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Ich kaue an den Nägel – ist das schädlich?

Von Ulrike Wendt, Position bei mycare.de
Aktualisiert: 10.06.2020

Ich kaue an den Nägel – ist das schädlich?

Nägelkauen ist vor allem unter Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit. Aber auch mit dem Eintritt in das Erwachsenenalter gelingt es nicht allen, sich diese Unart abzugewöhnen.
Die Statistik sagt: Jeder zehnte Erwachsene und 45 % der Kinder und Jugendlichen versuchen, durch diese Ersatzhandlung

  • Stress abzubauen,
  • ungelöste Konflikte zu verarbeiten,
  • eine aufregende Situation zu entspannen,
  • Langeweile zu überbrücken
  • und ähnliches.

Bei Kindern wächst sich die Angewohnheit oft von selbst aus. Erwachsene Nägelkauer überkommt häufig ein unangenehmes Gewissen.

Wenn Erwachsene Nägel kauen

Das Nägelkauen hat unter anderem die unangenehme Begleiterscheinung, dass es nicht zu übersehen ist. Auch der Laie erkennt an den extrem kurzen Nägeln, dass sein Gegenüber eine ungesunde Angewohnheit hat und möglicherweise mit Stresssituationen überfordert ist. Bei wichtigen Unterhaltungen, wie etwa bei einem Vorstellungsgespräch, können abgekaute Nägel zu einem Ausschlusskriterium werden.
Erwachsene sollten von der Familie oder Freunden darauf hingewiesen werden, dass sie an den Nägeln kauen, falls es ihnen selbst nicht mehr auffällt. Es muss die Frage beantwortet werden, wie sich die Person gerade fühlt, ob sie gerade besonders gestresst oder traurig ist. Negative Empfindungen müssen bewältigt werden, auch wenn dafür Hilfe nötig ist.

Ab wann zum Arzt?

Zu einem Problem wird die Angewohnheit, wenn die Nägel soweit heruntergekaut sind, dass die Haut verletzt wird. In solchen Fällen handelt es sich bereits um ein selbstverletzendes Verhalten, das behandlungsbedürftig ist. Die Finger sind verletzt, es drohen Entzündungen und das Verhalten wird trotz bestehender Schmerzen nicht eingestellt. Die Ursache ist psychischer Natur, weshalb die Therapie hier ansetzen muss. Bei derart schweren Auswirkungen genügt es für gewöhnlich nicht mehr, das Nagelkauen selbst zu unterbinden. Der Betroffene könnte sonst zu anderen Maßnahmen greifen, die womöglich noch gefährlicher sind.

Regelmäßig die Fingernägel maniküren

Ein eingerissener Nagel oder abstehende Nagelhaut verleitet viele Menschen dazu, sich mit den Zähnen zu behelfen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie in der Handtasche, oder in der Schreibtischlade, stets eine Nagelfeile mit sich führen. Bricht ein Nagel ab, feilen Sie die Ecken gerade, was ein Nägelkauen quasi verunmöglicht. Seien Sie stolz auf das äußere Erscheinungsbild Ihrer Nägel. Sind Sie zufrieden und glücklich mit Ihren Nägeln, fällt Ihnen ein etwaiges Fingernägelkauen plötzlich schwerer. Vermeiden Sie zudem rissige Nägel oder eine unebene Nagelhaut. Beides kann zu Unzufriedenheit und Frust führen, die wiederum das fatale Fingernägelkauen forcieren.
Verwöhnen Sie Nägel und Nagelhaut regelmäßig mit pflegendem Nagelöl. Dieses gibt es als praktischen Stift zum Auftragen. Auch ein ausgefallener, schöner Nagellack kann einen Anreiz bieten, das Kauen zu minimieren bzw. einzustellen.

Situation analysieren und lösungsorientiert entscheiden

Damit Sie dem Nagelkauen effektiv entgegenwirken können, ist es wichtig, sich Ihrer inneren Spannungen bewusst zu werden. Als nächstes sollten Sie sich überlegen, was Sie am ehesten von dem permanenten Nägelkauen abhalten könnte.

Wer an den Nägeln kaut und das nicht mehr möchte, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Was sind die Gründe, mit dem Nägelkauen aufzuhören?
  • Welche Vorteile hat es, aufzuhören?
  • Wie fühlt sich das Fingernägelkauen an?

Wer diese Fragen beantworten kann, dem fällt es leichter, eine Entscheidung zu treffen und sich auch mit der Ursache zu befassen.

Was gegen das Nägelkauen hilft

Äußerlich hindert das Auftragen von einem bitteren durchsichtigen Nagellack beim ersten Kontakt und Wahrnehmung des Geschmacks. Dieser bittere Nagellack und kann in der Regel auch bei Kindern Verwendung finden. Gleiches Prinzip hat sich mit einer bitteren Tinktur seit Jahrzehnten bewährt. Da meist Stress ein Auslöser für das Nägelkauen ist, empfiehlt sich das Erlernen von Entspannungsübungen. Angebote gibt es für Kinder und Erwachsene.

Als schnelle Soforthilfe eignen sich:

  • Bonbon oder Kaugummi
  • Hände beschäftigen
  • Etwas trinken

Menschen, die zum Nägelkauen neigen, reagieren oft auch positiv auf künstlerische Hobbys, bei denen die Hände beschäftigt werden.

Beispiele dafür sind:

  • Stricken
  • Musikinstrument erlernen
  • Malen

Manchen gelingt es, ihr Verhalten sofort zu ändern, andere brauchen etwas länger. Kleine Rückfälle sollten Sie nicht entmutigen, das Vorhaben erneut anzugehen.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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