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Wie gefährlich ist eine Erkältung für das ungeborene Kind?

Von Juliane Fleischer, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 18.01.2021

Erkältung in der Schwangerschaft - was tun?

Husten, verstopfte oder laufende Nase, Heiserkeit sind typische Symptome einer Erkältung. Diese kommt bei Schwangeren jedoch häufiger vor, als bei nicht schwangeren Frauen. Das Immunsystem der werdenden Mutter ist während der Schwangerschaft anfälliger für Infekte, da sich es sich darauf konzentriert, das ungeborene Baby zu schützen.

Generell ist ein leichter Schnupfen mit Husten und erhöhter Temperatur nicht gefährlich für das Kind. Bei einer Erkältung sind besonders die oberen Atemwege, sowie die Nasen- und Rachenschleimhaut von Viren befallen. Bevor diese sich weiter im Körper verbreiten können, hat das Immunsystem bereits reagiert und Abwehrstoffe gebildet. Ein Risiko für Schwangere und Baby besteht dann, wenn Fieber von 39 Grad Celsius über 3 Tage auftritt. Dies kann unbehandelt zu Komplikationen, wie vorzeitigen Wehen oder sogar einer Fehlgeburt führen. Daher ist es ratsam, bei einer mit hohem Fieber einhergehenden Erkältung für die Diagnostik und Auswahl der notwendigen Therapie einen Arzt aufzusuchen.

Das Immunsystem bekämpft die Viren, die die Erkältung ausgelöst haben, indem es Abwehrstoffe bildet. Da die Abwehrkräfte bei einer Erkältung geschwächt sind, besteht die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Sekundärinfektion). Damit kann das Immunsystem überfordert werden und dann nicht mehr in der Lage sein, beide Erreger erfolgreich abzuwehren. Hier verordnet gegebenenfalls der Arzt manchmal auch ein Antibiotikum, um die Mutter und das ungeborene Baby zu schützen.

Welche Medikamente sind bei einer Erkältung in der Schwangerschaft geeignet?

Schnell greift man bei Schmerzen und Fieber zu bekannten Wirkstoffen, wie Ibuprofen oder Paracetamol, um eine rasche Linderung zu erreichen. In der Schwangerschaft ist jedoch auch bei diesen Medikamenten Vorsicht geboten. Bei medikamentös behandlungsbedürftigen Schmerzen gehört Paracetamol in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl, jedoch nur unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko für das ungeborene Kind und in niedriger Dosierung. Ibuprofen wäre im ersten und 2. Drittel der Schwangerschaft, keinesfalls aber im letzten Drittel alternativ möglich. Grundsätzlich ist vor der Einnahme von Arzneimitteln eine Rücksprache mit dem Arzt zu empfehlen, da er die Nutzen-Risiko-Abwägung individuell vornimmt.

Sollte eine Sekundärinfektion mit bakteriellen Erregern aufgetreten sein, ist eine medikamentöse Behandlung gezielt und mit Bedacht ausgewählten und für die Schwangerschaft geeigneten Arzneimitteln meistens das Mittel der Wahl.

Präparate zur Behandlung einer Erkältung sollten möglichst nur auf Empfehlung des Arztes angewendet werden und wenn Hausmittel keinen Erfolg bringen.

Pflanzliche Medikamente

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung von Arzneimitteln bei Erkältung und Schnupfen begrenzt. Hierbei ist eine Rücksprache mit dem Arzt immer zu empfehlen. Auch wenn uns manche Präparate als unbedenklich erscheinen, ist die Studienlage für die Schwangerschaft nicht immer ausreichend.

Bewährte Hausmittel

Es müssen nicht immer gleich Medikamente zur Bekämpfung einer Erkältung sein um schnell wieder gesund zu werden. Manchmal sind Hausmittel schon ausreichend und verschaffen Linderung. Das wohl primär wichtigste Hausmittel, wenn man erkältet ist: Ausruhen oder Bettruhe. Körperliche Anstrengungen sind während einer Erkältung kontraproduktiv.

Viel trinken:

Das ist natürlich immer wichtig, aber besonders noch bei Infekten und einer Schwangerschaft. Das hält die Schleimhäute feucht und bewahrt sie vor dem Austrocknen. Dazu eignen sich insbesondere ungesüßte Tees von Arzneipflanzen, wie zum Beispiel Kamille, Melisse und Holunderblüte. Auch die vielfach beliebte Heiße Zitrone oder Ingwer können durchaus in der Schwangerschaft getrunken werden.

Verstopfte Nase (Schnupfen):

Abschwellende Nasensprays können bei einer längeren Anwendung die Nasenschleimhaut schädigen und sogar eine Art Abhängigkeit erzeugen. Die Inhaltsstoffe in den Sprays bewirken ein Zusammenziehen der Gefäße, wodurch eine Abschwellung erreicht wird und man wieder besser atmen kann. Die Anwendung dieser Nasensprays, zum Beispiel Olynth in der Schwangerschaft ist aber kurzzeitig in therapeutischer Dosierung möglich.

