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Wissenswertes zum Wirkstoff Ambroxol

Bei dem sogenannten Mucolytikum (Schleimlöser) Ambroxol handelt es sich um den aktiven Metaboliten (Abbauprodukt) von Bromhexin im Körper. Ambroxol findet vor allem als Hustenlöser Einsatz. Er fördert die Produktion von dünnflüssigem Schleim sowie dessen Abtransport.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Ambroxol

  1. Was ist Ambroxol?
  2. Bei welchen Beschwerden kann Ambroxol eingesetzt werden?
  3. Wie wirkt Ambroxol?
  4. Wie wurde Ambroxol entwickelt?
  5. Wie schnell und wie lange wirkt Ambroxol?
  6. Welche Präparate gibt es in der Apotheke?
  7. Ist Ambroxol verschreibungspflichtig?
  8. Gibt es Ambroxol auch für Kinder?
  9. Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?
  10. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  11. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  12. Was ist noch wichtig zu wissen?
  13. Wann sollte Ambroxol nicht zum Einsatz kommen?
  14. Darf Ambroxol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  15. Beeinflusst Ambroxol die Fahrtüchtigkeit?

Was ist Ambroxol?

Chemischer Name: trans-4-[(2,4-Dibromanilin-6-yl)-methylamino]-cyclohexanol
Summenformel: C13H18Br2N2O

Strukturformel:
Ambroxol Strukturformel

Bei welchen Beschwerden kann Ambroxol eingesetzt werden?

Ambroxolhaltige Präparate werden bei akuten und chronischen Erkrankungen, welche die Lunge und die Bronchien betreffen, genutzt, wenn diese mit einer Störung von Schleimbildung und -transport einhergehen. Bei lokaler Anwendung werden Halsschmerzen gelindert.

Wie wirkt Ambroxol?

Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt. In verschiedenen Untersuchungen konnten jedoch sekretolytische und sekretomotorische Effekte gefunden werden. Das bedeutet, dass festsitzender Schleim im Bronchialtrakt gelöst wird. Der zähe Schleim verändert seine Viskosität, wird also dünnflüssiger und die Haftung an den Schleimhäuten der Bronchien nimmt ab. Dadurch geht die Verschleimung zurück und das Abhusten wird erleichtert.

Durch Aktivierung des Flimmerepithels soll der Abtransport des Schleims gefördert werden. Beim Flimmerepithel handelt es sich um eine bestimmte Zellschicht, deren Zellen an der Oberfläche mit sehr feinen Haaren ausgestattet sind. Partikel werden an der Oberfläche weitertransportiert. Auf diese Weise werden die Atemwege von Staub und Schmutz gereinigt.

Ambroxol weist äußerlich angewendet zusätzlich oberflächlich betäubende Eigenschaften auf. Dieser Effekt wird in Form von Halsschmerztabletten zum Lutschen genutzt, um Halsschmerzen zu lindern.

Wie wurde Ambroxol entwickelt?

Ambroxol ist ein Abbauprodukt vom bekannten Wirkstoff Bromhexin im Körper, welches auf seine pharmakologischen Eigenschaften untersucht wurde. Die Entwicklung des Ausgangsstoffes Bromhexin ist ein klassisches Beispiel für die Entwicklung eines chemischen Arzneistoffes aus einer pflanzlichen pharmakologisch aktiven Leitstruktur. Als Leitstruktur diente das Chinazolinalkaloid Vasicin aus den Blättern von Adhotoda vasica. Diese Pflanze wird in der Ayurveda-Medizin als Heilpflanze verwendet. Es zeigte sich, dass Ambroxol eine verbesserte Wirksamkeit, Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit gegenüber Bromhexin hat.

Der Begriff Bioverfügbarkeit bezeichnet den Anteil des Wirkstoffs, der unverändert im Körper zur Verfügung steht. Er ist eine Messgröße dafür, wie schnell und in welchem Umfang ein Arzneimittel im Körper aufgenommen wird und am Zielort zur Verfügung steht.

Wie schnell und wie lange wirkt Ambroxol?

Die Wirkung von Ambroxol setzt bei oraler Einnahme etwa nach 30 Minuten ein und hält je nach Höhe der Einzeldosis ungefähr 6 bis 12 Stunden an.

