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Muss ich als Diabetiker etwas bei der Hautpflege beachten?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 19.09.2020

Muss ich als Diabetiker etwas bei der Hautpflege beachten?

Trockene, juckende Haut kann eins der ersten Anzeichen für die beginnende diabetische Krankheit sein, unter der in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen leiden. Dazu kommen Hautinfektionen, schlecht heilende Wunden sowie Druckstellen, Hornhaut und Schrunden an den Füßen.

Das sind aber längst nicht die einzigen Hautveränderungen, die eintreten können. Die möglichen Erkrankungen sind zahlreich:

  • Pilzinfektionen: Auf der Haut, den Nägeln oder den Schleimhäuten können sich Pilzinfektionen bilden. Treten diese trotz Behandlung immer wieder auf, können sie auf die Zuckerkrankheit hinweisen.
  • Pigmentstörungen: Bei etwa 50 Prozent der von der Zuckerkrankheit betroffenen Menschen zeigt sich die diabetische Dermopathie. Dabei bilden sich meist an den Unterschenkeln rötlich-braune gerötete Areale. Diese sind schmerzlos. Die diabetische Dermopathie kann sich bessern, wenn der Blutzuckerspiegel sorgfältiger eingestellt wird.
  • Weißfleckenkrankheit: Die Vitiligo tritt nur bei etwa einem Prozent der Normalbevölkerung auf. Für Mediziner gilt diese Hautveränderung als Marker, der auf den Typ 1 der Zuckerkrankheit hinweisen kann.

Daneben gibt es noch weitere Hautkrankheiten, die auf die Zuckerkrankheit von Typ 1 oder Typ 2 hinweisen können. Kleinere Verletzungen, die sich zu Geschwüren entwickeln, oder braunschwarze Verfärbungen der Haut können dafür sprechen.

Im Zweifelsfall sollten Sie immer Ihren Arzt aufsuchen. Bei guter Stoffwechselkontrolle und guten Blutzuckerwerten sind Infektionen bei diabetischer Haut nicht häufiger als bei gesunden Menschen.

Was sind die Ursachen für Erkrankungen diabetischer Haut?

Vermehrter Harndrang: Um überschüssigen Zucker loszuwerden, versucht der Körper, ihn über den Urin auszuscheiden und verliert so vermehrt Wasser. Als Folge trocknen der Körper und auch die Haut aus. Ein juckender Hautausschlag kann entstehen.

Die Krankheit schädigt auf Dauer die Nerven, die sogenannte diabetische Neuropathie:

  • Störung der Schweiß- und Talgproduktion: Unter anderem können die Nerven betroffen sein, die die Schweiß- und Talgproduktion der Haut steuern. Die Folge der diabetischen Nervenstörung: Die Haut kann ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt nicht mehr ausreichend regulieren, sie trocknet aus und ihre natürliche Abwehr wird herabgesetzt. Dies wird auch als autonome Neuropathie bezeichnet.
  • Störung bei sensiblen Empfindungen: Es können auch die Nerven betroffen sein, die für sensible Empfindungen zuständig sind, die periphere Neuropathie. Dadurch können Betroffene ein gestörtes Schmerz-, Berührungs- und Temperaturempfinden entwickeln.
  • Weitere Störungen: Neben den schon genannten Folgen können die Nervenschädigungen auch zu Magenlähmungen oder Herzrhythmusstörungen führen, sowie eine Blasenschwäche begünstigen. Auch chronische Schmerzen, Missempfindungen und Lähmungen können eine Folge sein.

Verengte Blutgefäße: Außerdem schädigen erhöhte Zuckerwerte neben den Nerven auch die Blutgefäße. Sie verengen sich. Dadurch wird die Hautdurchblutung und damit die Versorgung der Haut mit wichtigem Sauerstoff und anderen Nährstoffen vermindert.

Tipp: Um Ihre Haut zu stärken, empfiehlt es sich, den gesamten Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Trinken Sie deshalb viel – mindestens zwei Liter am Tag sollten es sein.

Wie schütze ich meine Haut vor Erkrankungen?

Um die empfindliche und extrem trockene diabetische Haut richtig zu schützen, ist vor allem regelmäßige Pflege mit viel Fett und Feuchtigkeit wichtig. Besonders im Bereich der Beine und Füße ist darauf zu achten.

Tägliche Pflege:

  • Duschen: Duschen ist besser als Baden, denn ein entspannendes Vollbad entzieht dem Körper zusätzlich Fett, vor allem dann, wenn das Wasser sehr warm ist. Auch beim Duschen sollten Sie auf moderate Temperaturen achten und nur kurz unter der Brause verweilen.
  • Reinigung: Dazu sollten bereits beim Duschen ausschließlich Produkte verwendet werden, die hautberuhigend und intensiv rückfettend wirken. Am besten geeignet sind hier speziell für trockene Haut entwickelte Duschöle.
  • Abtrocknen: Nach einer kurzen, lauwarmen Dusche muss die Haut zudem sanft aber gründlich abgetrocknet werden. Dabei sollte besonders auf Hautfalten beispielsweise unter den Brüsten und auf die Zehenzwischenräume geachtet werden, denn hier bietet Feuchtigkeit ein optimales Wachstumsmilieu für Keime wie Bakterien und Pilze, denen die ohnehin geschwächte Diabetikerhaut wenig entgegensetzen kann.
  • Eincremen: Anschließend muss trockene Haut unbedingt eingecremt werden, um ihrem Fett- und Feuchtigkeitsbedarf gerecht zu werden. Benutzen Sie dabei speziell für Diabetiker empfohlene Produkte.
Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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