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Weihnachten trotz Glutenallergie und Co.?

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 07.12.2020

Weihnachten trotz Glutenallergie und Co.

Besonders zur Weihnachtszeit fällt es uns schwer süßem Gebäck, herzhaften Braten oder dem herrlich duftenden Glühwein zu widerstehen. Besonders Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können diese Leckereien schnell zum Verhängnis werden.

Allerdings ist nicht jedem bewusst, dass er eventuell an einer Nahrungsmittelallergie (einer Intoleranz) leidet. Intoleranzen können seit der Geburt vorhanden sein oder sich erst über die Jahr hin entwickeln. Häufig kommen die Symptome und die Diagnosen unerwartet und das bedeutet eine enorme Umstellung der Essgewohnheiten. Viele Nahrungsmittelallergien werden durch Enzymdefekte des Immunsystems bedingt und erschweren den Betroffenen das Leben. Die beste Therapie ist immer noch der Verzicht auf diese Nahrungsmittel.

Es gibt viele verschiedene Arten von Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten. Dazu gehören im Bereich der Lebensmittel z.B.:

  • Laktoseintoleranz
  • Fructoseintoleranz
  • Histaminintoleranz
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Die häufigsten Symptome sind allergische Reaktionen wie Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Durchfall oder Hautausschlag, wobei jede Unverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie unterschiedliche Beschwerden in verschiedener Ausprägung auslösen kann. Eine Diagnose erleichtert nach langem Leidensweg oftmals die Geplagten und zeigt Ihnen Möglichkeiten auf, durch ausgewogene Ernährung Ihre Beschwerden positiv beeinflussen zu können.

In der Weihnachtsbäckerei ist (hoffentlich) alles Laktosefrei

Laktoseintoleranz ist weitverbreitet. Rund 75% der Weltbevölkerung sind betroffen und zeigen Symptome. Wer unter einer Laktose-Intoleranz leidet verträgt eine Vielzahl an Milchprodukten nicht. Der Grund dafür liegt in einem Enzym, welches bei diesen Personen nicht vorhanden ist: die Laktase. Sie ist für die die Verwertung von Milchzucker verantwortlich . Nehmen die Betroffenen trotz alledem Nahrungsmittel mit Laktose zu sich, treten in unterschiedlich starker Ausprägung verschiedene Symptome auf. Die häufigsten sind hierbei Blähungen, Bauchkrämpfe oder Durchfall.

Doch auch zu Weihnachten muss nicht zwangsläufig auf Produkte mit Laktose verzichtet werden. Mittlerweile gibt es viele Koch- und Backrezepte, die keine Laktose enthalten und trotzdem gesund und lecker sind. Rezepte, die als vegan gekennzeichnet sind, sind auch immer automatisch laktosefrei. Sollten Sie dennoch einfach nicht widerstehen können, so können Nahrungsergänzungsmittel wie LactoStop (PZN: 11578995) Ihnen helfen. Über die Tabletten kann das fehlende Enzym Laktase dem Körper zugeführt werden. Dadurch ist er in der Lage, den Milchzucker zu verwerten und Sie bleiben weitestgehend Beschwerdefrei.

All I Want For Christmas ist Obst

Wohl kaum ist eine Zeit mehr von Süßigkeiten geprägt als die Weihnachtszeit. Weihnachtsmänner aus Schokolade, Gummibärchen, Zuckerstangen… Das Paradies für Kinder und Naschkatzen. Auch diese Leckereien lösen leider bei einigen Menschen Symptome einer Unverträglichkeit aus. Was die wenigsten wissen: Nicht nur in Obst oder Gemüse ist Fruchtzucker, auch als Fruktose bezeichnet, enthalten. Er versteckt sich in vielen Lebensmitteln wie Süßwaren, Schokolade und Eis. Auch im handelsüblichen Haushaltzucker ist Fruktose enthalten.

