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Wissenswertes zum Wirkstoff Cetirizin

Cetirizin zählt zu den Antihistaminika der 2. Generation. Es ist gegenwärtig der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff dieser Art zur Therapie von allergischen Reaktionen.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Cetirizin

  1. Was ist Cetirizin?
  2. Bei welchen Beschwerden kann Cetirizin eingesetzt werden?
  3. Wie genau wirkt Cetirizin?
  4. Wie schnell und wie lange wirkt Cetirizin?
  5. Welche Präparate gibt es in der Apotheke?
  6. Ist Cetirizin verschreibungspflichtig?
  7. Gibt es Cetirizin auch für Kinder?
  8. Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?
  9. Wann sollte Cetirizin nicht zum Einsatz kommen?
  10. Darf Cetirizin in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  11. Beeinflusst Cetirizin die Fahrtüchtigkeit?
  12. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  13. Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Was ist Cetirizin?

Chemischer Name: (RS)-2-((4-(4-Chlorphenyl)- phenylmethyl)- 1-piperazinyl)-ethoxyessigsäure
Summenformel: C21H25ClN2O3·2 HCl

Strukturformel:
Cetirizin Strukturformel

Bei welchen Beschwerden kann Cetirizin eingesetzt werden?

Der Wirkstoff kommt allgegenwärtig häufig zum Einsatz bei Heuschnupfen und allergischer Bindehautentzündung. Die typischen Symptome sind Juckreiz, laufende Nase, gerötete, tränende Augen und Niesen. Diese Symptome werden durch die Einnahme von Cetirizin gelindert.

Der Wirkstoff Cetirizin hat eine erweiternde Wirkung auf Muskeln und Bronchien und kann auch bei chronischem Asthma eingenommen werden.

Cetirizin kann außerdem bei chronischer Urtikaria (Nesselsucht), welche sich in geröteter Haut und Juckreiz äußert, helfen.

Wie genau wirkt Cetirizin?

Pharmazeutisch gesehen gehört der Wirkstoff Cetirizin als H1-Rezeptor-Antagonist zu den nicht müde machenden H1-Antihistaminika der 2. Generation.
Die Substanz wirkt gegen die Symptome der Allergie, indem sie die oberflächlichen Wirkungen von freigesetztem Histamin wie Schwellung, Rötung und Juckreiz, sowie durch Resorption hervorgerufene Wirkungen von Histamin wie Verkrampfungen der Muskulatur im Bronchialtrakt und daraus resultierende Atemschwierigen, gegebenenfalls Blutdruckabfall und eine Steigerung der Drüsentätigkeit verhindert beziehungsweise herabsetzt.

Cetirizin blockiert einen bestimmten Rezeptor (H1), welcher normalerweise von Histamin aktiviert wird. Dieser Rezeptor kommt weit verbreitet in unterschiedlichen Strukturen im Körper vor, zum Beispiel an der glatten Muskulatur, den Nervenzellen und in Zellen des Immunsystems. Bei der glatten Muskulatur von Gefäßen sorgt er bei Aktivierung durch Histamin für eine verstärkte Durchlässigkeit von Flüssigkeit und eine Erweiterung der Gefäße. Dies bietet eine Erklärung dafür, dass beispielsweise bei Heuschnupfen in der Regel die Nase läuft. Wenn der H1 Rezeptor aber durch das Cetirizin blockiert ist, kann das Histamin such nicht mehr an die Rezeptoren binden und die allergischen Symptome verschwinden, im Idealfall fast vollständig. Eine Blockade der Rezeptoren durch Cetirizin kann auch den häufig auftretenden Juckreiz deutlich mindern.

Wenn Cetirizin an der glatten Muskulatur der Bronchien angreift, kann eine sonst durch Histamin hervorgerufene Luftnot verhindert werden.

Antihistaminika der 2. Generation wie Cetirizin, welche die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht mehr überwinden, verursachen deutlich geringere Nebenwirkungen in Form von Müdigkeit, als dies bei der 1. Generation der Fall war. Cetirizin gelangt somit nicht oder nur in sehr geringen Mengen ins zentrale Nervensystem und hat dort kaum Auswirkungen. Nebenwirkungen wie Müdigkeit sind deshalb nur noch selten.

Wie schnell und wie lange wirkt Cetirizin?

