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Wie wasche ich meine Scheide richtig?

Von Alexandra Brand, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 27.08.2020

Wie wasche ich meine Scheide richtig?

Intimhygiene ist für viele Menschen ein Tabuthema. Aus diesem Grund kann es zu Fehlern bei der Körperpflege kommen, die gesundheitliche Störungen verursachen können. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Während das Thema Intimhygiene selbst unter einander vertrauten Menschen kaum angesprochen wird, bedient sich die Werbung großzügig der Thematik und profitiert von der Tabuisierung, denn so werden viele angepriesene Hygieneartikel nicht infrage gestellt. Die Folgen können Schädigungen der Gesundheit sein.

Der Intimbereich ist bis zu einem gewissen Grad in der Lage, sich selbst zu reinigen und unterliegt einem komplexen biologischen System. Falsche Pflegeprodukte können das natürliche Gleichgewicht durcheinander bringen. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Bereich vernachlässigt werden darf. An erster Stelle stehen die tägliche Dusche und der tägliche Wechsel der Unterwäsche. Auch nach dem Sport sind das Duschen und der erneute Wäschewechsel Pflichtprogramm.

Pflege des Intimbereichs

Die Haut im Intimbereich ist ausgesprochen empfindlich. Zahlreiche Drüsen an der Vagina sorgen dafür, dass diese Region ein konstant keimfeindliches Milieu aufweist. Das ist lebenswichtig, denn aufsteigende Pilze und Bakterien können die Gebärmutter erreichen und gefährliche Infektionen auslösen. Der Säureschutzmantel wird durch Wasser nicht beeinträchtigt. Ist dennoch ein spezielles Reinigungsprodukt gewünscht, ist unter anderem auf den pH-Wert zu achten. Präparate für junge Frauen sind auf einen niedrigen pH-Wert eingestellt und für Frauen in oder nach den Wechseljahren auf einen höheren. Im Normalfall genügt eine solche tägliche Reinigung der Vagina. Diese ist allerdings anzuraten, denn abgestorbene Hautzellen und Talg können nicht nur für unangenehmen Geruch sorgen, sondern auch die Bildung krankmachender Keime fördern. Während der Menstruation gilt das nicht. Abhängig vom Ausmaß der Blutung kann es sinnvoll sein, den Intimbereich in der Zeit mehrmals täglich mit klarem und leicht erwärmtem Wasser zu spülen. Waschlappen sind dafür ungeeignet, denn sie liefern einen idealen Nährboden für Keime. Die Handbrause oder die Hände sind die bessere Wahl. Zum Abtrocknen muss grundsätzlich ein eigenes Handtuch verwendet werden. Dabei sollten auch Hautfalten vor dem Anziehen sorgfältig abgetupft werden. Bei gereizter Haut können spezielle Lotionen, Salben und Cremes helfen.

Was ist bei der Hygiene während der Menstruation zu beachten?

Die Periode oder Menstruation setzt für gewöhnlich zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr ein. Ist die Periode erst einmal da, braucht es Tampons, Binden oder Menstruationstassen, um die einsetzende Blutung achtsam und hygienisch aufzufangen. Die Stärke der Menstruation ist von Frau zu Frau verschieden und hängt von mehreren Faktoren wie Alter, seelische Verfassung, Stress oder genetischen Komponenten ab. Generell gilt, dass während der knappen Woche, die die Periode in den meisten Fällen andauert, Intimhygiene ebenso wichtig ist wie zu jeder anderen Zeit im Monat.

Verstärktes Reinigen ist jedoch nicht notwendig – aber wenn Sie sich unwohl fühlen, können Sie mehr als einmal am Tag den Schambereich mit warmem Wasser und eventuell einer milden Seife waschen. Binden sollten mindestens alle acht Stunden gewechselt werden, Tampons am besten noch eher. Die Menstruationstasse wird nach Bedarf geleert, sollte aber mindestens zwei- bis viermal am Tag gewechselt werden.

Wozu dienen die Haare im Intimbereich?

