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Warum habe ich trockene Augen?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 01.11.2019

Wie entstehen trockene Augen?

Als Ursache des Gefühls von trockenen Augen, wird häufig festgestellt, dass die Augenoberfläche nicht genügend mit Tränen benetzt wird. Die Mediziner sind sich inzwischen einig, dass dies in den meisten Fällen an einer falschen Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit liegt. Der natürliche Tränenfilm hält die Augenoberfläche glatt, reinigt und desinfiziert sie. Mit jedem Lidschlag versorgt der Tränenfilm die Hornhaut zudem mit Nährstoffen und Sauerstoff. Er besteht aus drei Schichten:

  • Außen ist die fetthaltige Lipidschicht: Sie ist nur 100 Nanometer dünn und verhindert eine zu schnelle Verdunstung der anderen beiden Schichten. Außerdem hilft sie dabei, die Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf der Augenoberfläche zu verteilen. Gebildet wird diese Schicht von den Meibom-Drüsen, die im Lidrand sitzen.
  • In der Mitte ist die wässrige Schicht: Hier finden sich Antikörper und Enzyme, die Entzündungen des Auges verhindern sollen. Außerdem versorgt diese Schicht die Hornhaut mit wichtigen Salzen, Spurenelementen und Vitaminen. Dieser Hauptbestandteil des Tränenfilms wird von verschiedenen Tränendrüsen hergestellt.
  • Innen sitzt die Schleimschicht: Sie sorgt dafür, dass der Tränenfilm auf der Binde- und Hornhaut haften kann. Gebildet wird sie von der Bindehaut.

Verändert sich die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, gelingt das nicht mehr – das Syndrom des "Trockenen Auges" tritt auf. Die Augenoberfläche benötigt somit externe Hilfe, beispielsweise durch Augentropfen zur unterstützenden Befeuchtung.

Besonders ältere Menschen sind von dem Sicca-Syndrom betroffen. Mit zunehmendem Alter lässt die Tränenmenge nach, das Auge wird nicht mehr genug mit dem Tränenfilm benetzt. Außerdem können bei hormonellen Veränderungen oder einem Vitamin-A-Mangel die Symptome der trockenen Augen auftreten. Auch zu langes Tragen von Kontaktlinsen kann zu trockenen, juckenden Augen führen. Die fetthaltige Lipidschicht kann durch die künstliche Linse zerstört werden.

Eine der häufigsten Ursachen für gerötete Augen ist aber lange Bildschirmarbeit, das sogenannte Office-Eye-Syndrom. Hierbei verringert sich das Blinzeln von durchschnittlich 25 mal pro Minute auf nur etwa 7 mal pro Minute. Dadurch wird der Tränenfilm auf dem Auge nicht oft genug erneuert, gereizte Augen sind das Ergebnis.

Es gibt darüber hinaus noch viele verschiedene Ursachen der Beschwerden, oft werden sie durch äußere Einflüsse ausgelöst:

  • Starke UV-Einstrahlung, die die Augen ungeschützt trifft.
  • Tabakrauch, Zugluft oder ungünstig ausgerichtete Auto-Gebläse.
  • Zu langes Tragen von Kontaktlinsen.
  • Mangelnde Flüssigkeitszufuhr.
  • Trockene Heizungsluft, klimatisierte Räume.

Auch eine Reihe von Medikamenten, wie Antidepressiva, Antihistaminika oder Hormonpräparate sowie manche Stoffwechselerkrankungen können die Ursache von trockenen Augen sein. Bei hartnäckigen und schmerzhaften Fällen sollte ein Arzt befragt werden, da je nach Ursache auch eine medizinische Behandlung notwendig sein kann.

Wie erkenne ich trockene Augen?

Trockene Augen werden auch als Sicca-Syndrom bezeichnet. Der schwedische Augenarzt Henrik Sjörgen beschrieb in den 1950ern erstmals das Krankheitsbild eines Auges, dessen Horn- oder Bindehaut unzureichend mit Tränenflüssigkeit benetzt wurde.

Die Symptome sind vielfältig: Wer morgens mit verklebten Augen oder weißem Schleim in den Augenwinkeln aufwacht, kann unter trockenen Augen leiden. Auch ständiges Jucken und Brennen sowie andauernd tränende Augen sind Symptome.

