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Was ist Sinusitis?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 17.07.2019

Nasennebenhöhlenentzündung

Es werden zwei Arten der Nasennebenhöhlenentzündung unterschieden:

  • akute Sinusitis und
  • chronische Sinusitis.

Von einer akuten Form ist die Rede, wenn die Symptome nach spätestens 12 Wochen abklingen. Wenn die Erkrankung länger als 12 Wochen dauert und die Symptome auch im Anschluss nicht vollständig verschwinden, handelt es sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Was ist die Ursache für eine Sinusitis?

Meist beginnt eine akute Sinusitis (auch Nasennebenhöhlenentzündung genannt) mit einem viralen oder selten bakteriellen Infekt (Rhinitis). Nase und Nebenhöhlen sind durch enge Schleimhautkanäle verbunden, sodass eine Infektion im Nasenbereich sich recht schnell auf die umliegenden Hohlräume ausbreiten kann.

Welche Funktion haben Nasennebenhöhlen?

Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im Schädel, die mit Luft gefüllt sind. Zu den Nasennebenhöhlen gehörten zwei Stirnhöhlen, eine Kieferhöhle und Keilbeinhöhle sowie die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Die Hohlräume sind mit Schleimhäuten ausgekleidet. Darauf befindliche Flimmerhärchen transportieren das Sekret Richtung Rachen. Krankheitserreger und Schadstoffe werden daraufhin verschluckt und im Magen unschädlich gemacht.

Krankheitsverlauf

Die gute Nachricht gleich vorweg: eine akute Sinusitis ist gut behandelbar und heilt in der Regel nach ein bis zwei Wochen vollständig aus. Auch kompliziertere Formen dieser Erkrankung sollten nach spätestens acht Wochen ohne Folgeschäden abklingen. In erster Linie kommt es hier auf eine präzise und frühzeitige Diagnosestellung und weiter auf die Einleitung entsprechender Therapiemaßnahmen an.

In seltenen Fällen im Falle einer bakteriellen Infektion wird der Arzt eine Therapie mit Antibiotika verordnen. Meistens ist die milde, natürliche Therapieoption jedoch ausreichend, wirkt schnell und effektiv. Ihr Arzt oder unsere Pharmazeuten raten Ihnen hier zu geeigneten Arzneimitteln. Denn trotz positiver Prognose: bleibt eine akute Sinusitis längere Zeit unerkannt und unbehandelt, kann diese auf Nachbarregionen (wie z.B. die Stirnhöhlen) übergreifen und Komplikationen auslösen. Beim Auftreten von Fieber und starken Kopfschmerzen sollte deshalb immer ein Arzt konsultiert werden.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Erwachsene erkranken eher an einer Nasennebenhöhlenentzündung. Manche Menschen sind aufgrund einer Nasenscheidewandkrümmung oder Polypen besonders anfällig für Sinusitis. Zu dieser Personengruppe zählen v.a. Kinder. Regelmäßige oder nicht ganz abklingende Entzündungen der Nebenhöhlen können auf Dauer zu einer chronischen Erkrankung führen. In besonders schlimmen Fällen rät der behandelnde Facharzt zu einer Korrektur der Nasenscheidewand. Die Entfernung bestehender Polypen ist dann ebenfalls sinnvoll.

Sinusitis bei Kindern

Eine Erkältung ist bei Kindern häufig der Auslöser für eine Nasennebenhöhlenentzündung. Sollten Sie bereits einen Verdacht haben, vereinbaren Sie einen Termin beim Kinderarzt. Zur Therapie der Sinusitis eignen sich vordergründig konservative Maßnahmen. Dazu zählen u.a. abschwellende Nasensprays auf Meersalz-Basis. Bei anatomischen Besonderheiten kann eine Operation sinnvoll sein. Grundsätzlich sollte eine gezielte, kindgerechte Behandlung erfolgen. Lassen Sie sich dahingehend von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Welcher Arzt ist der Richtige?

