Beschwerden bei Durchfall (Diarrhoe): Was sollte ich essen?

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 08.12.2025

Tisch mit mehreren Lebensmitteln wie Bananen, Brot, Reis und Apfelmus

Bei akutem Durchfall (Diarrhoe), der oft durch Infektionen, Unverträglichkeiten oder Stress ausgelöst wird und primär der schnellen Ausscheidung von Erregern dient, ist die oberste Priorität, den hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Hierfür eignen sich stilles Wasser, klare Brühen oder spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Die Ernährung sollte auf einer leichten Schonkost basieren, die den Darm nicht reizt. Empfohlen werden stopfende und leicht verdauliche Lebensmittel wie Zwieback, Reiswaffeln, gekochter Reis, Bananen (liefern Kalium) und geriebener, braun gewordener Apfel (enthält das wasserbindende Pektin). Fettige, stark gewürzte, zuckerreiche oder blähende Speisen sowie Kaffee und Alkohol müssen strikt gemieden werden, da sie den Darm zusätzlich reizen. Bei anhaltendem Durchfall, der länger als drei Tage anhält, hohem Fieber oder Blut im Stuhl, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.


Durchfall - kurz erklärt

Medizinisch wird Durchfall (Diarrhoe) als eine übermäßige Stuhlentleerung definiert – in der Regel mehr als dreimal täglich – wobei der Stuhl ungeformt und flüssig ist. Meistens tritt Durchfall plötzlich auf und dauert nur wenige Tage an (akuter Durchfall). Er ist in erster Linie ein Schutzmechanismus des Körpers, um Erreger oder Reizstoffe schnell auszuscheiden.

Ursachen von Durchfall

Normalerweise absorbiert der Darm Wasser aus dem Stuhl, um ihn zu festigen. Wenn dieser Prozess gestört ist, bleibt mehr Wasser im Stuhl zurück, was zu Durchfall führt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, wobei die meisten akuten Fälle auf einen Magen-Darm-Infekt zurückzuführen sind:

  • Infektionen und Lebensmittelvergiftung: Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen sind die häufigsten Auslöser für akuten Durchfall. Zum Beispiel können Viren (wie Noro- oder Rotaviren) oder Bakterien (wie Salmonellen oder Escherichia coli / E. coli) den Verdauungstrakt befallen. Der Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln kann ebenfalls zu einer Lebensmittelvergiftung führen.
  • Reise-Durchfall: Der klassische Reise-Durchfall entsteht durch fremde Keime, an die der Körper nicht gewöhnt ist.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel oder Zutaten können Durchfall entwickeln. Beispiele hierfür sind die Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker) oder die Glutenintoleranz (Zöliakie).
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel können als Nebenwirkung Durchfall verursachen. Insbesondere Antibiotika können die natürliche Darmflora stören. Auch Antazida oder bestimmte Krebsmedikamente können dazugehören. Wenn Sie neue Medikamente einnehmen und Durchfall entwickeln, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.
  • Stress: Starke emotionale Belastungen, Angst und Stress können den Darm beeinflussen und eine Übererregung hervorrufen.
  • Chronische Darmerkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder das Reizdarmsyndrom können chronischen oder wiederkehrenden Durchfall verursachen.

Infografik Essen bei Durchfall: Tipps und Hinweise für die richtige Ernährung

Geeignete Ernährung bei Durchfall

Der Schlüssel zur Linderung liegt in einer maßvollen Schonkost, die leicht verdaulich ist und dem Darm hilft, sich zu beruhigen. Die richtige Ernährung bei Durchfall fokussiert sich auf das Auffüllen von Nährstoffen und Flüssigkeit.

Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr:

  • Wasser: Stilles Wasser ist die beste Basis.
  • Tee: Schwarztee (mindestens 10 Minuten ziehen lassen, um Gerbstoffe zu aktivieren), Kamillen- oder Fencheltee wirken beruhigend.
  • Klare Brühe: Klare Gemüse- oder Hühnerbrühe liefert dringend benötigte Salze und Mineralien.
  • Elektrolytlösungen: Bei starkem oder lang anhaltendem Flüssigkeitsverlust sind fertige Elektrolytlösungen aus der Apotheke essenziell, da sie das Verhältnis von Zucker und Salz optimal ausgleichen.