Immer mehr Frauen und Männer enthaaren ihren Intimbereich. Wohl sind es ästhetische Gründe, die sich hinter dieser Enthaarung verbergen. Doch tatsächlich hat eine Intimrasur Vorteile. Berührungen werden zum Beispiel intensiver wahrgenommen. Man bekommt eine glatte Haut und hat ein schöneres Hautgefühl. Dennoch hat die Schambehaarung ihr Daseinsrecht. So schützen sie den sensiblen Bereich der Vagina vor Schmutz und Bakterien. Außerdem helfen die krausen Schamhaare dabei, die Temperatur des Körpers zu regulieren. Durch eine ständige Intimrasur steigt die Gefahr einer Infektion, die aufgrund der kaum sichtbaren Mini-Verletzungen und Reizungen durch das Rasieren entstehen kann.

Dauerhafte Haarentfernung

Neben den temporären Methoden der Haarentfernung können auch permanente Verfahren im Intimbereich angewendet werden. Diese sorgen zwar nicht für immer für einen haarlosen Schambereich, aber doch für einige Jahre. Die Behandlung zieht sich allerdings bei allen Methoden über Wochen bis Monate hin, da immer nur Haarfollikel in der Wachstumsphase nachhaltig zerstört werden können.

  • Nadelepilation: Mittels einer Nadel wird jeder Haarfollikel einzeln angestochen und durch eine chemische Reaktion oder Hitze dauerhaft zerstört. Dies muss ein Fachmann machen, eine Anwendung für zu Hause gibt es nicht.
  • Laserhaarentfernung: Auch hier müssen Sie in ein spezielles Studio gehen, in dem mittels Laser die Haarwurzeln zerstört werden. Zwischen fünf und zehn Behandlungen sind meist nötig für ein dauerhaft haarfreies Ergebnis.
  • IPL: Die Abkürzung steht für Intense Pulsed Light und bedeutet, dass die Haarwurzeln durch Lichtimpulse dauerhaft zerstört werden. Neben einer Behandlung in einem Kosmetikstudio gibt es mittlerweile auch IPL-Geräte für zu Hause. Diese Methode wirkt am besten bei heller Haut und dunklen Haaren. Durch den Kontrast ist sichergestellt, dass das Licht wirklich nur in die Haare geht. Menschen mit dunkler Haut können durch diese Methode Verbrennungen bekommen, wenn das Licht in die Haut eindringt. Bei zu heller Haut und zu hellem Haar kann es sein, dass die Methode nicht wirkt.

Welche Haarentfernungstechnik?

Es gibt verschiedene Techniken der Haarentfernung in der Intim-Region. Beide Geschlechter können diese anwenden – auch wenn Männer in den meisten Fällen eher zu einem Trimmer greifen als sich komplett die Haare zu rasieren.

  • Richtige Intimrasur: Mit einem Rasierapparat oder einem Nassrasierer werden die Schamhaare in der Bikini-Zone entfernt. Rasiert wird außerdem mit der Wuchsrichtung, nicht entgegen. Sie sollten vor jeder Rasur überprüfen, ob der Rasierer noch scharfe Klingen hat. Dadurch wird die empfindliche Haut im Intimbereich weniger durch das Rasieren gereizt: Pickel und Rötungen durch das Rasieren, der sogenannte Rasurbrand, können so verhindert werden.
  • Achtsames Epilieren: Mit einem Epilierer werden die Haare direkt mit der Wurzel hinausgezogen. Epilierer der neueren Generationen haben Aufsätze für den Schambereich, damit nicht zu viele Haare auf einmal entfernt werden und sich die Schmerzen dadurch in Grenzen halten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass ein erneutes Haarentfernen erst nach etwa ein bis zwei Wochen nötig ist – je nachdem, wie schnell die Schamhaare nachwachsen.
  • Behutsames Waxing: Mittels Kalt- oder Warmwachs werden die Haare wie beim Epilieren direkt an der Wurzel entfernt. Kaltwachs ist einfacher in der Handhabung, allerdings nicht so gründlich wie Warmwachs. Nach der Wachsbehandlung dauert es zwischen zwei und vier Wochen ehe die Haare nachwachsen.

