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Was kann ich bei einer Verstauchung machen?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 24.07.2019

Verstauchung

Eine Verstauchung (Distorsion) ist eine Verletzung des Gelenks, die durch Umknicken oder starkes Verdrehen verursacht wird. Es handelt sich um eine Verrenkung, die bei höherer Krafteinwirkung das Gelenk auskugeln würde. Bei einer Verstauchung rutscht das Gelenk jedoch in die normale Position zurück. Zu den typischen Beschwerden zählen heftige Schmerzen im betroffenen Gelenk und meist auch eine starke Schwellung. Besonders anfällig sind Finger-, Hand- und Sprunggelenk; sowie Schulter und Knie.

Für einen medizinischen Laien ist es oft schwer zu erkennen, ob es sich um eine Verstauchung, einen Bänderriss oder einen Knochenbruch handelt. Deshalb sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen. Insbesondere dann, wenn die Bewegungsfähigkeit des Gelenks stark eingeschränkt ist oder es zu einer sehr heftigen Schwellung und starken Schmerzen kommt. Der Arzt kann zum Beispiel mit bildgebenden Verfahren (u.a. Röntgen oder MRT) schnell feststellen, um welche Art von Verletzung es sich handelt.

Verstauchte Gelenke müssen sofort geschont werden. Oftmals ist es auch gar nicht mehr möglich, das Gelenk weiter zu belasten. Keinesfalls sollten sich die Betroffenen zwingen, die verletzte Stelle weiter voll zu belasten, z. B. weil sie sich in einer Wettkampfsituation befinden. Das verstauchte Gelenk schwillt stark an, verfärbt sich und jede Bewegung schmerzt. Als schnelle Maßnahmen eignen sich:

  • Intervallartig kühlen – jeweils nach 20-30 Minuten 3-4 Minuten pausieren. In dieser Zeit wird die Muskulatur wieder gut durchblutet. Ist die Kühlung zu intensiv, kann der Heilungsprozess negativ beeinflusst werden.
  • Druckverband.
  • Betroffenes Gelenk über Kopfhöhe lagern.

Welche Therapie- und Behandlungsmethoden sind bei Verstauchungen sinnvoll?

Die Behandlungsmaßnahmen gemäß der PECH-Regel haben sich bei Sportverletzungen bewährt. Aber eine körperliche Untersuchung gibt Aufschluss darüber, wie stark das Gelenk wirklich verletzt ist. Nach Rücksprache mit einem Arzt können folgende Arzneien zur Behandlung der Beschwerden angewendet werden.

  • Schmerzsalben lindern die Schmerzen im betroffenen Gelenk. Diese sind auch mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Beinwell erhältlich.
  • Cremes oder Gele mit dem Wirkstoff Heparin wirken gegen die Schwellung.
  • Auch Arnika ist bei Verstauchungen sowohl aus der Hausapotheke als auch Naturheilkunde und schulmedizinischen Therapie nicht mehr wegzudenken. Sie können zwischen Tinkturen zum Einreiben und für Umschläge, sowie Cremes oder Salben wählen.
  • Nicht-steroidale Antirheumatika können aufgrund ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung kurzzeitig eingesetzt werden. Vertreter sind hier zum Beispiel Wirkstoffe wie Ibuprofen und Diclofenac, die sowohl äußerlich zum Einreiben als auch zum Einnehmen innerlich eingesetzt werden können.

Für unterwegs eignen sich Sofortkühlkompressen, die sich sozusagen auf "Knopf"-Druck in Gang setzen lassen. Es ist generell ratsam, in der Hausapotheke für den Notfall Kalt-Warm-Kompressen zu lagern, die immer wieder verwendet werden können.

Zur Entlastung verletzter Gelenke und Stabilisierung bieten Apotheken und Sanitätshäuser Bandagen entsprechend der unterschiedlichsten Anforderungen. Lassen Sie sich dazu beraten. Das Angebot gilt für den Bedarf sportlicher Aktivitäten genauso wie bei der Arbeit. Alternativ wird ein Tape-Verband ebenfalls als sehr effektiv und angenehm empfunden. Bitte beachten Sie, dass Tape-Verbände ausschließlich nach fachkundiger Schulung, keinesfalls ohne entsprechendes Wissen von Laien leichtfertig verwendet werden sollten! Grundsätzlich sollten Sie dem betroffenen Gelenk jedoch Zeit zur Heilung geben.