Welche Präparate gibt es in der Apotheke?

Apotheken bieten Ambroxol in verschiedenen Darreichungsformen als frei verkäufliches Arzneimittel an. Dazu gehören Trinktabletten, Brausetabletten, Tropfen, Tabletten, Sirup, Hustensaft, Retardkapseln, Lutschtabletten und Inhalationslösungen.

Lutschtabletten sind zur Schmerzlinderung bei akuten Halsschmerzen gedacht. Bei allen anderen Darreichungsformen wird der schleimlösende Effekt genutzt.

Anzeigen:
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24 48 96

Ist Ambroxol verschreibungspflichtig?

Bis auf Lösungen zur Injektion unterliegen Präparate mit dem Wirkstoff Ambroxol nicht der Verschreibungspflicht.

Gibt es Ambroxol auch für Kinder?

Bei Kindern unter 2 Jahren darf Ambroxol nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Für ältere Kinder stehen - je nach Alter - einfach zu dosierende Tropfen und Saft zur Verfügung.

Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?

Ambroxol sollte vorzugsweise am Morgen eingenommen werden. Empfohlen wird die Einnahme nach den Mahlzeiten. Die jeweilige Einnahmevorschrift ist dabei grundsätzlich zu beachten.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Hustenlöser wie Ambroxol sollten nicht gleichzeitig mit hustenstillenden Medikamenten verabreicht werden. Aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes wäre ein gefährlicher Sekretstau als Wechselwirkung möglich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Ambroxol gilt als gut verträglich. Trotzdem können Nebenwirkungen wie Magen-Darm Beschwerden und Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Hautausschlag, Gesichtsschwellungen, Atemnot, Juckreiz und Fieber auftreten.

Was ist noch wichtig zu wissen?

Wann sollte Ambroxol nicht zum Einsatz kommen?

Bei Überempfindlichkeit gegen Ambroxol sollte dieser Wirkstoff nicht zum Einsatz kommen. Es wurden in wenigen Fällen schwere allergische bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen beobachtet. Bei der Anaphylaxie handelt es sich um eine möglicherweise lebensbedrohliche Auswirkung, die auf einer Allergie beruht. Werden Haut- oder Schleimhautveränderungen festgestellt, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Wenn Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten bekannt sind, empfiehlt sich generell ärztliche Rücksprache vor der Anwendung von Ambroxol.

Bei gestörter Bronchomotorik und größeren Sekretmengen (z.B. beim seltenen malignen Ziliensyndrom) sollte Ambroxol wegen eines möglichen Sekretstaus nur mit Vorsicht verwendet werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer schweren Lebererkrankung darf Ambroxol ebenfalls nur mit besonderer Vorsicht (das heißt in größeren Anwendungsabständen oder in verminderter Dosis) angewendet werden.

Bei Histamin-Intoleranz ist Wachsamkeit geboten und eine längerfristige Therapie zu vermeiden. Es sind Intoleranz-Erscheinungen wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Fließschnupfen und Juckreiz möglich.

Wenn ambroxolhaltige Medikamente inhaliert werden, besteht das Potenzial bronchialer Verkrampfungserscheinungen.

Darf Ambroxol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Umfangreiche klinische Erfahrungen nach der 28. Schwangerschaftswoche haben keine Hinweise auf für den Fetus schädliche Auswirkungen ergeben. Insgesamt liegen jedoch keine ausreichenden Daten für die Verwendung von Ambroxol bei Schwangeren vor. Dies betrifft insbesonders den Zeitraum bis zur 28.Schwangerschaftswoche. Ambroxol sollte während der Schwangerschaft, insbesondere während des 1. Drittels, nur nach Arztrücksprache eingesetzt werden.

Da bisher keine hinreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegen, sollte Ambroxol in der Stillzeit ebenfalls nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.
Zu beachten sind abweichende Angaben bei den verschiedenen Darreichungsformen.

Beeinflusst Ambroxol die Fahrtüchtigkeit?

Bisher sind keine Hinweise bekannt, dass Ambroxol die Fahrtüchtigkeit beeinflusst.