Ein weiteres Anzeichen ist eine Überempfindlichkeit der Augen gegen kalten Wind oder grelles Licht. Einige Betroffene klagen über ein Fremdkörpergefühl und unangenehmem Druck im Auge. Ein Gefühl von müden Augen und verschwommenes Sehen gehören zu den weiteren Symptomen.

Darüber hinaus können auch rote Augen auf das Leiden hinweisen. Die Ursache dieser Rötung ist, dass die Hornhaut durch die fehlende Tränenflüssigkeit nicht mehr genügend Nährstoffe bekommt. Daher weiten sich die Blutgefäße in der Bindehaut, um die Versorgung zu gewährleisten.

Da ein trockenes Auge zu ernsthaften Erkrankungen und Sehstörungen führen kann, sollten Sie bei entsprechenden Symptomen einen Augenarzt aufsuchen. Dieser untersucht das Auge eingehend und legt entsprechend der Ursache eine individuelle Behandlungsstrategie fest. Die entsprechend befeuchtenden Augentropfen und Gele zur Therapie sind in verschiedenen Viskositätsstufen und mit unterschiedlicher Zusammensetzung erhältlich.

Was kann ich bei trockenen Augen tun?

Möchten Sie als erste Behandlung nicht gleich mit Augentropfen beginnen, dann ist ein erster Schritt zur Abhilfe eine drastische Verbesserung der trockenen Raumluft:

  • Eine Schale mit frischem Wasser auf jedem Heizkörper sorgt für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Gezieltes und regelmäßiges Lüften tut ein Übriges: Die Luft in überheizten Räumen ist trocken und sauerstoffarm. Ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 25° C.
  • Raucher frönen dem Nikotin besser draußen vor der Tür, denn beißender Rauch belastet die Augen zusätzlich.
  • Häufige Aufenthalte im Freien helfen, die Augen zu entspannen. Die frische Luft mit ihrem natürlichen Feuchtigkeitsgehalt tut ein Übriges.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist im Winter besonders wichtig. Früchte- und Kräutertees, Wasser oder Saftschorle bieten sich an.

Verstopfte oder entzündete Liddrüsen, auch Meibomschen Drüsen genannt, können sich als Gerstenkorn oder Hagelkorn bemerkbar machen. Sie führen ebenfalls häufig zu trockenen Augen. Mit feuchtwarmen Kompressen können Sie versuchen, das Sekret aufzuweichen. Dadurch kann es wieder aus den Liddrüsen austreten und Ihre Beschwerden lindern. Ihr Augenarzt kann Ihnen Massagetechniken für den Lidrand zeigen.

Hilft dies nicht gegen Ihre trockenen Augen, gibt es spezielle Augentropfen und Gele, die Fettanteile enthalten. Die Tropfen können den Tränenfilm wieder stabilisieren.

Was für Augentropfen gibt es?

Das Prinzip von Augentropfen ist die Kreierung von künstlichen Tränen. Die Verwendung kann bestehende Symptome lindern. Viele Augentropfen enthalten feuchtigkeitsspendende Hyaluronsäure. Sie gleichen den Mangel an gesunder eigener Tränenflüssigkeit aus und schützen vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust. Es gibt dünn- und dickflüssige Augentropfen-Präparate. Welches für Sie individuell am besten geeignet ist, lässt sich nur durch Probieren herausfinden.

Im Normalfall starten Betroffene mit dünnflüssigen Augentropfen. Müssen sie zu oft nachtropfen, sind dickflüssigere Augentropfen angeraten. Diese können allerdings die Sicht beeinträchtigen. Oft nehmen Betroffene daher tagsüber dünnflüssige Augentropfen gegen ihre Beschwerden. Über Nacht werden künstliche Tränen als Gel oder Salbe gegen trockene Augen in den Bindehautsack gegeben. Wer sich nichts ins Auge tropfen kann, ist mit einem Spray gut ausgerüstet: Dieses wird auf die geschlossenen Lider gesprüht und gelangt über die Lidränder mittels des Lidschlags ins Auge. Einige Hersteller verzichten zugunsten besserer Verträglichkeit gänzlich auf Konservierungsmittel.

Keine Sorge: Durch das Zuführen von künstlicher Tränenflüssigkeit wird die körpereigene Tränenproduktion nicht beeinträchtigt.

Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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