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Wissenswertes zum Wirkstoff Omeprazol

Bei dem Wirkstoff Omeprazol handelt es sich um einen sogenannten Protonenpumpenhemmer, der die Magensäureproduktion verringert. Säurebedingten Schleimhautschäden sollen somit vorgebeugt beziehungsweise deren Heilung unterstützt werden. Zugelassen und freiverkäuflich in kleinen Packungsgrößen ist der Wirkstoff in der Selbstmedikation bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen für eine Anwendungsdauer bis 14 Tage.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Omeprazol

  1. Was ist Omeprazol?
  2. Bei welchen Beschwerden kann Omeprazol eingesetzt werden?
  3. Wie wirkt Omeprazol?
  4. Wie schnell und wie lange wirkt Omeprazol?
  5. Welche Präparate gibt es in der Apotheke?
  6. Ist Omeprazol verschreibungspflichtig?
  7. Gibt es Omeprazol auch für Kinder?
  8. Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?
  9. Wann sollte Omeprazol nicht zum Einsatz kommen?
  10. Darf Omeprazol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  11. Beeinflusst Omeprazol die Fahrtüchtigkeit?
  12. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  13. Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Was ist Omeprazol?

Chemischer Name: (RS)-5-Methoxy-2-[(4-methoxy-3,5-dimethylpyridin-2-yl)methansulfinyl]- 1H-benzoimidazol
Summenformel: C17H19N3O3S

Strukturformel:
Omeprazol Strukturformel

Bei welchen Beschwerden kann Omeprazol eingesetzt werden?

Das Einsatzgebiet von Omeprazol umfasst Behandlung und Vorbeugung, um ein erneutes Auftreten verschiedener Geschwüre (beispielsweise im Zwölffingerdarm, Magen und generell im Verdauungstrakt) zu verhindern. Die Erkrankungen können unter anderem durch Medikamente verursacht sein. Dazu zählt zum Beispiel der längerfristige Gebrauch bestimmter Schmerzmittel (nicht-steroidale Antiphlogistika).

Außerdem wird Omeprazol zur Therapie und Vorbeugung bei bekannter Refluxösophagitis (Refluxkrankheit mit Entzündung der Speiseröhre) eingesetzt. Saurer Mageninhalt fließt dabei vermehrt zurück in die Speiseröhre.

Behandelt werden kann mit Omeprazol auch das Zollinger-Ellison-Syndrom (Geschwürbildung aufgrund von vermehrter Magensäurebildung, verursacht durch ein durch Tumoren gebildetes bestimmtes Hormon). Der Erregers Helicobacter pylori, der häufigwiederkehrende Magen-Darm-Geschwüre auslösen kann, soll in Kombination mit geeigneten Antibiotika mit Omeprazol beseitigt werden.

In der Selbstmedikation findet Omeprazol häufigen Einsatz bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen (leichte Form der Refluxkrankheit).

Wie wirkt Omeprazol?

Der Wirkstoff hemmt die Ausschüttung von Magensäure aus den sogenannten Belegzellen der Magenschleimhaut. Er blockiert dort dauerhaft eine bestimmte Stelle, die über einen Pumpmechanismus für die Freisetzung der Magensäure verantwortlich ist. Genügend Magensäure kann dann erst wieder durch eine neugebildete Protonenpumpe in den Magen abgegeben werden.

Omeprazol wirkt nicht lokal im Magen, sondern wird im Darm aufgenommen und gelangt über den systemischen Kreislauf zu den Belegzellen, wo das Prodrug (Vorstufe eines Arzneistoffs, der im Körper umgewandelt wird) von der Säure in seine aktive Form umgewandelt wird. Dadurch wird die Salzsäure-Absonderung fast vollständig unterdrückt und Schleimhautschädigungen werden zum Abheilen gebracht.

Wie schnell und wie lange wirkt Omeprazol?

Omeprazol wird schnell vom Körper aufgenommen, wobei maximale Plasmaspiegel 1 – 2 Stunden nach der Anwendung erreicht werden. Die Aufnahme findet im Dünndarm statt und ist normalerweise innerhalb von 3 – 6 Stunden abgeschlossen. Die Wirkung kann bis zu 3 Tagen anhalten.

Welche Präparate gibt es in der Apotheke?

In der Apotheke können magensaftresistente Tabletten und Kapseln erworben werden.

Anzeigen:
  • Hersteller
  • Darreichung
  • Wirkstoff
24 48 96

Ist Omeprazol verschreibungspflichtig?

Ja und nein. Auf Rezept verordnet werden können verschreibungspflichtige Präparate zu 10mg, 20mg und 40 mg.

Für die Selbstmedikation stehen rezeptfreie Versionen mit 20mg zu 7 und 14 Stück-Packungen zur Verfügung.

Gibt es Omeprazol auch für Kinder?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ohne ärztliche Anweisung Omeprazol nicht anwenden.

Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?

Die Einnahme erfolgt auf leeren Magen (30 Minuten vor einer Mahlzeit).
Die Haut reagiert während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher. Deswegen sollte übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, vermieden werden und Sonnenschutzpräparate mit hohem Lichtschutzfaktor benutzt werden.

Durch die Einnahme von Omeprazol können Symptome von schwerwiegenden Erkrankungen verschleiert werden. Länger anhaltende Beschwerden sollten daher vor der Anwendung mit dem Arzt abgeklärt werden. Es wird die regelmäßige Einnahme – in der Selbstmedikation - einmal 20 mg täglich empfohlen, bis die Beschwerden abgeklungen sind, ohne ärztliche Verordnung in keinem Fall länger als 14 Tage! Insgesamt soll nicht mehr als 1 Kapsel/ Tabletten (zu 20 mg) innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Es kann notwendig sein, die Tabletten 2-3 aufeinander folgende Tage einzunehmen, um eine Besserung der Symptome zu erreichen. Die Mehrheit der Patienten erlangt eine vollständige Befreiung von Sodbrennen innerhalb von 7 Tagen. Sobald vollständige Beschwerdefreiheit eingetreten ist, sollte die Behandlung eingestellt werden.

