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Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 14.01.2022

Frau hilft Mann und stellt sich die Frage: Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

Sie leiden an akuten Schmerzen am Rücken. Zu unterscheiden, was die Ursache dafür sein kann, fällt oft schwer. Was macht den Unterschied zwischen einer Verspannung, einem Hexenschuss oder gar einen Bandscheibenvorfall. An welchen Merkmalen kann man die jeweilige Erkrankung vielleicht erkennen. Auch die Behandlung oder ein notwendiger Arztbesuch ist je nach Ursache unterschiedlich.

Der Hexenschuss — Lumbago

Sie wollten nur eben die schwere Kiste wegräumen und urplötzlich schießt Ihnen ein unerträglicher Schmerz ins Kreuz. Anschließend fühlen Sie sich wie gelähmt und an Aufrichten ist gar nicht zu denken. Dies ist ein Hexenschuss. Von Fachleuten wird der Hexenschuss auch als akuter Lumbago oder Lumbalsyndrom bezeichnet. Die Hexenschuss Symptome treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule zwischen Rippen und Po auf. Beim Hexenschuss handelt es sich um einen schlagartigen Rückenschmerz. Die Betroffenen eines akuten Hexenschuss‘ fühlen sich, als ob sie ein Messer im Rücken hätten.

Beim Lumbago wird schon die kleinste Bewegung zur Qual. Die akuten Schmerzen durch den Hexenschuss müssen jedoch nicht auf den Rücken beschränkt sein. Der Schmerz kann auch in folgende Bereiche ausstrahlen:

  • Leisten
  • Unterbauch
  • Oberschenkel

Meist ist von einem Hexenschuss nur der untere Rücken betroffen, gelegentlich treten im Hals- oder Brustwirbelbereich jedoch ähnliche Blockaden auf. Neben den Kreuzschmerzen haben die Lumbago Betroffenen oft auch angespannte Muskeln, was zu einem steifen Rücken führt.

Mögliche Ursachen für den Hexenschuss sind:

  • Eine geschwächte Rückenmuskulatur.
  • Ein Bandscheibenvorfall.
  • Ein eingeklemmter Nerv.
  • Eine Reizung des Ischiasnervs.

Verspannungen

Der Hauptgrund für Probleme an den Muskeln von Rücken und Schultern sind Überlastungen.

Wer viel am Computer sitzt, verharrt oft über Stunden in einer starren Haltung. Hier sind es vor allem die Nackenmuskeln, die völlig überlastet werden. Gleichzeitig werden die Arme über den Tag nicht in ihrer Ausgangslage belassen, also rechts und links herunterhängend, sondern in einem 90°-Winkel auf der Tastatur. Das belastet die Schultern. Entsprechend ist auch der Rücken betroffen.

Ganz ähnlich sieht es bei Menschen aus, die viel heben müssen oder in einem stehenden Beruf tätig sind. Auch hier kann von einer Überlastung des Muskelapparates gesprochen werden. Hinzu kommen Fehlhaltungen beim Heben oder beim Stehen.

Das häufigste Symptom einer Verspannung ist Schmerz beim Bewegen der verspannten Muskeln. Auch eine Einschränkung der Beweglichkeit kann ein Symptom sein. Wenn Sie eine knotige Muskelverhärtung spüren, kann dies ebenfalls ein Symptom der Verspannung sein. Oftmals strahlen diese Schmerzen bis in den Kopf aus. Die aufgrund der Rückenschmerzen eingenommene Schonhaltung kann die Beschwerden zudem verschlimmern.

Der Bandscheibenvorfall

Die Wirbelsäule trägt viel von der Körperlast und wird im Sitzen sowie im Stehen beansprucht. Sie ist medizinisch in verschiedene Abschnitte aufgeteilt:

  • Lendenwirbelsäule
  • Brustwirbelsäule
  • Halswirbelsäule

Sie setzt sich aus Wirbelkörpern zusammen. Diese formen den Wirbelkanal, durch den das Rückenmark verläuft. Der Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern wird Bandscheibe genannt. Sie halten den Abstand zwischen den Körpern aufrecht und dämpfen Stöße ab. Die Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern, der sich mit Wasser vollsaugt, sowie einem harten Faserring, der den Kern umgibt. Bedingt durch den Druck auf die Bandscheiben durch Stehen oder Sitzen wird tagsüber das Wasser aus dem Gallertkern herausgepresst.

Je älter ein Mensch wird, desto weniger gut kann der Gallertkern Wasser aufnehmen. Außerdem wird mit zunehmendem Alter der Faserring von Rissen durchzogen. Dadurch kann es passieren, dass der Gallertkern durch den Faserring bricht – ein Bandscheibenvorfall passiert. Wobei längst nicht jede Bandscheibenveränderung gleich Rückenschmerzen nach sich ziehen muss. Je besser die umgebende Muskulatur ausgebildet und trainiert ist, desto weniger Beschwerden treten auf, weil die Muskeln den nötigen Halt geben.

Es sind oft ältere Menschen von dem Bandscheibenvorfall betroffen, aber auch junge Menschen kann dieser treffen. Hauptursachen für einen Bandscheibenvorfall in jungen Jahren sind:

  • Übergewicht.
  • Falsche Belastung der Wirbelsäule.

In rund 90 Prozent der Fälle ist die Lendenwirbelsäule von einem solchen Vorfall betroffen. Zu den Symptomen gehören Rückenschmerzen, die bei Belastung plötzlich auftreten oder stärker werden. Die Muskulatur wird meist im betroffenen Bereich verhärtet sein. Teilweise strahlt der starke Rückenschmerz auch aus in Gesäß oder Bein, Sie können auch ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Bein bemerken.

Haben Sie einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule, können ein schmerzender Nacken sowie ein ausstrahlender Schmerz in Arm, Hand oder Hinterkopf ein Indiz dafür sein.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren

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Janet, Apothekerin bei mycare.de
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