Was bewirkt die Entgiftungsmethode "Ölziehen"?
✓ Pharmazeutisch - Lesezeit: 1 Minuten
Von Ulrike Wendt, PTA
bei mycare.de
Aktualisiert: 25.09.2025
Ölziehen ist eine aus dem Ayurveda stammende Entgiftungsmethode, wobei morgens auf nüchternen Magen ein Esslöffel kaltgepresstes Öl für etwa 20 Minuten im Mund hin- und hergezogen wird. Hauptziel ist eine verbesserte Mundhygiene, da Bakterien und Zahnbeläge reduziert werden, und somit Karies und Mundgeruch entgegenwirkt. Das Öl, das Toxine aufgenommen hat, darf nicht geschluckt, sondern muss ausgespuckt werden. Die Methode soll auch Zahnfleischbluten verringern und kann anekdotisch bei Migräne oder Hautproblemen helfen.
Die Tradition des Ölziehens
Bei uns im Westen ist das Ölziehen dank des russischen Arztes
Dr. Karach seit den 1990er Jahren bekannt. Traditionell ist
Ölziehen Teil der ayurvedischen Morgenroutine. Die indischen
Yogis praktizieren es vor Sonnenaufgang, woran Sie sich nicht
zwingend halten müssen. Beim Ölziehen bewegt man einen
Esslöffel Öl im Mund hin und her. Das Ölziehen wird auf
nüchternen Magen und direkt nach dem Aufstehen angewandt. Die
Dauer von 20 Minuten soll dabei nicht unterschritten werden.
Diese 20 Minuten sind notwendig, um auch die letzten Bakterien
aus den Zahnfleischtaschen zu eliminieren – dann ist das
Ölziehen effektiver als Zähneputzen
oder Spülungen mit Mundwasser.
Die Wirkung des Ölziehens
Durch die Reduktion von Zahnbelägen und Bakterien im
Mundbereich wird sowohl Karies, als auch Mundgeruch erfolgreich
entgegen gewirkt. Die Mundhöhle wird von Giften und Säuren
befreit – dieser positive Effekt ist im gesamten Körper
spürbar. Weitere nützliche Wirkungen sind unter anderem die
Reduktion von Zahnfleischbluten, das Zahnfleisch wird massiert
und gut durchblutet, und sogar die Lippen gepflegt.
Andere positive Effekte des Ölziehens sollen sein, dass
Migräneanfälle im Zusammenhang mit einer Ölzieh-Kur in ihrer
Häufigkeit sich reduziert haben sollen, die Symptome von
chronischen Hauterkrankungen sich verbessert haben, das
Geschmacksempfinden intensiver wurde und die Infekthäufigkeit
von grippalen Infekten und Bronchitis sich verringert hat.
Zum Ölziehen sollte kaltgepresstes Öl in Bio-Qualität verwendet
werden, zum Beispiel Kokosöl, Olivenöl, Sesamöl oder
Sonnenblumenöl. Zusätzlich kann man optional das Öl mit
geeigneten ätherischen Ölen aufwerten. Bei Mund- und
Zahnfleischentzündungen könnte man das Basisöl zum Beispiel mit
naturreinem Nelkenöl ergänzen. Ein Tropfen Nelkenöl
gemischt mit 50 ml Basisöl wären als Konzentration schon
ausreichend.
Funktionsweise des Ölziehens
Optional starten Sie damit, Ihre Zunge mittels Zungenschaber
von Belägen zu reinigen. Anschließend wird der Mund gut
ausgespült. Nun starten Sie mit einem Esslöffel Öl Ihrer Wahl –
als Neuling können Sie aber auch mit einem Teelöffel beginnen,
und sich langsam steigern. Jetzt beginnen Sie damit, das Öl
(idealerweise die 20 Minuten lang) im Mund hin- und
herzubewegen, durch die Zähne zu saugen, schlürfen, schmatzen,
all das ist erlaubt. Was nicht gewünscht ist: Gurgeln und
Verschlucken, denn schließlich enthält das Öl ja all jene
Stoffe, die man eigentlich aus dem Körper haben will.
Bei komischem/schlechtem Geschmack spucken Sie das Öl aus und
nehmen eine neue Portion. Bleiben Sie nach Möglichkeit
entspannt und unverkrampft. Nach rund 20 Minuten sollte das Öl
dünnflüssig und von weißlicher Farbe sein, es ist Zeit zum
Ausspucken. Spucken Sie nach Möglichkeit in ein saugfähiges
Papiertuch, damit die entfernten Toxine nicht ins Wasser
gelangen. Spülen Sie den Mund anschließend gründlich mit Wasser
aus.
Häufig gestellte Fragen rund um das Ölziehen
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren über U. Wendt
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