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Wissenswertes zum Wirkstoff Mariendistel Extrakt

Die Mariendistel wird in Deutschland angebaut und zu pflanzlichen Arzneimitteln (Phytopharmaka) verarbeitet.
Pharmakologisch werden Mariendistelfrüchte verwendet. In Kapseln und Tabletten sind Extrakte enthalten. Gern werden entsprechende Präparate auch als "Leberschutzmittel" bezeichnet. Die Wirkung wird im Wesentlichen dem Silymarin als Wirkstoffkomplex zugeschrieben.
Silymarin findet bei der Therapie von Leberschäden Einsatz. Es unterstützt des Weiteren die Behandlung von chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose. Das Silybinin, ein Bestandteil des Silymarins, hilft bei Knollenblätterpilzvergiftung.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Mariendistel Extrakt

  1. Bei welchen Beschwerden kann Mariendistel eingesetzt werden?
  2. Wie wirkt Mariendistel?
  3. Wie schnell und wie lange wirkt Mariendistel?
  4. Welche Präparate gibt es im Handel?
  5. Ist Mariendistel verschreibungspflichtig?
  6. Gibt es Mariendistel auch für Kinder?
  7. Was muss ich bei der Einnahme/Anwendung beachten?
  8. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  9. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  10. Was ist noch wichtig zu wissen?
  11. Wann sollte Mariendistel nicht zum Einsatz kommen?
  12. Darf Mariendistel in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  13. Beeinflusst Mariendistel die Fahrtüchtigkeit?

Bei welchen Beschwerden kann Mariendistel eingesetzt werden?

Extrakte der Mariendistelfrüchte werden bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt, welche sich durch typische Symptome wie Völlegfühl, Appetitlosigkeit, Nahrungsverweigerung, Durchfall und Erbrechen äußern.
Außerdem findet die Pflanze bei toxischen Lebererkrankungen, zur unterstützenden Behandlung chronisch-entzündlicher Lebererkrankungen und bei Leberzirrhose ihren Einsatz.
Mariendistel-Präparate sind nicht bei akuten Vergiftungen geeignet. In diesem Fall ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
Bei Vergiftung mit Knollenblätterpilzen wird in der Notfallmedizin zusätzlich zu allen anderen Maßnahmen Silibinin (synthetisch hergestellt) infundiert.

Mariendistel

Wie wirkt Mariendistel?

Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Hauptwirkstoffkomplex aus verschiedenen Inhaltsstoffen der Mariendistel heißt Silymarin. Hauptbestandteil von Silymarin ist Silibinin. Silymarin wirkt leberschützend bzw. leberregenerierend und cholgagog (gallentreibend).

Die Dosierung richtet sich nach der Packungsbeilage und ist je nach Auszugsmittel verschieden Substanzen wie Sylymarin weisen außerdem Radikalfängereigenschaften auf. Das bedeutet, dass sie sogenannte reaktive Radikale abfangen und somit "unschädlich" machen.

Radikale sind sehr reaktionsaktiv und instabil. Es wurde festgestellt, dass Silibinin in hohen Dosen die Zellmembran stabilisiert. Der Tee findet nur Einsatz bei Blähungen und Gallenbeschwerden. Leberschützend wirkt er allerdings nicht. Grund dafür ist die Wasserunlöslichkeit von Silymarin.

Wie schnell und wie lange wirkt Mariendistel?

Die Bioverfügbarkeit richtet sich nach dem Herstellungsverfahren bzw. dem Auszugsmittel und der Menge des Extraktes. Standardisierte Arzneimittel mit kontrolliertem und beständigem Wirkstoffgehalt sind in der Apotheke erhältlich.

Welche Präparate gibt es im Handel?

Mariendistel-Präparate werden vor allem als Kapseln, Filmtabletten und Tee angeboten.

Anzeigen:
  • Hersteller
  • Darreichung
  • Wirkstoff
  • Packungsgröße
24 48 96

Ist Mariendistel verschreibungspflichtig?

Präparate mit Mariendistel-Extrakten sind ohne Rezept freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich.

Gibt es Mariendistel auch für Kinder?

Je nach Angaben in der Packungsbeilage sollten Arzneimittel mit Mariendistel bei Kindern unter 12 Jahren bzw. bei Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Was muss ich bei der Einnahme/Anwendung beachten?

Die Anwendungsdauer ist prinzipiell nicht begrenzt. Es sollte über die Dauer der Einnahme jedoch der Arzt entscheiden, insbesondere, wenn die Einnahme über einen längeren Zeitraum erfolgen soll, keine Besserung der Beschwerden nach dieser Zeit eingetreten ist oder die Beschwerden regelmäßig wiederkehren.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wie z.B. Indinavir und Metronidazol haben widersprüchliche Resultate gezeigt. Hinreichende präparatespezifische Untersuchungen liegen nicht vor. Bei der gleichzeitigen Einnahme derartiger Arzneimittel wird daher empfohlen, vor der Einnahme von Mariendistel den behandelnden Arzt zu informieren, der gegebenfalls geeignete Therapiekontrollen veranlassen kann.

Durch Besserung der Leberfunktion unter der Einnahme von Silymarin kann die Metabolisierung von anderen gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln ebenfalls verändert werden, so dass unter Umständen die Dosierung angepasst werden muss.
Unter einer Metabolisierung ist medizinisch gesehen ein Um- bzw. Abbau eines Stoffes durch bestimmte körpereigene Systeme zu verstehen. Zum Beispiel ist bei gleichzeitiger Einnahme von Mariendistel und Amiodaron nicht ausgeschlossen, dass die Wirkung von Amiodaron verstärkt wird.

Generell ist deshalb anzuraten, mit dem behandelnden Arzt vor der Einnahme Rücksprache zu halten, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel verordnet wurden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Selten kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, beispielsweise wurde eine leicht abführende Wirkung beschrieben. Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot auftreten.

Was ist noch wichtig zu wissen?

Wann sollte Mariendistel nicht zum Einsatz kommen?

Präparate mit Mariendistelextrakten dürfen nicht eingenommen werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Mariendistel und andere Korbblütler. Die Behandlung mit Mariendistel-Extrakten ersetzt nicht die Vermeidung der die Leber schädigenden Ursachen (z. B. Alkohol).
Bei Gelbsucht (hell- bis dunkelgelbe Hautfärbung, Gelbfärbung des Augenweiss) ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.

Darf Mariendistel in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Von einer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten.

Beeinflusst Mariendistel die Fahrtüchtigkeit?

Die Arzneimittel (Kapseln) haben keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.