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Was tun bei einem Reizdarm?

Kennen Sie das: Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Blähungen – wieder und wieder? Viele Menschen leiden an Verdauungsproblemen. Eines der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen ist das Reizdarmsyndrom.

Zur Behandlung eines nervösen Darms gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben dem Einsatz von Medikamenten kann auch eine Ernährungsumstellung von Vorteil sein.

Erfahren Sie hier, mit welchen Arznei- und Hausmitteln Sie die einzelnen Beschwerden lindern können. Zudem erhalten Sie zusätzliche Tipps, wie Sie den Verdauungsprozess unterstützen können. Mehr lesen »


Reizdarm

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Wissenswertes

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom, auch Irritables Darmsyndrom, Colon irritabile oder nervöser Darm genannt, verursacht ähnliche Beschwerden wie verschiedene Darmerkrankungen. Es ist jedoch weitgehend harmlos. Das Reizdarmsyndrom ist keine organische, sondern eine funktionelle Störung. Unter anderem sind die Darmbewegungen im Vergleich zum Gesunden schneller oder langsamer, während die Schmerzsensibilität stärker ausgeprägt ist.
 

Was sind typische Symptome?

Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell. Betroffene leiden neben stechenden Bauchschmerzen entweder unter Durchfall oder Verstopfung oder beidem im Wechsel. Häufig bessern sich die Beschwerden nach dem Stuhlgang.

Überdies können:

  • Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen,
  • Blähungen sowie
  • allgemeines Unwohlsein

auf einen Reizdarm hinweisen. Bei einigen Betroffenen treten die Symptome einzeln, bei anderen gleichzeitig auf. Die Intensität der Beschwerden ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Gut doppelt so viele Frauen wie Männer sind von der Krankheit betroffen. Die Beschwerden beginnen meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Während der Reizdarm für einige eine vorrübergehende Erkrankung ist, leiden manche Menschen sogar ihr ganzes Leben an einer Funktionsstörung des Darms.



 

Welche Ursachen sind möglich?

Die Ursachen eines nervösen Darms sind nach wie vor unbekannt. Eine Differenzialdiagnose zu Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa und Darmkrebs sowie Zöliakie) und diversen Nahrungsmittelunverträglichkeiten steht daher im Vordergrund. Sind diese Grunderkrankungen ausgeschlossen, richtet sich die Therapie nach den individuellen Beschwerden.
 

Wo ist der Ursprung der Erkrankung?

Früher war man der Ansicht, dass das Reizdarmsyndrom rein psychische Ursachen hat. Heute kennt man die Ursachen für das Reizdarmsyndrom zwar immer noch nicht genau. Man weiß allerdings,

  • dass Patienten mit Reizdarm einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt haben.
  • dass die Darmbarriere geschädigt ist. Demnach können Schadstoffe und Erreger in die Darmwand eindringen.
  • dass die Darmflora gestört ist.
  • dass Stress und psychische Belastungen für das Reizdarmsyndrom mit verantwortlich sind.

Studien belegen mittlerweile, dass Magen-Darm-Infektionen Auslöser für ein Reizdarmsyndrom sein können. Denn jeder Vierte entwickelt nach einer von diesen hervorgerufenen Durchfallerkrankungen ein Reizdarmsyndrom. Begünstigend wirken sich auch bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika) aus. Nicht zu unterschätzen ist zudem die persönliche Ernährung. Fett und Zucker setzen dem Darm zusätzlich zu. Besser geeignet wären Vollkornprodukte, Nüsse oder Gemüse.


Diagnose und Behandlung

Wie wird das Reizdarmsyndrom diagnostiziert?

Eine eindeutige Diagnose ist oft schwierig, denn die Symptome ähneln denen eines Magen-Darm-Infekts. Um ein Reizdarmsyndrom festzustellen, muss der Arzt zunächst alle anderen Ursachen ausschließen, die für die Beschwerden verantwortlich sein könnten. Dazu gehören Nahrungsmittelunverträglichkeiten genauso wie entzündliche Darmerkrankungen oder Tumore. Für einige Betroffene kann es ein langer (Leidens-)Weg sein. Denn es existiert kein einfacher Test, mit dem sich das Reizdarmsyndrom nachweisen lässt. Dazu sind vielmehr zahlreiche körperliche Untersuchungen erforderlich, wie z.B.:

  • Ultraschall,
  • Computertomografie (CT),
  • diverse Laboruntersuchungen (u.a. Blutbild, Stuhl, Urin),
  • Darmspiegelung.