Damit nach der Haarentfernung möglichst wenige Irritationen auftreten, ist eine gute Vor- und Nachbehandlung wichtig. Vor der Intimrasur, dem Epilieren oder dem Wachsen ist es gut, die Haut zu reinigen, eventuell mit einem sanften Peeling. Angewärmte Hautpartien sorgen beim Epilieren und Wachsen zudem dafür, dass sich die Haarfollikel leichter lösen. Für die nasse Intimrasur bietet sich die Badewanne oder Dusche an: Durch die Feuchtigkeit und die Wärme stellen sich die Haare auf. Der Rasierer kann sie besser erwischen. So lässt sich eine perfekte Intimrasur durchführen. Es gibt außerdem mittlerweile Epilierer, die in der Badewanne oder Dusche angewendet werden können. Für die Pflege nach der Haarentfernung oder Intimrasur ist eine pflegende Creme wichtig, beispielsweise mit Aloe Vera. Wachsreste können mit einer milden Seife von der Hautoberfläche gespült werden.

Weitere Tipps

Was kann ich gegen eingewachsene Haare tun?

Wenn die Schamhaare nach einer Rasur nachwachsen, kann es sein, dass sie in die Hautschichten hineinwachsen. Generell kann dieses Problem jeden treffen, besonders gefährdet sind aber Menschen, die dickeres, lockiges oder widerspenstiges Haar haben. Kleine Pickelchen zeigen an, wo sich die eingewachsenen Haare befinden. Wenn diese nicht wehtun, können sie einfach ignoriert werden. Tun sie allerdings weh, bahnt sich wahrscheinlich eine Entzündung oder ein Abszess an. In diesem Fall sollten Sie zum Hautarzt gehen, der das eingewachsene Haar entfernen kann. Zur Vorbeugung hilft es oft schon, vor der Haarentfernung ein Peeling zu nutzen, mit dem abgestorbene Hautschüppchen, die die Poren verstopfen könnten, entfernt werden. Nach der Rasur sollte die Haut zudem eingecremt werden.

Womit darf ich den Intimbereich eincremen?

Zu der täglichen Pflege des Intim-Areals gehören feuchtigkeitsspendende sowie rückfettende Cremes mit entzündungshemmender und heilungsfördernder Wirkung. Bei einem intakten Hautbild genügen leicht fettende Hautcremes, die den intimen Bereich vor Austrocknung schützen.

Anfangs ist es schwer, die optimale Creme für den intimen Bereich zu finden. Bei Reaktionen auf der Haut hilft eine eingehende Beratung beim Hautarzt, allergene Stoffe zu entlarven und zukünftig zu meiden. Wichtig ist hier eine genaue Beobachtung der intimen Areale.

Was hilft bei Jucken im Intimbereich?

Brennen, Juckreiz und Wärmegefühl sind eindeutige Symptome des Körpers, dass sich im Intimbereich etwas anbahnt. Ob es sich nur um eine leichte Irritation um die Schamlippen und den Venushügel herum handelt, kann ein Arzt feststellen. Da starker Juckreiz sehr unangenehm und für viele Frauen peinlich ist, sollte der Grund für das Kribbeln schnell erkannt und alsbald behandelt werden.

Jucken im Intimbereich kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Zu den Auslösern des Symptoms zählen

  • Entzündungen
  • trockene Hautstellen oder
  • Seine falsche Pflege.

Weiter kann ein Kribbeln auf durch den Geschlechtsakt übertragene Krankheiten hindeuten. Die zarte Haut im Genitalbereich kann zudem sensibel auf zu enge Kleidung, synthetische Fasern und Reizungen durch Tampons reagieren. Ein kurzes Brennen nach der Rasur ist ein Hinweis auf gereizte Hautpartien. Die Irritation an den betroffenen Stellen vergeht meist nach zwei Tagen. Genau dann, wenn sich neues Haar an der Stelle bildet.

Autorin PTA Alexandra Brand

Über unsere Autorin:

Alexandra Brand | Pharmazeutische Kundenbetreuung in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 27 Jahren bin ich mit Leidenschaft Pharmazeutisch-technische Assistentin. Zu meinen Tätigkeitsschwerpunkten in der öffentlichen Apotheke gehören die individuelle, pharmazeutische Herstellung von Arzneimitteln und die Beratung unserer Kunden zu Gesundheitsthemen, insbesondere zum Thema Haut und Hautgesundheit.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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