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Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

Von Marcus Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 04.01.2021

Gute Vorsätze – Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

Auch wenn es gesellschaftlich allgemein als legitim gilt, Zigaretten zu rauchen, reiht sich das Thema Abhängigkeit.

Das Rauchen von Zigaretten ist im allgemeinen gesellschaftlich anerkannt. Nichts desto trotz kann es, wie viele andere Suchtmittel auch, zu einer Abhängigkeit führen.

Sowohl Ihr Gehirn, als auch Ihr Körper können Ihnen die Abhängigkeit zu Nikotin verdeutlichen. Die physische Abhängigkeit signalisiert Ihnen Ihr Körper anhand von sogenannten Entzugssymptomen. Die psychische Abhängigkeit nehmen Sie wahr, indem Sie tägliche Routinen, die mit dem Rauchen zusammenhängen, einfach mal versuchen wegzulassen.

Raucherentwöhnung - Was passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Wenn Sie Zigaretten rauchen, führen Sie Ihrem Körper Nicotin als Genussmittel zu. In der Folge fühlen Sie sich in der Regel entspannter und sorgenfreier. Der Körper des Menschen merkt sich dieses Gefühl unbewusst und verlangt immer wieder danach, so dass Sie motiviert sind, weiter zu rauchen. Wenn Sie dieses Verlangen nicht angemessen stillen, leidet Ihre Konzentration, ein Rauchverlangen wird immer stärker, Ihr Appetit steigt, Sie werden reizbarer, eine innerliche Unruhe macht sich breit und hindert Sie daran, Ihre Alltagsaufgaben wie gewohnt zu bewältigen.

Vorteile des Nichtrauchens

Nach 20 Minuten verlangsamt sich der Puls, je nach Rauchgewohnheiten sinkt im Zeitraum der nächsten 2 Wochen bis 3 Monate statistisch das Risiko für einen Herzinfarkt und die Lungenfunktion verbessert sich merklich. Wenn Raucherhusten und Atemnot ein Thema waren, lassen diese je nach Ausgangszustand nach 1 bis 9 Monaten nach. Statistisch hat sich Ihr Risiko für die gefürchtete koronare Herzkrankheit (KHK) nach einem Jahr halbiert. Nach 10 Jahren ist Ihr Risiko, an Kehlkopf-, Mund-, Speiseröhren-, Harnblasen-, Nierenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken auf Niveau eines Nichtrauchers gesunken, nach 15 Jahren gilt dies auch für Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit oder Schlaganfall. Es nimmt also viel Zeit in Anspruch, um insgesamt auf dem gesundheitlichen Niveau eines Nichtrauchers zu gelangen. Umso mehr verdeutlicht dies, dass man besser früh als spät mit dem Rauchen aufhören sollte.

Klassische Methoden der Raucherentwöhnung

Um die Kontrolle über Körper und Geist zurückzuerlangen, gibt es verschiedene Methoden. Der persönliche Erfolgsweg zur Raucherentwöhnung Bedarf daher einer Planung und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Jahreswechsel mit seinen guten Vorsätzen ist für viele unter dem Motto: "Neues Jahr, neues Ich" ein beliebter Startzeitpunkt.

Wichtig ist, bevor Sie starten, dass Sie sich bewusst sind, was für negative Einflüsse das Nicotin auf Ihren Körper und auf Ihren Geldbeutel hat. Doch wie kann man tatsächlich mit dem Rauchen aufhören? Welche Methode passt zu mir? Und wie vielversprechend sind die einzelnen Methoden?

Der derzeit erfolgversprechendste Weg ist die Nicotinersatztherapie. Alternativ oder ergänzend sind Hypnose- oder Akkupunktur derzeit gängige Methoden um dem Nikotin den Kampf anzusagen. Einige wenige bevorzugen den kalten Entzug.

Nikotinersatztherapie

Über die Therapie mittels Nicotinersatz kursieren verschiedene Gerüchte. Bevor es um die Präparate im Einzelnen geht, hier einige Fakten zur Aufklärung:

Nicotinersatzpräparate sollten grundsätzlich je nach Gebrauchsanleitung über den geplanten Zeitraum komplett genommen werden. Es ist falsch, sofort aufzuhören, wenn kein Rauchverlangen mehr primär präsent ist.

Die Nicotinersatztherapie ist eine klinisch bestätigte medizinisch anerkannte Methode zur Rauchentwöhnung. Millionen von Rauchern haben es damit in den letzten Jahrzehnten geschafft. Der Mythos, dass Ersatzpräparate genauso schädlich seien wie Zigaretten und ein ähnliches Suchtpotential haben, stimmt nicht. Des Weiteren enthalten Nikotinersatzpräparate keinen Teer, Kohlenmonoxid oder andere im Zigarettenrauch allgemein befindliche Giftstoffe.