Neben dem Abklären organischer Ursachen, sollte auch die emotionale Situation des Betroffenen berücksichtigt werden. Denn auch dauerhafter Stress kann zu einem Reizdarmsyndrom führen.
 

Wie lange dauern die Beschwerden an?

Die Dauer variiert von Patient zu Patient. Bauchkrämpfe, Durchfall & Co. können Tage, Wochen oder auch mehrere Monate andauern. Beschwerden, die länger als drei Monate bestehen, gelten als chronisch. Ob ein Reizdarm vorübergehend ist oder chronisch bleibt, lässt sich auf dem derzeitigen medizinischen Stand nicht vorhersagen. Daher wäre eine entsprechende Änderung des Essverhaltens empfehlenswert. Dadurch lässt sich in den meisten Fällen Lebensqualität und Bewegungsfreiheit zurückerobern.
 

Wie wichtig ist die Ernährung?

Eine bewusste und v.a. ausgewogene Ernährung ist wichtig, um sich den unangenehmen Symptomen langfristig zu wiedersetzen. Da die Betroffenen sehr unterschiedlich auf verschiedene Nahrungsmittel reagieren, ist ein wenig Experimentierfreude oft hilfreich. Bei Durchfall oder Verstopfung sollten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Die Verträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel kann jedoch vorab mit einem Arzt abgeklärt werden.



 

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ein Reizdarm kann die Lebensqualität stark einschränken und sogar psychische Probleme bedingen. Aufgrund der unbekannten Ursache setzten verschiedene Therapien auf eine Linderung der Symptome.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung des Reizdarmsyndroms erfolgt im Wesentlichen symptomatisch. So verschreibt Ihnen der behandelnde Arzt Medikamente gegen Durchfall oder Verstopfung – je nachdem welche Beschwerden Sie haben. Oder auch Arzneimittel mit krampflösenden und entblähenden Wirkstoffen.

Hausmittel

Es können auch natürliche Substanzen abführend wirken oder die Darmbewegungen beeinflussen. Pfefferminzöl, Flohsamenschalen, Leinsamen und Melisse wirken ausgleichend auf die Darmtätigkeit. Während Kümmel, Fenchel und Anis als krampflösend gelten.

Bewährte Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden sind zudem:

  • bei Durchfall: schwarzer Tee und Bananen.
  • bei krampfartigen Bauchschmerzen: Wärmflasche und heiße Umschläge.
  • bei Verstopfung: Verdauungsspaziergänge.
  • bei Blähungen: Bauchmassagen und Probiotika.

 

Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe gönnen. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder sogar verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Alternative Therapieansätze

Zur Linderung der Schmerzen und als Vorbeugung sollten Sie regelmäßig Sport treiben. Ausdauersport (z.B. Joggen und Schwimmen) eignet sich v.a. bei Verstopfung. Denn durch die Bewegung wird die Verdauung angeregt. Wenn sich die Beschwerden bei Stress verstärken, kann auch das Erlernen einer Entspannungstechnik nützlich sein, während psychisch instabile Personen oft von einer Psychotherapie profitieren. Um Stress dauerhaft abzubauen, sollten Sie regelmäßige Zeiten der Entspannung in Ihren Alltag einbauen.

 

Weitere Tipps

Mit einfachen Maßnahmen können Sie einen nervösen Magen oder Darm vorbeugen. Bei wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden sollten Sie jedoch Ihren Lebensstil überdenken.

Darauf sollten Sie achten (Do's):

  • Essen Sie mehrere kleine Portionen. Diese sind verträglicher als große Mahlzeiten.
  • Kauen Sie gründlich und lassen Sie sich Zeit beim Essen.
  • Obst und Gemüse sollte ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Ernährung sein.
  • Ganz wichtig: Viel trinken. Empfohlen werden anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport und trainieren Sie Ihre Bauchmuskeln.



 

Das sollten Sie vermeiden (Don'ts):

  • Trinken Sie keine kohlensäurehaltigen Getränke. Greifen Sie eher zu stillem Mineralwasser oder Kräutertee.
  • Verzehren Sie am Abend keine großen Mahlzeiten.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Genussmittel (z.B. Alkohol, Kaffee und Zigaretten).
  • Meiden Sie blähende Lebensmittel (z.B. Zwiebel, Lauch und Hülsenfrüchte).


Hinweis:

Der Genuss von Süßigkeiten sollte nur in Maßen erfolgen. Sie können zudem das Wachstum schädlicher Keime im Darm begünstigen.

 



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