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Das Couvade Syndrom: Werden Männer auch schwanger?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 06.05.2021

Couvade Syndrom

Wenn die Partner von Schwangeren ungewohnt übelgelaunt oder träge sind, könnte ihre Tagesmentalität einfach eher faul und griesgrämig sein, oder sie leiden am Couvade-Syndrom. Begriff Couvade leitet sich vom französischen Wort „couver“ ab und bedeutet so viel wie ausbrüten. Während die Frau tatsächlich schwanger ist, leidet der Mann dank des Couvade Syndrom mit. Eine Vielzahl an Symptomen, die keine konkrete körperliche Ursache haben, können ihn bislang stark in Mitleidenschaft ziehen.
Betroffene Männer können Heißhungerattacken haben, an Gewicht zunehmen, Übelkeit verspüren, reizbarer als gewöhnlich sein und sogar Bauchschmerzen haben. Man könnte auch sagen, es handelt sich hier um eine Art Co-Schwangerschaft. Allgemein könnte dieser Zustand auch als ein Ergebnis mitfühlender Solidarität verstanden werden. Der werdende Vater fiebert mit der schwangeren Liebsten mit und entwickelt ähnliche Beschwerden. Je aufregender und beschwerlicher die Schwangerschaft für die zukünftige Mama ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass auch der Partner sich mit der ungewohnten Situation auseinandersetzt und sozusagen Co-schwanger ist. Besonders ist dieses Phänomen in den ersten und letzten drei Monaten zu beobachten.

Was ist das Couvade Syndrom?

Als Couvade Syndrom wird in der Definition die Gesamtheit von psychischen und physischen Veränderungen bei werdenden Vätern während der Schwangerschaft ihrer Partnerin bezeichnet. Im Allgemeinen wird Parallelschwangeren Männern im Vergleich zur werdenden Mama weniger Aufmerksamkeit geschenkt, worunter sie mehr oder weniger leiden. Sie gilt als unbewusste und unfreiwillige psychosomatische Störung werdender Väter, die den Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft ähnelt. Wie bei den schwangeren Frauen treten ähnliche Symptome ebenfalls vermehrt im 1. und 3. Trimester auf. Als Körperliche Symptome können auftreten und werden von Mann und Frau als werdende Eltern gleichsam wahrgenommen:

  • Stimmungsschwankungen
  • Zunahme des Körpergewichts
  • Wachsender Bauch
  • Übelkeit, manchmal in Verbindung mit Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Hormonelle Veränderungen

Das Couvade-Syndrom ist weltweit bekannt, aber in den westlichen Industrieländern im Vergleich eher zu beobachten. Dessen sind sich Experten einig: beim ersten Kind ist die Wahrscheinlichkeit eines Couvade-Syndroms wesentlich höher als bei Weiteren. Viele Mediziner, die sich intensiv dem Phänomen Couvade-Syndrom gewidmet haben, meinen einheitlich beruhigend, dass in der Regel diese vorübergehende Symptomatik keinen Krankheitswert darstellt.

Was sind die Ursachen für das Couvade Syndrom?

Über mögliche Ursachen wird auch in der Wissenschaft immer noch viel spekuliert. Als gesichert anhand aktueller Forschungsergebnisse gilt, dass Anzeichen einer Schwangerschaft bei Männern wie bei Frauen aus einer Veränderung der hormonellen Zusammensetzung im Körper resultieren. Auch der männliche Hormonhaushalt ändert sich während der Schwangerschaft. Die Spiegel von Cortisol und Prolaktin steigen, wenn auch bei werdendem Papa in viel geringerem Maße als bei deren schwangeren Partnerin. Der Spiegel von Testosteron dagegen geht in der Regel bei Mann und Frau zurück.

Der grundlegende Persönlichkeitstyp kann ebenfalls Hinweise auf das Risiko eines Mannes, parallel mit seiner Partnerin schwanger zu sein, geben. Das Couvade-Syndrom soll bevorzugt bei empathischen Männern auftreten. Es wird vermutet, dass diese sich stärker mit der Schwangerschaft der Frau identifizieren und besser in die Lage der Partnerin hineinversetzen.

Der selbstgemachte und von der Gesellschaft scheinbar auferlegte Druck, der Vaterrolle gerecht zu werden, kann durchaus auch eine weitere Belastungsprobe sein. Nicht nur das Leben der werdenden Mama ändert sich grundlegend mit der ersten Schwangerschaft. „Schwangere Männer“ ist ein Begriff, der dieses temporäre Gefühlchaos während der anderen Umstände für den werdenden Papa wohl ebenfalls am ehesten treffend beschreibt. Es soll sogar vorgekommen sein, dass Aufklärungsversuche in Geburtsvorbereitungskursen bei manchem werdenden Vater die Couvade-Symptomatik verstärkt hat, anstatt sie zu lindern.

Manchmal lösen auch unausgesprochene Konflikte unbewusst diese besondere Form des Unwohlseins beim werdenden Papa aus. Ohne es zu wollen, kann im werdenden Vater dem ungeborenen Baby gegenüber eine Eifersucht heranreifen, die solch eine Konfliktsituation begründen kann.

Tipps und Tricks wie Männer den Frauen in der Schwangerschaft helfen können

Eigentlich erscheint das Ganze aus der Ferne betrachtet ziemlich lustig. Die Schwangerschaft verändert den weiblichen Körper rapide, Hormone überschütten sie, und der zukünftige Vater erlebt das Ganze gespiegelt einfach mit. Eine Therapie – Leitlinie gegen das Couvade – Syndrom existiert bislang nicht. Es ist nicht mal sicher, ob an einer Therapie überhaupt aktuell geforscht wird. Die gute Nachricht dabei ist, dass mit der Geburt auch die Symptome beim Mann sich in der Regel in Luft auflösen und wie von selbst verschwinden.

Bis dahin können die werdenden Eltern ja gemeinsam mit beispielsweise Schwangerschaftstee und einem entspannendem Bad mit Badezusätzen von Kneipp die Wartezeit auf den Nachwuchs überbrücken. Den besonderen Ernährungsbedarf von Mutter und Kind deckt und sichert die Produktpalette von Femibion in allen Entwicklungsphasen. Eine regelmäßige Tasse Wohlfühltee ist weiterhin eine gute Variante, womit Männer ihre Frau verwöhnen und Gutes tun können.

Wenn man der These folgt, dass das Couvade Syndrom mehr oder weniger eine natürliche Begleiterscheinung der Veränderung eines Mannes zum Vater ist, therapiert Mann sich quasi selbst, indem er seine Frau unterstützt und sie nach Kräften verwöhnt. Eine intensive Beziehung des Paares und gemeinsames Erleben stärkt auch später den Zusammenhalt.

Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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