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Gibt es eine Verbindung zwischen Heuschnupfen und allergischem Asthma?

Von Marcus Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 22.02.2021

Gibt es eine Verbindung zwischen Heuschnupfen und allergischem Asthma?

Was ist allergisches Asthma?

Rund 80 % der Erkrankungen von Asthma bronchiale gehen auf das allergische Asthma zurück. Dabei können verschiedene Allergien der Grund sein, in vielen Fällen ist es aber eine Pollenallergie. Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, deren Ursache in chronisch entzündeten Bronchien liegt.

Weitere Allergene, die allergisches Asthma verursachen können, sind der Kot der Hausstaubmilbe, Schimmelpilze, Tierhaare und Federn, Mehl- und Holzstaub. Jeder fünfte Deutsche ist inzwischen von einer Allergie betroffen. Mit einem Spray für die Behandlung von Matratzen und Textilien, welches Margosa-Extrakt aus dem Samen des Niembaums enthält, kann mitunter der Milbenkreislauf unterbrochen werden, indem die Milben verhungern. Eine regelmäßige Anwendung wird empfohlen.

Oftmals liegt auch eine Mischform von allergischem und nicht-allergischem Asthma bronchiale vor. Verschiedene Reize können sich dabei gegenseitig verstärken. Besonders gefährdet, allergisches Asthma zu entwickeln, sind Personen, bei denen beide Elternteile an allergischem Beschwerden leiden. Denn eine Allergiebereitschaft ist vererbbar. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt außerdem Rauchen in aktiver und passiver Form.

Wichtig ist, dass Allergien gleich nach ihrem Bekanntwerden wirksam behandelt werden, um zu verhindern, dass aus Heuschnupfen allergisches Asthma wird. Diesen Vorgang bezeichnet man als den sogenannten Etagenwechsel.

Heuschnupfen, oder auch die allergische Rhinokonjunktivitis können beispielsweise mit dafür geeignetem rezeptfreien Nasenspray, Augentropfen (oder einer entsprechenden Kombipackung) bzw. Heuschnupfen Tabletten mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin gelindert werden.

Symptome bei allergischem Asthma

Die Symptome bei allergischem Asthma sind die gleichen, die auch bei Asthma bronchiale auftreten: Atemnot, die sich bei körperlicher Belastung verstärkt, ein pfeifendes Geräusch („Giemen“) aus Lungen und Bronchien, schlimmstenfalls ein Asthmaanfall, bei dem sich alle Atemmuskeln verkrampfen und die Bronchien verengen. Ein Asthmaanfall ist ein Notfall und behandlungsbedürftig! Wenn die Asthmaerkrankung bekannt ist, braucht der Patient unbedingt seinen bronchienerweiternden Inhalator.

Bei Kindern äußern sich die asthmatischen Beschwerden oft nicht so eindeutig wie bei Erwachsenen. Pfeifende Geräusche beim Ausatmen und oftmals trockener Husten gehören zum typischen Beschwerdebild. Ein Warnzeichen kann auch sein, dass das Kind plötzlich keine Lust mehr auf Bewegung und Spielplatzbesuche hat, oft erkältet ist und einen geschwächten Eindruck macht.

Allergisches Asthma und Heuschnupfen

Warum das Immunsystem von immer mehr Menschen in Form von Allergien „überreagiert“, wird den unterschiedlichsten Ursachen zugeschrieben. Die weitaus häufigsten allergischen Reaktionen und Symptome sind Heuschnupfen, allergisches Asthma, gefolgt von Neurodermitis mit allergischem Ekzem. Allergisches Asthma und Heuschnupfen treten oft parallel auf, insbesondere im Frühjahr zur Pollenflugzeit.

Asthma ist zum Teil erblich bedingt und daher in bestimmten Familien gehäuft anzutreffen. Treten die akuten Asthmaanfälle überwiegend in der Heuschnupfenzeit auf, wenn im Frühjahr die Pollen fliegen, ist ihre Ursache klar einzugrenzen. Andere Auslöser können Tierallergene, Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilben oder Staub sein. Weil die Allergene jedoch die Atemwege bis tief in die Bronchien reizen und dort zu Entzündungen führen, können im akuten Stadium auch andere allergieauslösende Stoffe und Faktoren wie Infektionen, Zigarettenrauch, Abgase oder chemische Duftstoffe Asthmaanfälle verursachen.