Auch wenn Sie zwischendurch geringfügig schwach werden sollten, machen Sie mit Ihrem Plan weiter, wo Sie angesetzt haben. Es lohnt sich immer, standhaft zu bleiben.

Pflaster

24-Stunden- Pflaster lindern das Rauchverlangen rund um die Uhr einen ganzen Tag und eine ganze Nacht. Die Pflaster werden morgens nach dem Duschen an einer unbehaarten, trockenen und gesunden Körperstelle aufgeklebt. Optimal eignen Sich dafür ein Oberarm, die Hüfte oder der Schulterbereich. Das Pflaster setzt nun kontrolliert eine gezielte Menge Nicotin frei und stellt es dem Körper über die Haut zur Verfügung. Körperliche Entzugserscheinungen werden somit komplett oder weitestgehend vermieden, die psychische Komponente der Gewohnheiten rund um das Rauchen stellt jetzt die größte Herausforderung dar.

Lutschtabletten

Lutschtabletten haben den Vorteil, überall unbemerkt und unkompliziert gelutscht werden zu können, um dem Rauchverlangen Abhilfe zu schaffen. Anders als bei normalen Lutschpastillen nehmen Sie bei Nicotintabletten nach einer Weile einen markant kräftigen Geschmack wahr. Er zeigt Ihnen, dass Sie die Lutschtablette zwischen Wange und Zahnfleisch zwischenlagern sollen, bis der scharfe Geschmack nachgelassen hat. Danach lutschen Sie weiter, bis die Lutschtablette sich völlig aufgelöst ist.

Kaugummi

Auch Nicotin-Kaugummi kann plötzliches Rauchverlangen schnell und wirksam entgegnen. In den Anwendungsspezifika ähneln sie sehr denen der Lutschtabletten. Der Kaugummi wird solange gekaut, bis ein markant kräftiger Geschmack einsetzt. Dann parken Sie den Kaugummi in der Wangentasche und kauen weiter, bis der Geschmack endgültig erloschen ist, insgesamt circa eine halbe Stunde.

Spray

Der sogenannte Inhaler oder das Spray sind im Beliebtheitsgrad angestiegen. Sie werden bedarfsweise angewendet, wenn Sie normalerweise eine Zigarette rauchen würden oder wenn Sie das Verlangen dazu haben. Der Anspruch ist, die Anzahl der Sprühstöße jeden Tag zu verringern. Auf dem richtigen Weg sind Sie, wenn Sie nach 2 bis 3 Monaten nur noch halb so viel Sprühstöße der durchschnittlich angewendeten Anzahl Sprühstöße vom Anfang der Therapie verwenden.

Mit Hypnose und Akupunktur zum Nichtraucher?

Wenn von alternativen Methoden auf dem Weg zum Nichtraucher die Rede ist, geht es meistens um Hypnose und Akupunktur. Experten warnen häufig vor teuren, unseriösen Angeboten. Erkundigen Sie sich vor der Therapie nach Referenzen oder informieren sich unter anderem bei der Krankenklassen nach zugelassenen Therapeuten oder zertifizierten Angeboten. Wenn diese Methoden ergänzend zu Nikotinersatzpräparaten oder allein helfen Ihrem Rauchausstieg näher zu kommen, gibt der Erfolg Ihnen Recht.

Raucherentwöhnung durch Hypnose – kann das funktionieren?

Hypnose gilt als eines der ältesten medizinischen Verfahren und ist auch heute bei unterschiedlichen Indikationen noch ein Thema. Ziel ist es meistens, durch die Hypnose eine Veränderung der Sichtweise oder des Verhaltens zu beabsichtigen, seinen inneren Schweinehund sozusagen zu überlisten. Nach einem einleitendenden Gespräch mit dem Therapeuten spricht der Hypnotiseur das Unterbewusstsein in Trance an. In der Regel sind mehrere Sitzungen nötig, um das Rauchverlangen signifikant zu senken.

Akupunktur – Nadeln statt Nikotin?

Therapeuten mit Akupunkturzulassung meinen, nach ungefähr 2 Akkupunkturbehandlungen soll das Rauchverlangen sich schon verringern, dauerhafte Erfolge seien möglich. Durch das sogenannte Nadeln der Suchtpunkte soll das Rauchverlangen unterdrückt werden. Ziel ist, das Verlangen nach Zigaretten zu verringern und Entzugserscheinungen wie innere Unruhe, Nervosität, gesteigerten Appetit, Schwitzen oder Herzklopfen zu vermeiden. Auch die häufig ungern tolerierte Reizbarkeit und ein aggressiver Gemütszustand sollen positiv ausgleichend beeinflusst werden. Deren Wirksamkeit ist jedoch bisher nicht eindeutig nachgewiesen.

Autor Apotheker Marcus Schulze

Über unseren Autor:

Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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