Rund 15-25% der Menschen in Deutschland leiden an dieser Art von Intoleranz. Bei einer Fructoseintoleranz handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der nur eingeschränkt oder überhaupt kein Fruchtzucker vertragen wird. Bei dieser Art der Unverträglichkeit wird der Fruchtzucker nicht über den Dünndarm in die Blutbahn aufgenommen, sondern gelangt unverändert in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zersetzt. Das Ergebnis: Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen.

Auch in Getränken wie den meisten Säften, Bier, Honig und anderen süßen Getränken, welche es zu Weihnachten reichlich, gibt kann Fruktose vorkommen.

Doch auch hier müssen die Betroffenen nicht grundsätzlich auf die köstlichen Weihnachtssüßigkeiten verzichten. Snacks, Süßigkeiten und Dessert wie

  • Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil
  • Pudding
  • Nüsse
  • Mais- und Reiswaffeln
  • Tortilla Chips
  • Traubenzucker
  • Gummibärchen ohne Fructose

sind für die Betroffenen eine gute Alternative und in den meisten Fällen auch gesünder als andere Leckereien.

Allerdings gibt es auch verschiedene Obstsorten, welche fructosearm sind und in kleinen Mengen verzehrt werden können. Dazu gehören:

  • Papaya
  • Beeren
  • Kokosnuss
  • Aprikose
  • Mandarine
  • Aprikosen

Ähnlich wie bei der Laktose gibt es auch hier Produkte zur Nahrungsergänzung.

Das Enzym Glucose-Isomerase kann heutzutage mikrobiell, also natürlich mit Hilfe von Bakterien gewonnen werden und ist unter dem Namen Fructaid Kapseln zum Einnehmen erhältlich. Somit bietet sich Ihnen eine Option, wenn Sie gerade nicht auf fructosehaltige Nahrungsmittel verzichten möchten oder können.

Die Fructaid Kapseln (PZN: 11299640) wandeln die Fructose im Dünndarm in den leicht verwertbaren Traubenzucker (Glucose) um, wodurch Magen-Darm-Beschwerden vermindert werden oder bestenfalls gar nicht auftreten.

Rockin’ Around the Christmas Tree without any Histamin

Bei vielen Familien werden am 24.12. die Tage des Weihnachtsessens gestartet. Bei vielen Deutschen wird an Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen serviert. An den folgenden Weihnachtsfeiertagen werden in der Regel Ente, Gans, Rotkohl und Kartoffeln aufgetischt. Doch so schön das Weihnachtsessen auch ist, für die meisten Menschen sind in der besinnlichen Zeit bestimmte Lebensmittel nicht verträglich.

Bei einer Histamin-Intoleranz reagiert der Körper mit einer starken Unverträglichkeit auf Histamin, welches sich häufig in unserer Nahrung befindet. Typische Symptome einer solchen Nahrungsmittelallergie sind allergische Beschwerden wie Quaddeln auf der Haut, Kopfschmerzen, Juckreiz und Magen-Darm-Beschwerden.

Mit einer Histamin-Intoleranz sollten Nahrungsmittel vermieden werden die

  • geräuchert,
  • eingelegt,
  • wieder aufgewärmt,
  • lang gelagert oder
  • fermentiert sind.

Damit für Sie Mahlzeiten verträglicher werden, empfiehlt sich, viel Wasser zu trinken, da Histamin wasserlöslich ist. Nichts desto trotz können Sie bei einer solchen Allergie verschiedene Lebensmittel weiterhin zu sich nehmen. In der Regel gilt dabei: Essen Sie viele frische Lebensmittel.

Produkte, die Sie trotz einer Histamintoleranz zu sich nehmen können, sind:

Fleisch und Fisch:

Histaminintolerante müssen keinesfalls auf Fisch oder Fleisch verzichten. Wichtig ist bei der Zubereitung, dass Beides möglichst frisch und frei von Marinade ist. Besondere Vorsicht gilt wiederum bei Meeresfrüchten, da diese sogenannte Histaminliberatoren im Körper freisetzen können.

