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Gutartige Prostatavergrößerung – Was ist das?

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 07.06.2021

Ein Mann lässt sich vom Arzt wegen einer Prostatavergrößerung beraten

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen des Mannes. Benigne bedeutet gutartig, Hyperplasie Vergrößerung. Das langsame Wachstum der Vorsteherdrüse ist ein normaler Prozess des Alterns - bei manchen Männern vergrößert sich die Prostata allerdings übermäßig und kann beispielsweise Auswirkungen auf die Blase haben. Typische Symptome dieser Vergrößerung sind unter anderem:

  • Ein häufiger und stärkerer Harndrang, vor allem nachts.
  • Es dauert eine Weile, bis Urin kommt beim Wasserlassen.
  • Ein schwacher Harnstrahl, das Wasserlassen dauert länger als früher.
  • Die Blase fühlt sich nicht richtig leer an, eventuell tropft Urin nach.

Zwischen der Größe der Prostata und den Beschwerden muss kein Zusammenhang bestehen. Es kommt zumeist darauf an, welche Drüsenanteile sich vergrößern – sind es die Anteile, die die Harnröhre umgeben, wird diese allmählich eingeengt und die beschriebenen Symptome können auftreten.

Was ist die Prostata?

Um zu verstehen, wie die Symptome entstehen, ist es wichtig zu wissen, was die Prostata genau ist und wo sie im Körper sitzt. Die Prostata ist eine Vorsteherdrüse, die zusammen mit Hoden und Samenbläschen die Samenflüssigkeit bildet. Im Normalzustand ist sie etwa so groß wie eine Kastanie. Die Drüse sitzt genau unterhalb der Blase und umschließt dadurch einen Teil der Harnröhre. Wenn eine Prostatavergrößerung auftritt, kann die Harnröhre verengt werden, wodurch die Probleme beim Wasserlassen entstehen. Die Vergrößerung der Prostata kann mittels rektaler Untersuchung und Ultraschall festgestellt werden.

Wie verläuft die Erkrankung?

Die gutartige Prostatahyperplasie ist eine Erkrankung, die Männer zumeist erst ab dem 50. Lebensjahr trifft. Bei Jüngeren ist die BPH selten anzutreffen. Die Ursachen für die gutartige Vergrößerung der Prostata sind bisher nicht abschließend geklärt. Hormonelle Veränderungen oder genetische Faktoren könnten für das Entstehen verantwortlich sein. Wichtig zu wissen ist, dass die gutartige Prostatavergrößerung in keinem Zusammenhang mit Prostatakrebs steht und von diesem klar unterschieden werden muss. Meistens entstehen durch die Prostatavergrößerung leichte bis mittelschwere Beschwerden. Viele betroffene Männer können sich damit im Alltag gut arrangieren und benötigen keine weitere Behandlung. Allerdings nehmen die Symptome in der Regel über die Jahre langsam zu. Daher kann es sein, dass eine vorher unbehandelte Prostatavergrößerung nach einiger Zeit doch eine Behandlung braucht. Kritisch wird es, wenn ein Harnverhalt auftritt. Bei diesem Notfall ist das Wasserlassen nicht mehr oder nur noch in sehr geringen Mengen möglich. Die Harnblase wird mittels Katheter beim akuten Harnverhalt rasch entlastet. Danach wird die Prostata meistens operativ verkleinert, um den normalen Harnfluss wiederherzustellen.

Wie kann die BPH behandelt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Prostatavergrößerung zu behandeln. Diese reichen von pflanzlichen Präparaten bis hin zu einer operativen Behandlung. Pflanzliche Mittel aus Kürbiskernen, Sägepalmenfrüchten oder Brennnessel können die Symptome einer benignen Prostatahyperplasie lindern. Bei vermehrten Harndrang mit kleineren Urinmengen kann auch Blasentraining sinnvoll sein: dabei versucht der Mann, den Drang so lange wie möglich auszuhalten. Auch Beckenbodentraining kann helfen, um einer Inkontinenz durch die BPH vorzubeugen. Wenn dies nicht hilft, können verschiedene medikamentöse Behandlungen für Linderung sorgen:

  • Alpha-Blocker: Sogenannte Alpha-Blocker haben keinen Einfluss auf das Größenwachstum der Prostata. Sie können nur helfen, das Gewebe einer leicht vergrößerten Prostata sowie der Harnröhre zu entspannen./li>
  • PDE-5-Hemmer: Dieses Medikament kann den Harntrakt entspannen. Dadurch kann der Durchfluss durch die verengte Harnröhre verbessert werden.
  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Bei einer stark vergrößerten Prostata können 5-Alpha-Reduktase-hemmer helfen. Durch diese Medikamente kann das Volumen der Vorsteherdrüse verkleinert werden.

Wenn auch die medikamentöse Therapie nicht hilft, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Prostata operativ zu verkleinern. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen, unter anderem die klassische Methode der Prostata-OP mittels Endoskop und einer Hochfrequenzschlinge. Neuer sind operative Eingriffe, bei denen Laser oder ein Hochdruckwasserstrahl zum Einsatz kommen. Bei einer Embolisation wird kein Geweben weggeschnitten. Stattdessen werden unter Röntgenkontrolle Kunststoff-Kügelchen in die Gefäße der Prostata eingebracht. Dadurch soll die Blutversorgung sinken und so ein Schrumpfen des Drüsengewebes einsetzen. Die Risiken bei einer Operation bestehen darin, dass es zu Störungen beim Samenerguss kommen kann. Jüngeren Erkrankten, die ihre Zeugungsfähigkeit noch behalten wollen, wird daher gegebenenfalls ein Urolift-Implantat vom Arzt empfohlen. Dieses Implantat rafft das Prostatagewebe durch spezielle Anker zusammen und vergrößert dadurch den Durchmesser der Harnröhre. Verkleinert wird dabei allerdings nichts, diese Lösung ist daher nur für eine begrenzte Zeit möglich. Danach wird meist eine andere Therapie nötig sein.

Vorsorge

Da die Ursachen für eine gutartige Prostatavergrösserung noch nicht geklärt sind, wird allen Männern ab dem 45. Lebensjahr geraten, sich einmal jährlich untersuchen zu lassen. Bei der Vorsorge können auch bösartige Veränderungen oft frühzeitig erkannt werden. Wenn in der Familie schon Prostataleiden bekannt sind, sollten sich Männer frühzeitig, auch schon vor dem 45. Lebensjahr, um eine Vorsorge kümmern. Spätestens, wenn Männer mit zunehmendem Alter nachts mehrmals auf die Toilette müssen oder ihre Harnblase nicht mehr vollständig entleeren können, sollte sich ärztlicher Rat geholt werden.

Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | Stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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