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Kribbeln und Taubheitsgefühl sind häufig Nervensache

Wie entstehen Kribbeln und Taubheitsgefühle?

Um zu verstehen, wie Kribbeln und Taubheitsgefühle am ganzen Körper entstehen können, ist es wichtig zu wissen, wie Nerven funktionieren. Im Gehirn und Rückenmark sitzt das zentrale, im übrigen Körper verläuft das periphere Nervensystem. Damit beispielsweise eine Hand nach etwas greifen kann, müssen die verantwortlichen Nervenzellen in der Hand die entsprechenden Reize vom Gehirn erhalten.

Während Kribbeln eine Empfindungsstörung an der Körperoberfläche ist und in der Regel durch überaktive Nervenenden in der Haut vermittelt wird (Parästhesie), entstehen Taubheitsgefühle meist durch unteraktive Nerven (Hypästhesie). So kann beispielsweise ein taubes Gefühl in den Beinen entstehen, wenn der entsprechende Nerv durch langes Sitzen mit angezogenen Beinen abgedrückt wird und keine Signale mehr sendet. Werden die Beine anschließend wieder bewegt, verschwindet das Gefühl von selbst.

Ein länger anhaltendes Taubheitsgefühl, das sich nicht auf einen unmittelbaren Auslöser wie eine Fehlhaltung zurückführen lässt, weist dagegen auf eine krankhafte Nervenschädigung hin. Andauerndes Kribbeln, das auch ohne vorhergehende Taubheitsgefühle auftritt, kann ebenfalls auf eine Nervenschädigung hinweisen, die zu falschen, krankhaften Reizen führt. Denn nur selten lässt sich das unangenehme und manchmal sogar schmerzhafte Kribbeln direkt auf einen äußeren Reiz zurückführen. Aber nicht nur über- beziehungsweise unteraktive Nerven können Auslöser von den unangenehmen Missempfindungen sein.


Ursachen für Taubheitsgefühle und Kribbeln sind vielfältig

Je nach dem, in welchem Körperbereich Taubheitsgefühle und/oder Kribbeln auftreten, sind in der Regel Störungen in den unterschiedlichen Nervenbahnen oder Blutgefäßen Ursache der Sensibilitätsstörungen. Meist gehen Taubheitsgefühle und Kribbeln dabei vom peripheren Nervensystem aus, das die Empfindungen von den verschiedenen Körperbereichen zum Gehirn leitet. So können ein taubes, kribbelndes Gefühl und Schmerzen in den Händen, Füßen und Beinen durch die Kompression einzelner Nerven ausgelöst werden wie beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall. Aber auch andere Ursachen können diese Gefühle auslösen, unter anderem:

  • Karpaltunnelsyndrom: Eine Verengung drückt den mittleren Armnerv an der Handwurzel ab. Dies verursacht meist ein kribbelndes Gefühl am Daumen, Zeigefinger, zum Teil auch am Mittelfinger sowie kribbelnde Hände. Dieses Gefühl kann bis in den Unterarm ausstrahlen. Nachts können die vorderen Fingerglieder einschlafen, der Schmerz kann dadurch bis in die Schulter ziehen.
  • Polyneuropathien: Erkrankungen der peripheren Nerven können unter anderem durch Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch, Vergiftungen oder Infektionen entstehen. Die Beschwerden – Kribbeln, Ameisenlaufen oder ein taubes Gefühl – zeigen sich meist an den Füßen, können aber auch an den Unterschenkeln und Händen auftreten.
  • Im Gesicht: Hier werden Sensibilitätsstörungen meist durch eine Schädigung des Gesichtsnervs, Erfrierungen oder Verbrennungen hervorgerufen. Manche Nervenschädigungen führen auch zu Gesichtslähmungen. Außerdem kann die seltene Ursache für Gefühlsstörungen im Gesicht ein Tumor am Gehör- oder Gleichgewichtsnerv der von den Beschwerden betroffenen Seite sein. Die Krankheit Multiple Sklerose ist außerdem dafür bekannt, Taubheitsgefühle im Gesicht und an den Gliedmaßen hervorzurufen.
  • Im Kopf: Durchblutungsstörungen im Gehirn oder ein Migräneanfall können zu Sensibilitätsstörungen im Kopfbereich führen.
  • Vitamin-B12-Mangel: Bei länger anhaltenden Missempfindungen an den Händen, Füßen, Armen und Beinen kann auch ein Mangel am Vitamin B12 vorliegen.
  • Raynaud-Syndrom: Bei diesem Beschwerdebild werden die Durchblutungsstörungen oft durch Kälte oder Stress ausgelöst. Dabei entstehen die Missempfindungen vor allem in den Fingern oder Zehen. Zu den Beschwerdebildern gehören schubweise kalt und blass werdende Hände, teilweise verbunden mit Schmerzen, und ein Kribbeln am Ende des Anfalls.
  • Restless-Legs-Syndrom: Dieses Syndrom ist auch unter dem Begriff „unruhige Beine“ bekannt. Vor allem abends und nachts in Ruhe treten die Symptome auf: ein oft schmerzhaftes Kribbeln, Ziehen oder Brennen. Die Ursache ist meist unbekannt, als Folgen können ausgeprägte Schlafstörungen auftreten. Mögliche Ursachen sind beispielsweise eine Eisenmangelanämie oder eine Schwangerschaft.

Treten die Symptome dagegen an mehreren Körperteilen gleichzeitig auf, kommen neben Mangelzuständen auch hormonelle Störungen, Allergie, Giftstoffe, bestimmte Medikamente oder psychische Faktoren als Ursache infrage.


Taubheitsgefühle und Kribbeln als Alarmsignal

Grundsätzlich sollten Missempfindungen, die ohne erkennbare Ursache auftreten oder länger anhalten, ärztlich abgeklärt werden. Denn neben harmlosen Auslösern wie Kälte oder eingeschlafenen Beinen können auch ernste Ursachen wie Durchblutungsstörungen, ein Bandscheibenvorfall oder Nervenerkrankungen hinter den Beschwerden stecken. Dabei sollten vor allem Taubheitsgefühle, die auf eine Körperhälfte beschränkt bleiben, als Alarmsignal gesehen werden, denn sie können auf einen lebensbedrohlichen Schlaganfall hinweisen, der sofortige notärztliche Hilfe erfordert.