Darmschonende und stopfende Lebensmittel:

  • Bananen: Sind reich an Kalium und helfen, den Stuhl zu verfestigen, da sie leicht stopfend wirken.
  • Zwieback und Reiswaffeln: Leicht verdauliche Kohlenhydrate, die den Darm nicht belasten.
  • Salzstangen: Sind eine einfache und verträgliche Salzzufuhr.
  • Gekochter Reis: Ungewürzt, als Schonkost-Basis. Auch Haferschleim ist gut verträglich.
  • Geriebener Apfel: Enthält Pektin, einen Ballaststoff, der Wasser bindet und die Darmschleimhaut schützt. Lassen Sie ihn kurz braun werden, bevor Sie ihn verzehren.

Zu meidende Lebensmittel bei Durchfall:

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollten Sie alle Speisen meiden, die den Darm reizen oder blähen.

  • Fettiges und Gebratenes: Schwere, fettreiche Speisen, wie Frittiertes, Wurst oder Sahnesaucen, sind schwer verdaulich.
  • Scharfe Gewürze: Sie können die Darmschleimhaut zusätzlich reizen.
  • Rohkost und Vollkornprodukte: Rohes Gemüse und Ballaststoffe in Vollkornprodukten regen die Darmtätigkeit stark an und wirken nicht stopfend.
  • Milch und Joghurt: Einige Betroffene entwickeln vorübergehend eine Laktoseintoleranz. Versuchen Sie es zunächst mit laktosefreien Produkten.
  • Zuckerreiche Speisen und Fruchtsäfte: Große Mengen Zucker (in Säften, Limonaden, Süßigkeiten) können Wasser in den Darm ziehen und den Durchfall verschlimmern. Stark gezuckerte Fruchtsäfte sollten vermieden werden.
  • Kaffee und Alkohol: Beide wirken abführend und belasten den Kreislauf.

Hausmittel bei Durchfall

Neben der richtigen Ernährung bei Durchfall können bewährte Hausmittel und einfache Zubereitungen zur schnelleren Besserung beitragen, da sie den Magen-Darm-Trakt beruhigen und den Stuhl binden.

  • Wärme: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Bauch wirkt krampflösend und beruhigend auf die gesamte Darmmuskulatur.
  • Kamillentee: Kamillentee hat beruhigende, entzündungshemmende Eigenschaften und kann den gereizten Magen-Darm-Trakt zusätzlich zur allgemeinen Flüssigkeitszufuhr besänftigen.
  • Heilerde: Kann Giftstoffe und überschüssiges Wasser im Darm binden und so die Symptome schnell lindern.
  • Karottensuppe (nach Moro): Bei dieses traditionelle Hausmittel werden Karotten über eine längere Zeit (ca. 90 Minuten) gekocht, wodurch sogenannte Oligosaccharide entstehen. Diese können verhindern, dass sich schädliche Bakterien an der Darmschleimhaut festsetzen.

Arztbesuch bei Durchfall

Akuter Durchfall ist meist nach wenigen Tagen überstanden. Wenn sich Ihr Zustand jedoch nicht bessert oder sich folgende Symptome einstellen, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen, um eine Dehydrierung oder eine ernste Erkrankung auszuschließen:

  • Der Durchfall hält länger als drei Tage an.
  • Sie haben hohes Fieber, starke Bauchschmerzen oder Krämpfe.
  • Im Stuhl befinden sich Blut oder Schleim.
  • Es treten Anzeichen eines massiven Flüssigkeitsverlustes auf (Schwindel, trockene Haut, dunkler Urin).
  • Besonders bei Kleinkindern und älteren Menschen ist wegen der schnellen Dehydrierungsgefahr Vorsicht geboten.



Häufig gestellte Fragen rund um Ernährung und Durchfall

Welche Ernährung hilft bei Durchfall?
Welche Lebensmittel sollte man bei Durchfall meiden?
Warum ist es wichtig, bei Durchfall viel zu trinken?
Wie lange sollte man Schonkost bei Durchfall einhalten?
Wann sollte man bei Durchfall einen Arzt aufsuchen?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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