Menschen, welche aufgrund einer Erkältung an einer Nasennebenhöhlenentzündung erkranken, weisen häufig Symptome wie z.B. Kopfschmerzen im Stirnbereich, auch über der Nase oder unter den Augen auf. Diese Beschwerden sind etwas trügerisch. Denn der Betroffene sieht oft wenig Bezug zu dem Infekt als eigentlichen Auslöser. Nicht selten wenden sich Betroffene zunächst an einen Augenarzt, welcher die Patienten folgerichtig an den HNO-Arzt verweist.

Hinweis: Eine akute oder chronische Sinusitis ist oft nicht eindeutig erkennbar. Schnupfen wird als Anzeichen einer Erkältung gesehen oder mit einer Allergie verwechselt. Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie Ihre Beschwerden mit Ihrem Hausarzt abklären.

Wie behandelt man eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung?

Symptome

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann aus einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis hervorgehen. Oft ist jedoch eine verkrümmte Nasenscheidewand, Allergien oder Nasenpolypen die Ursache. Zu den typischen Symptomen gehören u.a.:

  • Verstopfte Nase.
  • Eitriges Sekret.
  • Beeinträchtigter Geruchssinn.
  • Schmerzen im Bereich der Wange.
  • Allgemeine Beschwerden (z.B. Kopfschmerzen, Fieber).

Hinweis: Die Symptome einer chronischen Sinusitis ähneln denen der akuten Form. Meistens sind sie aber schwächer ausgeprägt und nicht eindeutig erkennbar.

Untersuchung und Diagnose

Um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung zu diagnostizieren, wird vom HNO-Arzt eine endoskopische Untersuchung durchgeführt. Dieses Verfahren ist schmerzlos, da die Schleimhäute zuvor über ein Spray betäubt werden. Das Endoskop wird über den Mund oder die Nase eingeführt. So kann sich der Arzt die Nasennebenhöhlen ansehen und Proben entnehmen. Das Ergebnis hilft schließlich das passende Medikament zu finden.

Behandlungmethoden

Die Behandlung einer chronischen Sinusitis sollte stets unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Je nach Ursache der Entzündung kommen verschiedene Therapieansätze in Frage.

Medikamente

Bei einer chronischen Sinusitis aufgrund von Bakterien sind Antibiotika wirksam. Diese werden im Bedarfsfall vom behandelten Facharzt verordnet. Bei einer leichten Nasennebenhöhlenentzündung hat sich der kurzfristige Einsatz von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays bewährt. Zusätzlich enthaltene Stoffe (wie z.B. Eukalyptusöl und Menthol) können das "Durchatmen" erleichtern. Für eine langfristige Behandlung können kortisonhaltige Nasensprays eingesetzt werden.

Begleitende Therapie

Eine konservative Behandlung ist oft schonender für den Körper. Nasenspülungen eignen sich, um die Beschwerden zu bessern. Ebenso bewährt hat sich:

Ein Dampfbad mit ätherischen Ölen wie Fichtennadel- oder Kiefernnadelöl eignet sich für Erwachsene und Kinder. Bei der Inhalation wird die Nasenschleimhaut durch heißen Wasserdampf befeuchtet. Das festsitzende Sekret verflüssigt sich und kann besser über die Nase abfließen.

Operation als letzter Ausweg

Wenn alle Behandlungen nicht helfen, kann eine Operation notwendig sein. Dies ist v.a. empfehlenswert, wenn anatomische Besonderheiten der Grund für die Entzündung sind. Dazu zählt z.B. eine schiefe Nasenscheidewand oder verengte Nebenhöhlen. Gleichzeitig können bei einem operativen Eingriff die Nasenpolypen entfernt werden.

  • die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen oder homöopathischen Komplexmitteln,
  • die Inhalation mit ätherischen Ölen und
  • der Einsatz von Rotlicht (Infrarotstrahlen).
Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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