Heuschnupfen und allergisches Asthma: Eng verknüpft

Heuschnupfen alleine beeinträchtigt die Lebensqualität schon erheblich: typische Beschwerden, wie juckende Augen und laufende Nase treten auf, die Schleimhäute schwellen an und viele Rhinitis-Patienten stellen fest, dass sie an besonders schlimmen Tagen schwer Luft bekommen. Geschätzt ein Drittel aller Heuschnupfen-Allergiker leidet zugleich auch an Asthma. Das Risiko, zusätzlich Asthma zu entwickeln, ist hoch. Umgekehrt wird bei Asthmatikern oft übersehen, dass sie bereits an allergischer Rhinitis leiden. Während ein reiner Heuschnupfenpatient oft auf rezeptfreie Mittel zurückgreift, ist Asthma oder die Kombination beider Allergien eine extreme Belastung. Denn Asthmatiker kämpfen mit Kurzatmigkeit, Atemnot und entsprechenden Angstzuständen. In diesen Fällen muss das gesamte Atemwegssystem umfassend behandelt werden.

Zur Symptombekämpfung einer allergischen Reaktion werden unter anderem folgenden Mittel eingesetzt:

Antihistaminika zur Dämpfung der Immunreaktion
Moderne Antihistaminika wie Reactine oder Lorano sind frei verkäuflich und machen im Gegensatz zu früheren Wirkstoffen dieser Wirkstoffgruppe nicht mehr müde. Mittlerweile sind auch Medikamente mit den Wirkstoffen Levocetirizin und Desloratadin frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen.

Lokal wirkendes Kortison, um die Schwellungen in den Atmungsorganen abklingen zu lassen
Als Nasenspray ist hier der Wirkstoff Beclometason inzwischen für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene frei verkäuflich zum Beispiel als Heuschnupfenspray erhältlich. RatioAllerg hat sich bewährt und ist sehr anwenderfreundlich. Währenddessen gibt es bereits weitere Präparate mit Inhaltsstoffen aus der Wirkstoffgruppe der Glucocorticoide, unter anderem Otri-Allergie Nasenspray oder MometaHexal Heuschnupfenspray. Im Gegensatz zu Präparaten mit Cromoglicinsäure, die mehrmals am Tag angewendet werden müssen, genügt hier in der Regel die Anwendung morgens und abends oder nur 1-mal täglich.

Bronchien erweiternde Beta-2-Sympathomimetika kombiniert mit Kortison sind verschreibungspflichtig.
Der Einsatz wird ausschließlich vom Arzt verordnet.

Therapie des allergischen Asthmas

Grundsätzlich ist es wichtig, die Allergieauslöser zu kennen und zu meiden. Eine optimale Therapie, die maximale Lebensqualität für den Betroffenen ermöglicht, setzt sich aus medikamentöser und nicht medikamentöser Behandlung zusammen.

Bei der medikamentösen Therapie unterscheidet man Bedarfs- und Langzeitmedikation. Bei der Bedarfsmedikation kommen oft Betamimetika zum Einsatz, bei der Langzeitmedikation Kortikosteroide. Wichtig ist, dass der Betroffene die Verwendung des Inhalators einwandfrei beherrscht.

Auch die Hyposensibilisierungstherapie, die bei Heuschnupfen angewandt wird, kann sich positiv auf das allergische Asthma auswirken. Für eine optimale Behandlung ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen beim Lungenfacharzt wahrzunehmen und auf die Einhaltung des Therapieplans zu achten. Sie sollten unbedingt für ein rauchfreies Umfeld sorgen, ganz besonders, wenn Kinder betroffen sind. Die Medikation müssen Sie sich stets rechtzeitig wieder verschreiben lassen und die Bedarfsmedikation ist immer mitzuführen.

Autor Apotheker Marcus Schulze

Über unseren Autor:

Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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