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Was sind Halsschmerzen?

Was sind Halsschmerzen?

Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 03.04.2021

Halsschmerzen sind keine eigenständige Krankheit. Sie sind vielmehr ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Symptomen, die unterschiedliche Ursachen haben können. Bezeichnet werden damit oft Symptome wie:

  • schmerzhafte Rötung und Schwellung im Rachen
  • häufig gefolgt von Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit und Schmerzen beim Sprechen

Die Beschwerden können einzeln oder gemeinsam auftreten. Der Höhepunkt ist üblicherweise nach zwei bis drei Tagen erreicht, wenn es sich um akute Halsschmerzen handelt. Nach einer Woche sind die Beschwerden in den meisten Fällen abgeklungen.

Ursache und Hindergründe

Erkältungsbedingt erkranken Erwachsene zwei- bis dreimal im Jahr an Halsschmerzen. Um die Beschwerden behandeln zu können, ist es wichtig, die Ursache zu kennen.

Ursache ist eine Entzündung, die durch Reizung oder Schädigung von Zellen aus dem Gewebeverbund hervorgerufen wird. Die Schleimhäute im Hals werden als natürliche Reaktion, z.B. um Erreger schneller abzutransportieren, stärker durchblutet. Dies verursacht eine Rötung und Erwärmung. Das Gewebe schwillt an, wodurch Druck auf bestimmte Nervenenden entsteht. Die gesamten Vorgänge werden nun über Nervenleitungsbahnen dem Gehirn gemeldet. Auf diese Weise empfinden wir die Entzündungsreaktion im Hals schließlich als "Halsschmerz".

Erkältungen sind die häufigste Ursache für akute Halsschmerzen. Ausgelöst wird die Erkrankung durch verschiedene Viren oder Bakterien. Darüber hinaus kann ein geschwächtes Immunsystem den Ausbruch einer Erkältung begünstigen.

Halsschmerzen können jedoch auch ein Symptom ernsthafter Erkrankungen wie z.B.

  • Mandelentzündung
  • Allergien (z.B. Heuschnupfen)
  • Unverträglichkeit gegenüber Arzneimitteln
  • Sodbrennen oder
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung sein.

Eine eindeutige Diagnose, um welche Erkrankung es sich im Detail handelt, kann Ihnen jedoch nur ein Arzt geben

Ist Sport bei Halsschmerzen zu empfehlen?

Sofern kein Fieber oder Husten vorliegt, kann körperliches Training bei leichten Halsschmerzen fortgeführt werden. Bei Erkältung kann Sport kann sogar dazu beitragen das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Bei starken Halsschmerzen sollten Betroffene jedoch auf Sport oder Bewegung in kalter, nasser Umgebung grundsätzlich verzichten.

Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig. Ein Arztbesuch ist erforderlich bei:

  • Atemnot
  • Atembeschwerden
  • Halsschmerzen hauptsächlich auf einer Seite des Halses
  • Stark geschwollenen Lymphknoten
  • Fieber über 39 Grad Celsius
  • Halsschmerz in Verbindung mit Hautausschlag an Gesicht oder Körper
  • Himbeerroter Verfärbung der Zunge
  • Eitrigen Belegen

Bei Halsweh in Kombination mit starken Schluckbeschwerden, plötzlicher Heiserkeit und hohem Fieber ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. In der Regel kündigt sich so nämlich eine Infektion der Atemwege an. Beschwerden, die länger als 7 Tage andauern, können auf eine chronische Erkrankung hinweisen. Eine ärztliche Untersuchung ist in diesem Fall ratsam.

Wenn Sie beim Arzt waren und sich zwischenzeitlich die Schmerzen verschlimmern oder länger als fünf Tage andauern, sollten Sie nochmals das Gespräch suchen. Einen Termin mit einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt sollten Sie vereinbaren, wenn Halsschmerzen sehr häufig auftreten (bei Erwachsenen: öfter als viermal pro Jahr) und auf Hausmittel nicht ansprechen.

Darauf sollten Sie achten:

Einige Behandlungsmethoden und Arzneimittel sind für Kinder ungeeignet. Gleiches gilt für Schwangere. Erfahrungsgemäß sollten Mittel mit geringer Wirkstoff-Konzentration verwenden werden. Gut verträglich und praktisch zu dosieren sind homöopathische Präparate. Grundsätzlich sollte jedoch eine bedarfsgerechte Behandlung in Absprache mit dem Arzt erfolgen.


