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Was ist die Sommergrippe?

Von Dr. Birgit Witte, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 14.07.2021

Sommergrippe

Eine verstopfte Nase, Gliederschmerzen, erhöhte Temperatur – in der kalten Jahreszeit sind diese Symptome bei vielen Menschen anzutreffen, die grippalen Infekte und die Grippe greifen im Winter um sich. Anders sieht dies im Sommer aus. Wenn die Sonne scheint, denken nur die wenigstens an eine Erkältung. Passieren kann es aber dennoch: für die Sommergrippe sind dies ebenfalls typische Symptome. Im Normalfall heilt sie nach wenigen Tagen aus, sodass meistens keine medikamentöse Therapie notwendig ist. Wichtig ist allerdings, dass Sie abklären lassen, ob Sie an einer Sommergrippe erkrankt sind oder sich mit Corona infiziert haben, da die Symptome sehr ähnlich sind.

Symptome der Erkältung im Sommer

Diese Erkrankung wird durch Enteroviren verursacht. Etwa sieben bis 14 Tage nach einer Ansteckung mit den Viren treten die ersten Anzeichen auf. Die sogenannte Sommergrippe tritt meist im Sommer bis Frühherbst auf und bringt erkältungsähnliche Symptome mit sich. Zu den Sommergrippe-Symptomen zählen unter anderem:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Glieder- und Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit

Der sommerliche Infekt verläuft meist harmlos und die Beschwerden sind meist nicht so stark ausgeprägt wie bei einer echten Grippe. Diese wird zudem durch Influenzaviren, statt durch Enteroviren, übertragen und kann lebensgefährliche Verläufe haben. Die Sommergrippe ist daher eher als Erkältung anzusehen.

Wie stecke ich mich an?

Die Enteroviren vermehren sich im Darm und werden daher meistens durch Schmierinfektionen übertragen. Es ist daher wichtig, auf eine gute Hygiene zu achten und sich beispielsweise nach dem jedem Toilettengang die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Für die Schmierinfektion muss kein direkter Körperkontakt stattfinden. Es reicht schon, wenn die Viren durch die Berührung von Oberflächen, wie Türgriffen, aufgenommen werden. Neben Schmierinfektionen sind auch Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel durch Niesen oder Husten, möglich, um sich mit der Sommergrippe zu infizieren. Vor allem in klimatisierten Räumen steigt die Gefahr dafür. Zu kalt eingestellte Klimaanlagen können durch den Temperaturunterschied außerdem Stress für den Körper bedeuten und dadurch das Immunsystem schwächen.

Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt nach dem Kontakt mit den Enteroviren den Ausbruch des sommerlichen Infekts. Die Sommergrippe-Viren dringen über die Schleimhäute in den Körper ein, beispielsweise über die Nase, die Augen oder den Mund. Durch zum Beispiel Zugluft, eisgekühlte Getränke oder zu wenig Flüssigkeit am Tag können die Schleimhäute austrocknen, sodass die Viren ein leichtes Spiel haben. Aber auch zu lange Sonnenbäder können unter anderem die eigenen Abwehrkräfte schwächen. Um einer Infektion vorzubeugen, hilft es daher, das eigene Immunsystem zu unterstützen, unter anderem durch folgende Tipps:

  • Bewegung an der frischen Luft.
  • Regelmäßigen Sport
  • Viel trinken, am besten zwei bis drei Liter pro Tag. Zu kalte Getränke aber eher meiden.
  • Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Vitamin C.

Wie wird die Sommergrippe behandelt?

Die beste Behandlung ist, wie bei allen Erkältungen, Ruhe und Schlaf. Im Normalfall ist der sommerliche Infekt nach einigen Tagen auskuriert. Große Hitze, Sport oder andere Anstrengungen sollten Sie vermeiden. Auch Hausmittel können helfen, die Symptome zu lindern:

  • Beim ersten Anzeichen von Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase empfiehlt es sich, mit einer Nasendusche oder Nasenspray mit Meerwasser die Nasenschleimhaut zu befeuchten und zu reinigen.
  • Die Ingwerwurzel soll eine Stärkung der Abwehrkräfte bewirken. Am besten genießen Sie den Ingwer als Tee – gießen Sie dafür vier bis fünf Ingwerscheiben mit kochendem Wasser auf.
  • Kamillen- und Salbeitee gemischt sollen eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung als äußerliche Anwendung auf die Schleimhäute haben. Gurgeln Sie nach Bedarf mehrmals am Tag damit.
  • Wadenwickel oder eine Schwitzkur mit Holunderblütentee sowie Lindenblütentee können bei Fieber helfen. Bei hohem Fieber kann es sinnvoll sein, auf entsprechende fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückzugreifen.
  • Außerdem lohnt es sich zur Behandlung der Sommergrippe auf eine ausreichende Vitaminzufuhr durch eine gesunde Ernährung mit genügend Obst und Gemüse zu achten. Vitamin C, Zink und Magnesium können die körpereigene Abwehr unterstützen und für ein starkes Immunsystem sorgen.

Wenn nach einer Dauer von drei Tagen keine Besserung der Symptome eintritt oder es zu einer Verschlechterung kommt, sollten Sie sich ärztlichen Rat holen.

Sommergrippe bei Kindern

Vor allem Kleinkinder, deren Immunsystem noch am Lernen ist, infizieren sich häufig mit der sogenannten Sommergrippe. In Kindergärten und Kindertagesstätten kann sich der Erreger durch zum Beispiel Spielzeug gut verteilen. Bei Kindern und Jugendlichen heilt die Krankheit meist ohne Probleme aus. Bei Neugeborenen sowie bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem durch zum Beispiel andere Krankheiten kann die sommerliche Erkältung allerdings auch Komplikationen hervorrufen. Bei einem Verdacht auf den sommerlichen grippalen Infekt sollten Sie sich daher ärztlichen Rat holen.

Sommergrippe oder Corona?

Erkältungssymptome können in der warmen Jahreszeit nicht nur Anzeichen der sommerlichen, zumeist harmlosen Erkrankung sein, sondern auch auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinweisen. Es ist wichtig, dass Sie dies bei Unsicherheit abklären lassen, beispielsweise durch einen Schnelltest. Bei

  • Störung des Geschmacksinns
  • Störung des Geruchssinns und
  • einer Lungenentzündung

liegt der Verdacht besonders nahe, dass Sie statt an einer Sommergrippe an Covid-19 erkrankt sind. Holen Sie sich am besten in jedem Fall Rat von Ihrem Arzt.

Autorin PTA Dr. Birgit Witte

Über unsere Autorin:

Dr. Birgit Witte | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazeutisch-technische Assistentin mit über 20 jähriger Berufserfahrung interessiere ich mich nicht nur für die Geschichte der Pharmazie - vor allem liegt mein Fokus auch auf modernem Wissen und aktuellen Themen, um in allen Gebieten rund um die Gesundheit umfassend zu beraten. Mehr erfahren

Martina, Marketing bei mycare.de

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