Welche Erste-Hilfe kann ich bei Verstauchungen und Prellungen einleiten?

Verstauchungen und Prellungen sind zumeist harmlose, aber recht schmerzhafte Verletzungen. Entscheidend ist, dass die Erste-Hilfe-Maßnahmen schnell eingeleitet werden. Zur Sofort-Hilfe sollten Sie nach der P-E-C-H-Regel vorgehen:

  • P wie Pause: Beenden Sie Ihre sportliche Tätigkeit und stellen Sie das betroffene Körperteil ruhig.
  • E wie Eis: Kühlen Sie das betroffene Gelenk, um die Schwellung zu reduzieren.
  • C wie Compression: Ein Druckverband kann Schmerzen und Schwellung verringern. Kombinieren Sie den Druckverband mit dem Eispack oder einer Salbe.
  • H wie Herz: Lagern Sie das Gelenk hoch, möglichst über der Herzgegend.

Im Anschluss sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Dauer und Vorbeugung von Verstauchungen

Die Dauer einer Distorsion bzw. Prellung kann unterschiedlich sein. Zu berücksichtigen sind das Alter der Person, der Verletzungsgrad und der Behandlungsbeginn. Jegliche Belastung des Gelenks ist für ein bis zwei Wochen zu vermeiden. Unabhängig davon, um welche Art Verletzung es sich handelt, sollte die betroffene Region mindestens ein paar Tage geschont und regelmäßig gekühlt werden.

Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Sie Ihre eigenen Grenzen kennen und die eigene Fitness realistisch einschätzen können. Man kann Sportverletzungen nicht sicher vorbeugen. Sie können jedoch das Risiko erheblich minimieren, wenn Sie:

  • sich zuvor ausreichend aufwärmen und Ihre Muskeln dehnen.
  • die gefährdeten Gelenke vorab bandagieren.
  • das richtige Schuhwerk tragen.

Was ist bei Sportverletzungen zu beachten?

Es gibt eine Vielzahl an Verletzungen, die Sie sich beim Sport zuziehen können. Prellungen wie Verstauchungen sind ausgesprochen schmerzhaft, sodass nicht immer klar ist, ob es sich nicht um eine schwerwiegende Verletzung des Knochens und des Bandapparates handelt. Besteht Zweifel, ist es immer sinnvoll, das Ausmaß der Verletzung bei einem Arzt oder bei schweren Fällen in der Notaufnahme eines Krankenhauses abzuklären. Eine Prellung entsteht durch stumpfe Gewalteinwirkung. Dabei platzen Blutgefäße und es kommt zu Schwellungen.

Prellungen sind typische Sportverletzungen. Aber auch Kinder und Senioren tragen ein erhöhtes Risiko, Prellungen z. B. durch Stürze zu erleiden. Die direkte Ursache ist eine Gewalteinwirkung, bei der das Gewebe zwischen Haut und Knochen gequetscht wird. Auch der Knochen selbst kann betroffen sein. Unterschieden wird zwischen:

  • Muskelprellungen
  • Gelenkprellungen
  • Knochenprellungen

Schwere Prellungen sind sehr schmerzhaft. In solchen Fällen ist ärztlich abzuklären, ob eine schwerwiegendere Verletzung vorliegt, wie z.B. ein Bruch. Prellungen müssen sofort geschont und gekühlt werden. Schon die ersten zehn Minuten können entscheidend sein und eine Verschlimmerung verhindern. Zum Kühlen eigenen sich Eisbeutel. Allerdings sollte das Eis nicht direkt auf der Haut aufliegen, um Erfrierungen zu vermeiden. Das Kühlen bewirkt:

  • Blutgefäße ziehen sich zusammen.
  • Schwellung fällt weniger stark aus.
  • Entzündungswahrscheinlichkeit wird reduziert.

Eine elastische Binde bringt außerdem Erleichterung. Die verletzte Körperstelle sollte hochgelagert werden.

Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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