Es wird in der Regel empfohlen, Omeprazol bei Sodbrennen morgens als Ganzes mit Wasser einzunehmen. Die magensaftresistenten Kapseln oder Tabletten dürfen nicht zerkaut oder zerstoßen werden. In der Selbstmedikation sollte Omeprazol nicht vorbeugend genommen werden.
Die Dosierung richtet sich bei verschreibungspflichtigen Präparaten nach dem Beschwerdebild bzw. der vorliegenden Erkrankung und wird deshalb nur vom Arzt bestimmt.

Wann sollte Omeprazol nicht zum Einsatz kommen?

Sofern alarmierende Symptome (wie z.B. nennenswerter unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen, Schluckstörungen, Bluterbrechen oder Blutstuhl) auftreten oder der Verdacht auf ein Magengeschwür besteht bzw. ein Magengeschwür existiert, muss eine gefährliche Krankheit durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden.

Wenn trotz angemessener Behandlung die Beschwerden weiter bestehenden, ist ebenfalls ein Arzt aufsuchen. In diesem Fall sind ggf. weitere diagnostische Maßnahmen notwendig.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion oder wenn in der Vorgeschichte Geschwüre im Verdauungstrakt auftraten, sollten durch einen Arzt beraten werden, bevor sie Omeprazol bei Sodbrennen einnehmen.

Darf Omeprazol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Die Ergebnisse aus 3 Studien mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen zeigen keine unerwünschten Wirkungen von Omeprazol auf die Schwangerschaft oder auf die Gesundheit des Fötus/Neugeborenen. Omeprazol kann während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Omeprazol geht in die Muttermilch über, aber beeinträchtigt das Kind bei therapeutischen Dosen höchstwahrscheinlich während der Stillzeit nicht.

Beeinflusst Omeprazol die Fahrtüchtigkeit?

Das Reaktionsvermögen kann auch bei ordnungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Verbindung mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Darauf ist vor allem im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen zu achten.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Vielfältige Wechselwirkungen können unter der Therapie mit Omeprazol auftreten und sind zu beachten. Wenn z.B. Benzodiazepine (z.B.Diazepam), trizyklische Antidepressiva und Antimykotika (z.B. Ketoconazol) vom Arzt verordnet wurden, sollte Omeprazol nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.

Im Folgenden soll eine Auswahl möglicher Wechselwirkungen aufgeführt werden:
Bei gleichzeitiger Gabe von Johanniskraut und Omeprazol ist eine erniedrigte Omeprazol-Konzentration im Körper möglich.

Eine Wechselwirkung wurde zwischen Clopidogrel und Omeprazol beobachtet. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist ungewiss. Sicherheitshalber ist von einer gleichzeitigen Anwendung von Omeprazol und Clopidogrel abzuraten.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Omeprazol (20 mg täglich) und Digoxin kann die im Körper zur Verfügung stehende Menge an Digoxin leicht erhöht sein. Beim Einsatz hoher Omeprazol-Dosen sollte der Digoxin - und der Magnesium-Spiegel verstärkt therapeutisch überprüft werden.

Da Omeprazol zu Hypomagnesiämien führt, sollte der Magnesiumspiegel besonders bei gleichzeitiger Anwendung von Diuretika wie HCT besonders engmaschig überprüft werden.

Die Aufnahme von Ketoconazol und Itraconazol wird signifikant vermindert und daher die Wirksamkeit beeinträchtigt sein.

Bei gleichzeitiger Gabe von Omeprazol sind die Plasmaspiegel von Nelfinavir und Atazanavir verringert. Omeprazol und Nelfinavir dürfen nicht gleichzeitig zur Anwendung kommen. Ist die Anwendung von Atazanavir unvermeidbar, sind engmaschige, klinische Kontrollen empfohlen.

Problematisch sind außerdem Wirkstoffe, deren Aufnahme vom ph-Wert im Magen abhängt.
Wer Omeprazol einnehmen möchte sollte vorher ggf. einen Wechselwirkungscheck z.B. in der Apotheke durchführen lassen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Omeprazol gilt als gut verträglich. Trotzdem seien als mögliche Nebenwirkungen Kopfschmerzen und Magen- Darmbeschwerden, gelegentlich Schlafstörungen, Schwindel, Hautprobleme und Knochenbrüche hier genannt.
Möglich sind des Weiteren Müdigkeit, Sehstörungen, Tinnitus (Ohrgeräusche), Wassereinlagerungen (Ödeme) sowie eine Veränderung der Leberwerte bis hin zum Leberversagen.

Selten zeigen sich Depressionen, Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Mundschleimhautentzündung, Hepatitis, Haarausfall, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, Gelenk- und Muskelschmerzen, vermehrtes Schwitzen sowie Depressionen und Halluzinationen.

Nicht unbedeutend ist vor allem bei längerfristiger Einnahme ein möglicher Mangel an Vitamin B12 und Mineralstoffen, insbesondere Magnesium. Ein Magnesiummangel zum Beispiel kann sich schleichend entwickeln und u.a. zu Erschöpfungszustanden, Krämpfen, Schwindelgefühl und Herzrhythmusstörungen führen.

Gegebenenfalls kann der durch die Therapie mit Omeprazol verursachte höhere Bedarf mit entsprechenden Präparaten aus der Apotheke nach Beratung ausgeglichen werden.