Was ist eine Mandelentzündung?

Ihre Mandeln sind so etwas wie die Türsteher des Abwehrsystems: Wenn Krankheitserreger über Mund und Nase eindringen, können sie diese abfangen und das Immunsystem aktivieren. Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Mandeln sehr häufig mit Viren und Bakterien in Kontakt kommen und sich dadurch entzünden können. Vor allem Erkältungs- und Grippeviren lösen eine solche akute Mandelentzündung – Tonsillitis acuta oder Angina tonsillaris – aus. Aber auch Bakterien wie Streptokokken oder Pneumokokken können eine Mandelentzündung verursachen. Symptome einer solchen Mandelentzündung sind vorrangig starke Halsschmerzen. Der Schmerz kann beim Schlucken oder Gähnen bis zu den Ohren hin ausstrahlen. Häufig wird eine Mandelentzündung zudem von Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber begleitet. Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen, die Gaumenmandeln sind dick und rot und mit Eiterflecken belegt.

Schnelle Hilfe bei einer Mandelenzündung

Haben Sie sich eine Mandelentzündung eingefangen, dann bedarf es einer besonderen Aufmerksamkeit. Unterstützend können Sie einiges tun, um sich die Zeit bis zur Genesung zu erleichtern:

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Bestenfalls steigern Sie die sonst gewohnte Menge.
  • Kalte Getränke oder Eis lindern den Schmerz .
  • Gurgeln Sie mit Kamille oder Salbei.
  • Vermeiden Sie gewürzte Speisen und Fruchtsäfte.
  • Verzichten Sie möglichst 2 Wochen auf Zigaretten.
  • Auch bekannte Hausmittel wirken im entzündeten Rachen hilfreich.

Ein Arztbesuch ist bei einer Mandelentzündung ratsam, da bei einer bakteriell verursachten Mandelentzündung die Gabe von Antibiotika notwendig sein kann.


Wieso ist meine Stimme bei Heiserkeit weg?

Die Stimme ermöglicht es uns, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Doch manchmal verlässt Sie uns. Wir werden geplagt von Stimmverlust, Heiserkeit oder einer rauen Stimme. Was löst die Heiserkeit in der Regel aus und wie wird man sie wieder los? Und vor allem, welche Behandlung macht Sinn?

Stimmbänder, Stimmlippen, Stimmritze und Kehlkopf sind für die Stimmerzeugung zuständig. Können die Stimmbänder nicht mehr frei schwingen, klingt die Stimme belegt, heiser oder es ist nur noch Flüstern möglich. Gepaart mit Fieber, Halsweh, Schnupfen, Husten oder gar Kopf- und Gliederschmerzen, geht die Heiserkeit eindeutig zurück auf eine Schwellung der Schleimhäute im Kehlkopfbereich durch Erkältung oder Grippe. Auch plötzlich auftretende Heiserkeit ohne weitere Erkältungsanzeichen kann auf einen viralen Infekt auf den Stimmbändern hinweisen. Dauert die akute Heiserkeit oder raue Stimme länger als eine Woche an, geht sie mit starken Schmerzen oder gar mit Atemnot einher, sollte unter allen Umständen ein Arzt aufgesucht werden. Nur so schützen Sie sich vor einer chronischen Heiserkeit und können eine passende Therapie beginnen.

Was sind die Ursachen von Heiserkeit?

Die Ursache zu bestimmen hilft bei der Wahl einer passenden Therapie. Ebenfalls lässt sich daraus herleiten, wie lange die Stimme geschwächt sein wird. Der Verlust der Stimme kann jedoch ganz verschiedene Ursachen haben:

  • Allgemeine Erkältungsinfekte
  • Entzündete Stimmbänder
  • Entzündung des Kehlkopfs (Pseudokrupp)
  • Überanstrengung durch Schreien, Singen oder Reden
  • Gutartige Wucherungen (Polypen) auf der Schleimhaut
  • Vergrößerte Schilddrüse
  • Allergien
  • Stress
  • Psychische Ursachen (Angst, Depressionen)
  • Rauchen

Auch das Einatmen von Rauch, Staub, chemischen Dämpfen oder extrem kalter, trockener Luft können die Stimme belasten. Die häufigsten Ursachen für Heiserkeit sind nach wie vor Überanstrengung der Stimme oder eine Infektion der oberen Atemwege.

Autorin Apothekerin Lisa Stenschke

Über unsere Autorin:

Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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