Cetirizin wirkt nach der Einnahme etwa 24 Stunden. Eine halbe bis ganze Stunde nach der Einnahme sollte Cetirizin Wirkung zeigen.

Welche Präparate gibt es in der Apotheke?

Im Handel befinden sich verschiedene Darreichungsformen. Je nach Vorlieben des Anwenders kann Cetirizin in Form von klassischen Filmtabletten zum Schlucken, aber auch praktischen Lutschtabletten, Brausetabletten oder in flüssiger Form als Tropfen, Sirup und Saft gewählt werden.

Anzeigen:
  • Hersteller
  • Darreichung
  • Wirkstoff
  • Packungsgröße
24 48 96

Ist Cetirizin verschreibungspflichtig?

Präparate mit dem Wirkstoff Cetirizin-Dihydrochlorid sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Gibt es Cetirizin auch für Kinder?

Aus grundsätzlichen Erwägungen wird die Anwendung in der Selbstmedikation bei Kindern unter 2 Jahren nicht empfohlen. Bei unklarer Symptomatik, besonders bei Säuglingen oder Kleinkindern sollte dieses mit dem Arzt abgeklärt werden.

Für Kinder ab 6 Jahren gibt es Cetirizin Lutschtabletten, Saft oder Sirup. Die flüssige Form hat den Vorteil, dass man dieses entsprechend dem Körpergewicht dosieren kann, durch die vorhandenen Messbecher bzw. Messlöffel.

Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?

Cetirizin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, vorzugsweise am Abend.

Wann sollte Cetirizin nicht zum Einsatz kommen?

Cetirizin darf nicht eingenommen werden, wenn die Funktion der Nieren stark eingeschränkt ist. Wenn Probleme beim Wasserlassen bekannt sind, verursacht zum Beispiel durch eine Läsion des Rückenmarks oder bei Männern bestehende Prostatahyperplasie, sollte die Einnahme im Voraus mit dem Arzt abgesprochen werden.

Bei bekannten Allergien oder Unverträglichkeiten gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Arzneimittels, sollte von der Einnahme abgesehen werden. Cetirizin in Tablettenform enthält meistens Lactose in geringer Dosierung als Hilfsstoff. Bei bestehender Lactoseintoleranz sollte der Betroffene eine flüssige, lactosefreie Darreichungsform wählen, z.B. Tropfen, Saft oder Sirup.

Darf Cetirizin in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Cetirizin nicht eingenommen werden.
Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um eine absolute Gefährdung für den Fötus auszuschließen. Bei versehentlicher Einnahme ist das Risiko für unerwünschte Wirkungen auf die Entwicklung des Fötus gering. Dennoch sollte von einer weiterführenden Einnahme abgesehen werden. Cetirizin geht in die Muttermilch über, daher wird Cetirizin in der Stillzeit ebenfalls nicht empfohlen.

Beeinflusst Cetirizin die Fahrtüchtigkeit?

Das Bedienen von schweren Maschinen, und damit auch das Autofahren, ist durch die Einnahme von Cetirizin in der Regel nicht beeinträchtigt. Wenn sich doch Symptome abzeichnen, die subjektiv das Autofahren einschränken, sollte in jedem Fall der behandelnde Arzt informiert werden.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Zwischen der Anwendung von Cetirizin und anderen Medikamenten sind keine Wechselwirkungen bekannt.
Auch durch Alkohol wird die Wirkung von Cetirizin nicht verstärkt. Die gleichzeitige Einnahme von Cetirizin und anderen Nahrungsmitteln allerdings verlangsamt die Aufnahme des Wirkstoffes.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Symptome wie Müdigkeit (siehe auch bei "Wie genau wirkt Cetirizin?"), Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen sowie ein entzündeter Rachen werden häufiger genannt.

Gelegentlich können Symptome wie Bauchschmerzen, generelles Unwohlsein, Juckreiz, Durchfall oder sogar extrem starke Müdigkeit auftreten.

Sehr selten sind Sehstörungen, Ohnmacht, ein schneller Herzschlag, Gewichtszunahme, Krampfanfälle, Beeinträchtigungen des Nervensystems, und allergischer Hautausschlag. Die Veränderung bestimmter Blutwerte kann in seltenen Fällen durch die Einnahme von Cetirizin auftreten, z.B. eine verringerte Anzahl der im Blut vorkommenden Blutplättchen.