen heisere Sprachlaute. Manchmal können gar keine Laute mehr erzeugt werden, es bleibt beim Flüstern. Bereits kleinste Veränderungen im Bereich der Stimmlippen machen sich bemerkbar, für eine vollständige Funktion müssen diese schwingen.
Besonders bei Kleinkindern zwischen ein und fünf Jahren können Viren zu einer Entzündung des Kehlkopfs führen, dem Pseudokrupp. Typisch sind ein bellend-pfeifender Husten und starke Heiserkeit.
Bei einer chronischen Überlastung der Stimme können gutartige Knötchen auf den Stimmlippen entstehen, diese werden auch Sängerknötchen genannt, die zur Normalisierung der Stimme operativ entfernt werden müssen.
Gepaart mit Fieber, Halsweh, Schnupfen, Husten oder gar Kopf- und Gliederschmerzen geht die Heiserkeit eindeutig zurück auf eine Schwellung der Schleimhäute im Kehlkopfbereich durch Erkältung oder Grippe. Auch plötzlich auftretende Heiserkeit ohne weitere Erkältungsanzeichen kann auf einen viralen Infekt auf den Stimmbändern hinweisen.
Der gefürchtetste Grund für eine chronische Heiserkeit ist der Kehlkopfkrebs. Risikopatienten dafür sind Raucher, die auch Alkohol trinken.
Typische Ursachen sind:
- Allgemeine Erkältungsinfekte
- Entzündete Stimmbänder
- Entzündung des Kehlkopfs (Pseudokrupp)
- Überanstrengung durch Schreien, Singen oder Reden
- Schilddrüsenfunktionsstörung
- Gutartige Wucherungen (Polypen) auf der Schleimhaut
- Vergrößerte Schilddrüse
- Allergien
- Stress
- Eine Hirnnervenläsion
- Psychische Ursachen (Angst, Depressionen)
- Rauchen
Auch das Einatmen von Rauch, Staub, chemischen Dämpfen oder extrem kalter, trockener Luft können die Stimme belasten. Die häufigsten Ursachen für Heiserkeit sind nach wie vor Überanstrengung der Stimme oder eine Infektion der oberen Atemwege.
Behandlung von Heiserkeit
Wichtig ist, nicht zu sprechen. Auch Flüstern und Räuspern sind tabu. Es sollte viel Flüssigkeit getrunken werden, auch Rauchen muss unterlassen werden. Es bestehen zudem viele nützliche Hausmittel (siehe unten).
Hausmittel gegen Heiserkeit
Man sollte die Stimme schonen. Denn mit jedem Wort strömt Atemluft an den empfindlichen Partien des Kehlkopfs entlang und sorgt für Reizung. Auch Flüstern sollte man lassen, das beansprucht die Stimmlippen unnötig. Wichtig ist, viel zu trinken, empfehlenswert sind Salbei- oder Primeltee, beide wirken beruhigend auf die Schleimhäute. Auch isländisches Moos hat einen lindernden Effekt. Ein altes Hausmittel ist ein Sud aus Spitzwegerich. Die getrockneten Pflanzenblätter kocht man in Wasser auf, für einen feineren Geschmack kann man noch etwas Thymian oder Honig beigeben. Auch warme Milch mit Honig hat sich als Hausmittel bei Heiserkeit seit langem bewährt.
Abzuraten ist von scharfen Menthol- oder Eukalyptusbonbons. Kaffee und Fruchtsäfte sind zu meiden. Die Nahrung sollte nicht zu scharf gewürzt, nicht zu heiß und nicht zu kalt sein. Ferner sind warme Halswickel um den Hals empfohlen, es sollte für hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Bachblüten oder ätherische Öle können Linderung verschaffen.
Ungeeignete Maßnahmen bei Heiserkeit
Die wichtigste Maßnahme bei Heiserkeit ist, dass Sie Ihre Stimme schonen. Leise sprechen oder flüstern schont die Stimme, anders als man vermuten würde, nicht. Auch Räuspern sollten Sie vermeiden, da dadurch die Stimmlippen unnötig gereizt werden. Rauchen und Alkohol sind tabu und sollten grundsätzlich gemieden werden. Tritt bei Ihnen die Heiserkeit häufiger auf, kann es sein, dass Sie eine falsche Atemtechnik haben und dadurch den Stimmapparat überlasten. Ein professionelles Stimm- und Sprechtraining kann dann helfen.
Dauer von Heiserkeit
Wenn die Stimme über mehrere Wochen hinweg heiser bleibt, müssen die Beschwerden ärztlich untersucht werden. Das Gleiche gilt für die scheinbar grundlose Heiserkeit, die regelmäßig wiederkehrt. Hier besteht die Gefahr, dass den Symptomen beispielsweise eine Tumorerkrankung oder eine chronische Kehlkopfentzündung zugrunde liegt.
Häufig gestellte Fragen rund um Heiserkeit
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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