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Wissenswertes zum Wirkstoff Loperamid

Bei Loperamid handelt es sich um einen Wirkstoff zur symptomatischen Behandlung von Durchfall (Antidiarrhoikum) verschiedener Ursache.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Loperamid

  1. Was ist Loperamid?
  2. Bei welchen Beschwerden kann Loperamid eingesetzt werden?
  3. Wie genau wirkt Loperamid?
  4. Wie schnell und wie lange wirkt Loperamid?
  5. Welche Präparate gibt es in der Apotheke?
  6. Ist Loperamid verschreibungspflichtig?
  7. Gibt es Loperamid auch für Kinder?
  8. Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?
  9. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  10. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  11. Was ist noch wichtig zu wissen?
  12. Wann sollte Loperamid nicht zum Einsatz kommen?
  13. Darf Loperamid in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  14. Beeinflusst Loperamid die Fahrtüchtigkeit?

Was ist Loperamid?

Chemischer Name: 4-[4-(4-Chlorphenyl)-4-hydroxypiperidin-1-yl]- N,N-dimethyl-2,2-diphenylbutyramid
Summenformel: C29H33ClN2O2

Strukturformel:
Loperamid Strukturformel

Bei welchen Beschwerden kann Loperamid eingesetzt werden?

Loperamid findet vor allem bei akutem Durchfall Einsatz. Wenn die Beschwerden länger als 2 Tage andauern, bedarf dies einer ärztlichen Abklärung. Ohne Arztrücksprache soll Loperamid über diesen Zeitraum hinaus nicht eingenommen werden.

Wie genau wirkt Loperamid?

Die Wirkung von Loperamid wird durch eine Hemmung der Darmmotilität erzielt sowie durch Bindung des Wirkstoffs an spezielle Rezeptoren in der Darmwand. Auf diese Weise kann er Darmbewegungen, die den Darminhalt weitertransportieren teilweise verhindern und somit den Stuhldrang und die Stuhlfrequenz reduzieren. Eine vermehrte Wasseraufnahme in den Körper wird wieder möglich. Der Stuhl wird verdickt, weil er länger im Darm verbleibt.

Zusätzlich bewirkt Loperamid im Enddarmbereich eine Muskelanspannung des Schließmuskels. Obwohl der Wirkstoff zu den Opioiden zählt, besteht bei sachgerechter Anwendung kein Risiko für unerwünschte Wirkungen im Zentralnervensystem. Die Substanz überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke, besitzt deshalb auch keine zentralen Wirkungen und ist deshalb auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich.

Wie schnell und wie lange wirkt Loperamid?

Die Wirkung setzt abhängig von der Darreichungsform nach 30 bis 60 Minuten ein und hält dosisabhängig im Durchschnitt 2 Tage an.

Welche Präparate gibt es in der Apotheke?

In der Apotheke erhältlich ist der Wirkstoff Loperamid in verschiedenen Darreichungsformen. Genannt seien hier Tabletten, Hartkapseln, Weichkapseln, Schmelztabletten, Lösungen und Brausetabletten. Schmelztabletten eignen sich besonders gut, um unterwegs diskret und einfach dem akuten Durchfall entgegenwirken zu können. Sie schmelzen in Sekunden auf der Zunge und es wird keine zusätzliche Flüssigkeit für die Einnahme benötigt.

Generell ist jedoch bei Durchfall darauf zu achten, dass der erhöhte Wasser-und Mineralienverlust bedingt durch den Durchfall wieder ausgeglichen werden muss.

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Ist Loperamid verschreibungspflichtig?

Arzneimittel mit Loperamid zur Akutbehandlung für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren sind freiverkäuflich erhältlich. Parallel gibt es Loperamid in bestimmten Darreichungsformen und verschiedenen Packungsgrößen auch verschreibungspflichtig für die ärztliche Therapieanweisung.

Gibt es Loperamid auch für Kinder?

Da bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren die Blut-Hirn-Schranke noch nicht ausreichend ausgebildet ist, wird Loperamid in diesem Altersbereich generell nicht eingesetzt. Im Rahmen einer ärztlichen Therapie kann der Wirkstoff bei Kindern ab 2 Jahren verordnet werden. Die freiverkäuflichen Präparate sind für die Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen.

Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?

Grundsätzlich sollte den Angaben in der Packungsbeilage Beachtung geschenkt werden und Fragen mit dem Arzt oder Apotheker vor der Einnahme kommuniziert werden.

Bei akutem Durchfall können, wenn keine medizinischen Gründe zur Dosisanpassung vorliegen, zu Beginn einmalig vier Milligramm Loperamid eingenommen werden. Das entspricht zwei Tabletten beziehungsweise zwei Kapseln oder zwei Schmelztabletten. Danach können nach jedem ungeformten Stuhl weitere zwei Milligramm verabreicht werden, entsprechend einer Tablette, Kapsel oder Schmelztablette. Insgesamt darf eine tägliche Dosis von zwölf Milligramm nicht überschritten werden, das heißt, bei sechs Tabletten oder Kapseln beziehungsweise Schmelztabletten ist die Maximaldosierung für diesen Tag ausgeschöpft. Auch wenn Loperamid unter ärztlicher Aufsicht längerfristig angewendet wird, sollte in der Selbstmedikation die Einnahme auf höchstens zwei Tage beschränkt sein.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Einige Wirkstoffe verursachen einen Anstieg der Loperamid-Konzentration im Plasma. Dazu einige Beispiele:

Die Kombination von Loperamid mit dem Wirkstoff Chinidin würde die Plasmakonzentration von Loperamid um das 2- bis 3-fache erhöhen, die Einnahme von Itraconazol würde in der Kombination einen 3- bis 4-fachen Anstieg der Loperamid-Plasmakonzentrationen bewirken, Ketoconazol sogar einen 5 fachen Anstieg.

Sollten andere Arzneimittel regelmäßig eingenommen werden, informieren Sie sich vor der Einnahme von Loperamid bei ihrem behandelnden Arzt oder in der Apotheke zu eventuellen Wechselwirkungen. Gegebenenfalls erhalten Sie dort, falls aufgrund der Medikation erforderlich, auch Alternativempfehlungen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Mit der Einnahme von Loperamid können auch unerwünschte Wirkungen auftreten, beobachtet wurden Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit oder Blähungen.

Möglich, aber seltener sind z.B. Bauchbeschwerden, Mundtrockenheit, Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Hautausschlag und Somnolenz (eine Bewusstseinsstörung, bei der eine Art Benommenheit/Schläfrigkeit entsteht). Noch seltener sind unter anderem Überempfindlichkeitsreaktionen, Bewusstseinsverlust, erhöhter Muskeltonus, abnormale Koordination, Darmverschluss, Zungenbrennen, Juckreiz und Müdigkeit.

Was ist noch wichtig zu wissen?

Wann sollte Loperamid nicht zum Einsatz kommen?

Die Einnahme von Loperamid wird nicht empfohlen, wenn eine Verlangsamung der Darmtätigkeit zu vermeiden ist, zum Beispiel bei aufgetriebenen Leib, Verstopfung und Darmverschluss.

Tritt neben dem Durchfall zusätzlich Fieber und/oder blutiger Stuhl auf, ist ein Arztbesuch unerlässlich – genauso wie bei chronischen Durchfallerkrankungen und akuten Schüben der Colitis ulcerosa.

Bei Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten, ist Loperamid ebenfalls nicht geeignet bzw. sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Weil bei schweren Lebererkrankungen der Abbau von Loperamid verzögert sein kann, darf Loperamid nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden, wenn eine Lebererkrankung besteht oder durchgemacht wurde.

Darf Loperamid in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Da keine Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen und der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, sollte von der Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit abgesehen werden.

Beeinflusst Loperamid die Fahrtüchtigkeit?

Beim Straßenverkehr oder bei der Arbeit mit Maschinen ist Vorsicht geboten. Grund dafür ist, dass es bei Durchfällen und/oder als Nebenwirkung von Loperamid unter Umständen zu Müdigkeit, Schwindel und Schläfrigkeit kommen kann.