Schokolade & Dessert:

Wer auf die süßen Kleinigkeiten nicht verzichten möchte, darf in geringen Mengen weiße Schokolade essen. Diese ist verträglicher als alle anderen Sorten, da Schokolade den sowieso schon eingeschränkten Histaminabbau im Körper hemmt. Kekse können ohne Probleme gegessen werden.

Wein & Sekt:

Bei einer Histamin-Unverträglichkeit gilt generell: Finger weg vom Alkohol. Alkohol beschleunigt die Aufnahme von Histamin und sollte deshalb nicht zu Mahlzeiten getrunken werden. Auch sollte traditionell auf Weihnachtsmärkten auf den Genuss von Glühwein verzichtet werden.

Folgende Zutaten und Inhaltstoffe sollten Sie ebenfalls nicht in größeren Mengen konsumieren:

  • Kakao in Schokolade
  • Fruchtsaft, Farbstoffe und Gelatine
  • Geschmacksverstärker in Chips und Knabberkram
  • Eiweiß, Hefe, Sauerrahm und Geschmacksverstärker in Kuchen

Der Stoff Histamin ist im Übrigen nichts Schlechtes. Als Botenstoff und Gewebshormon ist er an Entzündungsreaktionen und unserer Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt. Allergiker mit einer Pollenallergie verbinden mit dem Begriff Histamin unangenehme Symptome, denn es wird bei einer allergischen Reaktion aus den Mastzellen freigesetzt. Bei einer Histaminintoleranz spielt das körpereigene Histamin kaum eine Rolle. Hauptursache ist ein zuviel an Histamin in den Nahrungsmitteln. Auch gegen dieses Allergen gibt es Nahrungsergänzungsmittel, welche Symptome vermindern können. Die Daosin Kapseln helfen dabei Histamin im Körper abzubauen. Dadurch werden Beschwerden gelindert und das Wohlbefinden wiederhergestellt.

Mit Jingle Bells und Glutenallergie durch die Weihnachtstage

Während der Duft von warmen, frisch gebackenen Plätzchen, Dominosteinen, Lebkuchen und Spekulatius den Raum erfüllt, müssen manche Menschen schweren Herzens auf all dies verzichten. Grund dafür ist die sogenannte Zöliakie welche auch unter dem Begriff der Glutenunverträglichkeit bekannt ist. Der Begriff Glutenallergie ist im eigentlichen Sinn nicht richtig, weil es sich um eine genetisch bedingte entzündliche Darmerkrankung handelt. Ausgelöst wird sie durch eine fehlgeleitete Immunreaktion auf das Klebereiweiß Gluten, das in vielen Getreidesorten steckt.

Wer an einer solchen Unverträglichkeit leidet, verträgt keine Nahrungsmittel, die Gluten enthalten. Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Beim Verzehr von glutenhaltigen Speisen reagiert der Körper mit allergische Reaktionen wie Durchfall und Bauchschmerzen auf die glutenhaltige Nahrung.

Wer die Diagnose von Zöliakie erhält sollte in Großen teilen auf folgende Getreidesorten verzichten:

  • Weizen
  • Roggen
  • Dinkel
  • Gerste
  • Hafer (löst nicht bei jeder Person Beschwerden aus)

Gluten versteckt sich in vielen Lebensmitteln. Vermeiden Sie den Verzehr von Brot und anderen Backwaren, Pizza, Nudeln, Kekse, Müsli, paniertes Fleisch, Bier und Sojasoße.

Aber nicht alle Lebensmittel enthalten Gluten. Reis, Mais und Hirse können problemlos verzehrt werden. Zur Weihnachtszeit kann dieser Verzicht sehr schwer sein. Alternativen gibt es dennoch: Viele Hersteller von Süß- und Backwaren haben mittlerweile auch glutenfreie Produkte im Angebot, die dann bedenkenlos zu sich genommen werden. Die einzige Gefahr die dann noch besteht, sind die lästigen Weihnachtspfunde und da hilft nur eins: Viel Bewegung und eine bewusste Ernährung.

Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten, sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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