Als natürliche Alternative eignen sich Salzwasser-Nasensprays, zum Beispiel MAR Nasenspray Plus Pflege und Nasenduschen, wie Emser Nasendusche mit 4 Beuteln Nasenspülsalz. Diese befeuchten die Nasenschleimhaut natürlich und befreien von Sekreten. Die Anwendung kann so oft wie nötig stattfinden.

Auch das Inhalieren kann wohltuend sein und den Heilungsprozess unterstützen. Dazu eignen sich zum Beispiel Kamillenblüten im Dampfbad. Auf die Inhalation mit ätherischen Ölen, wie Eukalyptus oder Campher sollten Schwangere besser verzichten. Im ungünstigen Fall können Sie ungewollt wehenfördernd wirken.

Halsschmerzen:

Fast jedem ist die heiße Milch mit Honig noch aus den Kindertagen bekannt. Und nicht ohne Grund ist dies eine gute Alternative. Sie wirkt leicht gegen Entzündungen und kann eine die gereizte Racheschleimhaut lindern. Zudem sagt man ihr nach, sie solle das Einschlafen begünstigen. Auch das Gurgeln von Salbeitee verschafft Linderung bei Halsschmerzen. Salbei wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Empfehlenswert ist es, Salbei- und Kamillentee zu kombinieren. Die reizlindernde entzündungshemmende Wirkung der Kamillenblüten ergänzt den antibakteriellen Effekt der Salbeiblätter beim Gurgeln optimal.

Husten:

Wie wäre es mit eigenem selbstgemachten Hustensaft? Hierzu schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Würfel und geben Sie 1 Esslöffel Honig oder wahlweise auch Ahornsirup oder 2 Esslöffel Zucker hinzu. Das Gefäß abdecken und 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. Nach Bedarf nehmen Sie mehrmals täglich 1 Teelöffel des selbstgemachten Sirups ein.

Kopfschmerzen:

Auch wenn der Kopf pocht und schmerzt können sollte der Griff nach Schmerzmitteln wohlbedacht und nur bei unbedingter Notwendigkeit und Zustimmung des Frauenarztes erfolgen. Schon ein feuchtes Tuch oder Waschlippen auf der Stirn können manchmal den Schmerz lindern. Auch ätherische Öle können bei äußerlicher Anwendung eine wohltuende Wirkung bei Kopfschmerzen haben. Massieren Sie hierzu ein wenig Lavendelöl oder Pfefferminzöl sanft auf der Stirn ein.

Fieber:

Leichtes Fieber ist in der Regel nicht problematisch in der Schwangerschaft und kann mit Hilfe von Wadenwickeln und Pulswickeln behandelt werden. Hierfür können Sie Handtücher und Küchentücher verwenden.

So beugen Sie Erkältungen in der Schwangerschaft vor

Eine Stärkung der Abwehrkräfte ist nicht nur, aber gerade in der Schwangerschaft sinnvoll. Das Immunsystem der Schwangeren ist zum Schutz des Kindes beansprucht, so dass eine zusätzliche Belastung durch Infekte vermieden werden sollte.

Ausgewogene Ernährung

Was heißt eigentlich ausgewogen? Sich ausgewogen zu ernähren heißt vereinfacht, sich abwechslungsreich, vollwertig und mit ausreichend Obst und Gemüse in bunter Farbenvielfalt zu ernähren. Die Ernährung ist eines der Basisbausteine für ein gesundes Leben, individuelles Wohlbefinden und insbesondere auch für das heranwachsende Baby im Mutterleib. In der Schwangerschaft herrscht allgemein ein höherer Bedarf an Nähr- und Mikronährstoffen. Deshalb sollte auf eine abwechslungsreiche Ernährung besonders im Hinblick auf eine gesunde Entwicklung des Nachwuchses geachtet werden. Vitamine (insbesondere Vitamin C), Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig, daher sind Obst und Gemüse wichtig. Aber auch Ballaststoffe und Eiweiße gehören zu einer ausgewogenen Kost.

Sie können Vitamin- und Mineralstoffpräparate anwenden. Kombinationspräparate wie Femibion 1 und Femibion 2 sind speziell auf die Bedürfnisse in den Schwangerschaftswochen abgestimmt und dafür entwickelt worden. Sie sollten jedoch nur Zusatz und kein Ersatz sein. Hierfür ist eine Rücksprache mit dem Arzt ratsam.

Hände waschen und Abstand halten

Krankheitserreger werden häufig über Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, sie können sich auf Oberflächen, wie Türgriffen befinden. Eine Ansteckung über diesen Weg lässt sich durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen vermeiden. Ebenso ist Abstand halten zu anderen erkrankten Menschen effektiv, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Frische Luft und Bewegung

Ein Spaziergang und generell Bewegung an frischer Luft stärken die Abwehr und fördern zudem noch eine bessere Stimmungslage. Der Kreislauf wird angeregt und die Durchblutung gefördert. Auch Sportarten, wie Yoga, Radfahren oder Schwimmen haben einen positiven Effekt. Hierbei sollte jedoch jede schwangere Frau sich auch auf ihr Gefühl verlassen und bei Unsicherheiten den Gynäkologen kontaktieren. Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, das richtige Maß für körperliche Anstrengung zu finden und sich nicht zu überfordern.

Autorin PTA Juliane Fleischer

Über unsere Autorin:

Juliane Fleischer | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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